Freitag, 3. Juni 2011

Sommerloch in der Blogozese?

Leute, ich bin etwas angenervt, weil ich diese ganze Diskussion für komplett an den Haaren herbeigezogen finde und manches einfach mal wieder nicht richtig gelesen wurde.

Es wird auf Alexander Kissler, Elsa, Alipius etc. eingedroschen...
Was ist denn nun los?
Das erste Sommerloch in der Blogozese oder wie läßt sich das jetzt erklären?

Ritenstreit in der Blogozese?
Ritusmenschen?

Wohl kaum! Gregorius Braun hat alles nötige dazu geschrieben!
DITO, Gregorius, dito!

Engagierten Laien wird zu kurz getan?

Hier scheint wohl eine etwas unglückliche Verwechslung vorzuliegen!
Hier geht neimand gegen die Muttis vor, die ihre Sprößlinge auf die erstkommunion vorbereiten, Hier geht niemand gegen die Mitglieder der kfd vor, die alten und einsamen Frauen ein paar vergnügte Stunden im Pfarrheim bereiten.
Hochachtung für alle Engagierten!
Ich selbst bin ein solcher Engagierter und ich weiß gegen wen ich wettere!

Es geht auch nicht um Vollakademiker oder Hobbytheologen. Es geht um die Leute in den Gemeinden, Verbänden und Gremien, die mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ihre Deutungshoheit verteidigen wollen. Es geht um jene, die als Wutrentner, Dauerbetroffene, seit Jahrhunderten Unterdrückte in unseren Pfarreien, ZKs und sonstwo mit ihren Befindlichkeiten nach vorne reden und alles, was sich jenseits ihres verwohnzimmerten Kirchenidylls entwickelt, verhindern wollen. Die Freiheit, von der sie immer reden ist nichts anderes als der Spielraum ihrer selbstgezimmerten Spielregeln. Das ganze Gerede von Reformen ist nichts anderes als die Forderung nach der weiteren Anpassung der Kirche an die Wünsche und Utopien von vorgestern. Es geht um die Dauernörgler, Grundsätzliche-gegen-den-Papst-Seienden, die jede Form von exalierter Frömmigkeit belächeln (und zur Herabsetzung von Personen nutzen), die Verächter der Volksfrömmigkeit und der hohen Liturgie, was meistens zusammenfällt. Es ist jene Generation von Leuten, die meinen, mit dem Stempel "konservativ" oder "erzkonservativ" Menschen und Positionen versehen zu dürfen und damit die Welt in zukunftsorientierte Progressive einteilen zu können, weil x oder y "in die alte Messe gehen" oder mit nem Rosenkranz in der Tasche unterwegs sind.

Wo sind die Ideen für die Zukunft?
Wo sind die notwendigen Impulse?
Darf es um MEINE Impulse gehen?
Muß es icht zunächst um mein Vertrauen gehen?

Der Fortbestand der Kirche in Krissenzeiten ist bisher noch nie von einem Diskussionpaper einer angstfrei und auf "Augenhöhe" abgehaltenen Tagung einer katholischen Akademie ausgegangen. Noch nie ist jemand wegen eines Zukunftspapieres eines "engagierten Laiengremiums" zu der Aussage getrieben worden: Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn!

Es waren immer jene Christen, die in der Ernsthaftigkeit ihres Glaubens und gestärkt durch die Sakramente der Kirche ihren Weg mit Gott gegangen sind.
Es geht um Vertrauen, Mut und Zeugnis im Namen Jesu Christi und seiner Kirche und nicht um Befindlichkeitsbefriedigung. Die Kirche ist kein Streichelzoo, kein Ponyhof und keine Selbstfindungsseminar! Es geht um die Verteidigung der Wahrheit, Weitergabe des Glaubens und nicht um einen pc-Meinungsproporz!
Es geht um aushalten und durchhalten!
Es geht um die Wiederentdeckung unserer Kraftquellen, so unterscheidlich sie auch sein mögen.
Martin Mosebach hat es prägnant auf den Punkt gebracht, wenn er sagt, daß die Messe das Wesentliche sei.
Das sollte man ihr auch bei der Zelebration anmerken, egal ob NOM, Ordo originis, gallikanisch, mozarabisch, old sarum oder sonstwas!

Für alle, die jetzt meinen, auch Ihr geballtes Unverständnis über den einen oder anderen Spitzensatz über mich ausschütten zu müssen, denen sei noch folgendes mitgeteilt:
Ich bin bekennender Reaktionär, lese regelmässig das "Vatican Magazin" und die "Junge Freiheit", gehe nicht in Jeans zur Messe, bevorzuge die Mundkommunion, habe kein Buch von Küng in meiner Bibliothek, halte das ZdK für eine nicht von mir autorisierte, undemokratische und unkirchliche Einrichtung, die Weihe von Frauen für unmöglich und die lehramtlichen Entscheidungen des Heiligen Vaters für bindende Lehre!
So, das sollte als Schock reichen!
Mit Davilá:
Solange noch einer applaudiert, habe ich etwas falsch gemacht!

Schönes Wochenende!

Kommentare:

Tiberius hat gesagt…

Tja,dann war es wohl doch nicht ganz richtig: Ich applaudiere.

Pro Spe Salutis hat gesagt…

Eine Wohltat! Daumen hoch! Hat mich zur Reaktion gekitzelt.

Yon hat gesagt…

Ich applaudiere, glaube aber, dass nur der letzte Satz vom Post falsch ist. ;)

Columbulus hat gesagt…

Es scheint SEHR SCHWER ZU SEIN, BEITRÄGE MIT WACHEM GEIST ZU LESEN.

Der Artikel, der so bezeichnete "Ritusmenschen" plakativ in den Über schrift nimmt, behauptet gar keinen Ritusstreit.

Es wird dagegen darauf hingewiesen, dass weite Teile der (deutschen) Blogozoese in den letzten 12-18 Monaten mehr Zeit damit verbracht hat, auf die Schönheit des alten Ritus zu verweisen, als über die in den eigenen Reihen (d.h. von Betreibern der Petition Pro Ecclesia) beschworene Krise der Verkündigung nachzudenken!!!

Wie unglaublich oberflächlich sind Gregorius Braun, Elsa, und andere, einen engagierten Artikel nicht einmal wirklich zu lesen geschweige denn zu verstehen.

Deinen Artikel zu lesen weigere ich mich solange, wie du einfach daherkommst und mit simpler Applausgarantie eine ernste Angelegenheit zum Sommerloch erklärst.

Das wär's.

Tiberius hat gesagt…

Tja, warum sollte man auch auf die Schönheit der Kirche verweisen, wenn es doch auch Defizite gibt ...

Laurentius Rhenanius hat gesagt…

Ein Verständnisproblem habe ich, mein lieber Columbulus:
Wie kannst Du Dich über den Inhalt eines Artikels echauffieren, den Du nicht gelesen haben kannst, weil Du Dich weigerst ihn zu lesen?
Regst Du Dich dann über die Einleitung auf und hast ihn damit in Teilen nun doch gelesen?
Du mußt den Blogeintrag nicht lesen, es sei denn, Du willst Dich dazu äußern, wozu Du herzlich eingeladen bist, dann solltest Du ihn lesen, bevor Du ihn zerreißt!

Wenn etwas gedanklich inkonsistent sin sollte, so bin ich über Kritik und Anregungen sehr froh.
Geäußerte Aufregungen nehme ich gerne zur Kenntnis.
Ursache für meinen Blogeintrag war nicht explizit DEIN Beitrag sondern der Wirbel, den er ausgelöst hat.
Das wäre Dir bei Lektüre des gesamten Artikles vielleicht aufgefallen.
Offensichtlich scheinst Du Deinen Artikel so formuliert zu haben, daß ihn viele Blogozesane ihn mit ihren müden Geistern falsch verstanden haben...