Freitag, 6. Mai 2011

zum Rhein, zum Rhein,...

Nun ist es also passiert: Joachim Kardinal Meissner, Erzbischof von Köln, hat in Wahrnehmung seiner Verantwortung für die Kirche David Berger die kirchliche Lehrerlaubnis entzogen.
Wer sein letztes Werk über den "Heiligen Schein" gelesen hat, den wird dieser Schritt wenig wundern. Ich habe in einem unglaublichen Kraftakt das Buch gelesen, nachdem es mir von einem befreundeten Priester zur Lektüre weitergab. Er meinte, es sei ein peinliches Werk, daß man nicht im Regal stehen haben sollte. Ich kann ihm da nur beipflichten und ich werde es auch schnellstmöglich expedieren.
Nun was ist an diesem Werk peinlich? Es ist nicht das Bekenntnis von David Berger zur gelebten Homosexualität, das mir peinlich war, warum sollte es auch. Peinlich war viel mehr, wie sich ein Mann, den ich für einen integeren Denker gehalten habe, selbst demontiert. Der Forscher, der durch seine Arbeiten zu Thomas bis in die päpstliche Akademie gekommen war, läuft verbal amok und unterstellt mal eben der halben "konservativ-katholischen Szene" unterdrückte und nicht ausgelebte Homosexualität, die sich in einer Vorliebe für den alten Ritus, prächtige Gewänder und in der gepflegten Zivilkleidung der Laien ausdrückt, wo man alles still und heimlich tut oder in übertriebener Homophobie seine Kanäle sucht. Es wird verdächtigt, angedeutet, Personen so beschrieben, daß eine Namensnennung nicht mehr notwenig ist, jeder kriegt sein Fett weg, selbst der Papst... und am Ende steht er einsam vor dem Schrbenhaufen seiner früheren Welt und hat sich selbst vollkommen unglaubwürdig gemacht.

Es gäbe jetzt viele moralinsaure Anmerkungen dazu zu machen, wie er andere über Jahre getäuscht hat (Hat er das wirklich?), seiner Karriere das Privatleben geopfert hat, etc. Das kann man woanders gerne lesen.
Offensichtlich hat er sich zunächst an seinem steilen Aufstieg berauscht und hernach scheint er sich nur noch im Rausch der freiströmenden Hormone zu bewegen. Entschuldigung, aber wi sonst soll man diesen rhetorischen und denkerischen Absturz erklären?
Ich habe mich am Ende des Buches ganz ernsthaft gefragt, wie geht es Herrn Berger denn so überhaupt?
Ich will jetzt nicht über die "Versteherschiene" besonders gemein ablästern! Nein, ich war erschüttert, wie ein sonst so redlich denkender Mensch so ungefiltert seinen Gefühlen freien Lauf lassen kann und dabei nicht bedenkt, was für einen Schaden er damit für sich heraufbeschwört, nicht weil er in Bausch und Bogen dummes Zeug behauptet und er uns damit einen Blick in die Abgründe seiner Seele verschafft. Während des Lesens verhärtete sich folgender Eindruck immer mehr: Ein zutiefst unglücklicher Mensch schlägt um sich und es ist ihm vollkommen egal, wen er trifft oder was er kaputtschlägt, er will nur zuschlagen. Am Ende tat er mir nur noch leid und ich habe mal wieder kräftig fremdgeschämt.
Fremdgeschämt habe ich mich aber auch für das ungenannte katholische Verlagshaus. Hier wurde weder der Autor gut durch die Lektoren beraten, noch hat der Verlag als kirchennahes(?) Haus...
Nun, es hat sich gut Auflage damit machen lassen, womit man seiner unternehmerischen Verantwortung voll nachgekommen ist.

Nun rauscht es wieder kräftig im Blätterwald und die Front der Gutmenschen macht gegen den Kardinal am Rhein mobil. Es ist mal wieder Generalmobilmachung bei den Gutmenschen! "Wir wollen aber auch wer sein!", diverse Grüne, etc. pp dreschen schon auf ihn ein, das deutsche Kabarett bekommt neues Futter für das nächste Quartal und sicherlich werden uns Küng Kong, Heiner aus Possenhofen, Frau Prof. Uta Ranke Heinemann zu Essen und Eugen der Milde mit ihren Elaboraten beglücken.
Der arme Berger und der böse Kardinal!
Keiner wird sich ernsthaft über diese wirren Verleumdungen Bergers echauffieren, bis hin zu seinen Äußerungen zum angeblichen "Dschihad" in der Kirche. (Ansonsten ist aber alles noch in Ordnung, Herr Berger?!) Keiner wird bemerken, daß mit den gleichen Methoden seit Jahrhunderten antiklerikale Propaganda gemacht wird, zuletzt in voller Härte durch Reichspropagandaminister Josef G. Keiner wird merken, wie sehr sie sich der gleichen Mittel bedienen, jene aufgeklärten und toleranten Mitbürger, die nun wieder die Keule schwingen werden. Es wird keiner sehen, daß Seiner Eminenz eigentlich keine andere Wahl geblieben ist, als Berger für sein "geschäftsschädigendes Verhalten" zu sanktionieren, so wie man es sonst von jedem "Chef" erwartete, wenn ein Mitarbeiter sich so verhält wie Berger es getan hat. Das wäre nicht einfach genug, könnte zu einem nicht gewollten Ergebnis führen und läßt sich an den Kiosken nicht verkaufen.
Er zwingt seinen Erzbischof zu den Konsequenzen, schädigt damit den Ruf des Erzbischofs in der Öffentlichkeit und fordert damit Rom heraus. Will sich hier jemand zum "Reformator" aufschwingen?
Nun wird es wieder losgehen und man wird sich wieder überlegen müssen, schreibe ich jetzt Redakteur x, Fernsehsender y oder Partei z mal wieder?
Muß wieder eine "Petition pro Meissner" mit Unterschriften geschaltet werden, die dann wieder von den Medien verschwiegen oder zerrissen wird...
Mir ist so fad!
Ich muß mal an die frische Luft!

1 Kommentar:

Johannes hat gesagt…

Dem Schwulen ist eben alles schwul. Siehe: http://materamata.blogspot.com/search?q=Dem+Schwulen+ist+alles+schwul