Montag, 14. Februar 2011

Sonntags gehört Opa mir!

Da es ja in unserer Kirche momentan en vogue ist, alte Kamellen wieder aufzuwärmen und sie dann in Form eines Forderungskataloges dem Papst als unabdingbares Reformwerk vor die Füsse zu knallen, habe ich mir erlaubt eine alte Gewerkschaftsparole aus dem Jahre 1956 etwas umzuschreiben und als Gedankenanstoss zu missbrauchen. Confiteor!



Viri probati
Es gäbe vieles zu diesem Thema zu sagen, seit wann es diese "Regel" schon gibt, wie sinnvoll sie sein kann, welche Ausbildungen dann nötig wären (Würgsburger Schnellkochkurs oder Studium im Alter), Einsatzmöglichkeiten, etc.
Ich möchte nur einen Aspekt aufgreifen, der selten ernsthaft in Betracht gezogen wird, nämlich die Auswirkungen auf das Familienleben derer, die von diesen VP eine haben.
Wer als Laie in seiner Gemeinde tätig ist, weiß doch nur zu gut, wie schnell sich die Freizeit mit unheimlich wichtigen Terminen anfüllt. Wer den einen oder anderen Diakon im Nebenamt kennt, weiß außerdem, wie schnell die Übernahme von Diensten die Erholungszeiten neben dem Beruf und die Freizeit mit der Familie schwinden lässt. Das ist alles andere, nur nicht familienorientiert. Schuppdiwupp arbeitet Papa dann wochentags bis 17.00h für den Broterwerb, danach und am Wochenende für Mutter Kirche.
Gerade in Zeiten, in denen die "Versorgung der pastoralen Räume" immer mehr zu einem Problem wird, steht die ehrwürdige VP-Regel - die ich eher als Auszeichnung für ein ausgezeichnetes Leben sehen wollte (denn was anderes sollte sie sein, wenn man einem verdienten Mann am Abend seines Lebens durch die Weihe die Berechtigung zur Feier des Messopfers verleiht) - in der Gefahr, zum ehrenamtlichen Notstopfen für das "System Deutsche Kirche" zu werden und zwar bei der Generation 65+, also der Generation der Großeltern.
Ja und dann ist da noch die Frage, wer von der Generation 65+ dann wohl zur Verfügung steht. Sicherlich der eine oder andere wirklich probate Mann mag dabei sein, aber ich habe da so meine Befürchtungen!
Wer wird wohl das Selbstopfer zum Wohle der deutschen Kirche als erstes erbringen?
Die besonders engagierten und um den Fortbestand der Kirche so Mitchristen im vorgerückten Alter,... muß ich noch deutlicher werden,...?
Gestern noch ein nörgeliger Flugblattverteiler von WsK's Gnaden, heute in den Klerikerstand getreten, um die Reform von der anderen Seite zu beschleunigen.
Neee, bitte nicht!
Das ist jetzt kein lang durchdachter Beitrag, sondern eher ein spontaner Reflex, weil ich gerade mal wieder in meinen Terminer geschaut habe!
Einen schönen Abend noch!

Kommentare:

Johannes hat gesagt…

Das ist ja mal ein klasse Bild!

Laurentius Rhenanius hat gesagt…

Danke für die Blumen, Johannes!
Wer es mag, darf es gerne verwenden!