Donnerstag, 21. Juli 2011

Das Deutsch aus Erichs Lampenladen


In Stuttgart sah und sieht man sie vereint: die grauen und die jungen Wilden, die gegen die Bahn und für die Bäume im Park demonstrieren. Verschiedene Generationen ziehen an einem Strang, das einende Feindbild DB führt zusammen. Stuttgart21 als Paradigma einer neuen bürgerlichen Mündigkeit, naja...
In der Kirche scheint der Aufbruch eher ein Sache der Jugend zu sein. Hier gehen die Senioren lieber weiter auf Linie mit den Funktionärseliten der Verbände und den von der Geschichte offensichtlich vergessenen ZKs.
Jugendliche, die ihr Seelenheil in Gebet, Anbetung und Sakramenten finden, werden von Senioren ausgebuht, die ihre Freizeit lieber mit Diskussionen über ihre verpasste sexuelle Befreiung und den barrierefreien und damit seniorengerechten Umbau der Kirche verbringen.
Die ecclesia (ad)orans wird am Konferenztisch der ecclesia sedens bzw. disputans des Hochverrats bezichtigt und abgemeiert. "Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst..." scheint die Grundlage für das angstfreie Gespräch auf Augenhöhe zu sein, auf der so mancher ex-antiautoritäre, neopatri-/neomatriarchale Kirchenvolksbegehrler der Zukunft unserer Kirche begegnet.
Wie kann es eine Person von 25 Jahren wagen, freiwillig Rosenkranz beten zu wollen, wenn ich doch in den 1970er Jahren für mich erkannt habe, was das doch für eine schlimme und nutzlose Beschäftigung ist, von der ich alle abhalten muß?


Ein gewisser Erich H. hat auf einer denkwürdigen Veranstaltung gesagt:
"Vorwärts immer, rückwärts nimmer!" oder auch
"Den Sozialismus in seinem Lauf, halten weder Ochs noch Esel auf!"
Das scheint auch die fortschrittsfrohe Denkweise mancher DauerreformerIn zu sein.

Der Fall Erich H. ist ja bekannt: Nur ein paar Monate später war für Erich und seinen gerontokratischen Lampenladen Schicht.

Ochs und Esel...
Warum fällt mir in diesem Zusammenhang der gute Jesaja wieder ein? "Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn... (Jes 1,3)" Wer wissen will, wie es weitergeht, greife zu seiner Bibel. Sehr interessanter Text!

Die Freudlosigkeit jener altrevolutionären Kreise und ihr gepflegtes Funtionärsgeschwurbel auf SED-Parteitags-Niveau kommentiert Marcus Bauer auf kath.net treffend wie satirisch-bissig. Hier entlarvt sich das Kollektiv der Reformierenden als egozentrierter "Aufstand der Frustrierten".

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