Dienstag, 27. Dezember 2011

Die Weihnachtsansprache 2011

Unser Bundespräsident hat mal wieder in aller Farblosigkeit,...naja!
Wie es klingt, wenn ein christliches Staatsoberhaupt sich zu Weihnachten an die Bevölkerung wendet, kann man hier hören:

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Ulbrichts letzter Sieg


ist am Augustusplatz in Leipzig vor einigen Tagen endgültig betoniert und gefeiert worden.
Mehr dazu bei WELT-online.

Zum Hochfeste

der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria, zwei Kompositionen von Guillaume Dufay.



Von nahezu überirdischer Schönheit ist folgende Einspielung des Salve Regina:



Einen gesegneten Feiertag!

Dienstag, 6. Dezember 2011

Zum Nikolaustag

gibt es heute ein paar nette Links. Wer sein Repertoire an St. Nikolaus Liedern erweitern möchte, der findet hier schon einmal acht Lieder.
Domradio Köln berichtete ja jüngst von der Ankunft des neuen Klöppels för de Dicke Pitter.
Im Jahr 2001 hat die Friedensglocke des Rathauses in Berlin-Schöneberg neben einer Reparatur und einem neuen Glockenstuhl auch einen neuen Klöppel bekommen. Der Klang der Glocke hat sich seither wesentlich verbessert. Youtube bietet gute Vergleichsmöglichkeiten an.
Es gibt aber einen Haken: man weiß nie so ganz genau, wann sie erklingt!



Und hier noch ein paar Geschenk- und Bastelideen rund um Glocken:

Für Campingfreunde unter Glöcknern könnte dieses Faltmodell von den Nebelinseln eine Bereicherung des Familienurlaubs oder Vereinsausfluges sein. Daneben kann es gleichzeitig zur Nachwuchsförderung in Sommerlagern und zur Mitgliederwerbung bei Pfarrfesten eingesetzt werden. Eine Anpassung an kontinentale Läutegewohnheiten dürfte jedoch notwenig sein.



Für Schrebergärtner oder Gartenhausbesitzer ist dieses Modell nicht uninteressant:



Wenn es an gegossenen Glocken fehlt, heißt das noch lange nicht, daß der Traum vom Geläute im eigenen Haus nicht in Erfüllung gehen kann! Hobbygärtnern und Bastlern stehen schier unendliche Möglichkeiten offen.





Selbst in Reihenhäusern ist Platz für ein stolzes Geläute mit sechs (sic!) Glocken!!!



Wer also noch etwas Originelles für den Gabentisch sucht, weiß was er oder sie zu tun hat!
Rein in den Baumarkt und ab in den Bastelkeller!

Einen gesegneten Nikolaustag!

Montag, 5. Dezember 2011

Nachtrag zu WwW

In der Mainpost fand ich diesen Artikel zur Augustinerkirche.
Während der Journalist geradezu schwärmt, sprechen die Kommentare eine ander Sprache.
Wen es noch interessiert, der sollte dem Link folgen:
KLICK

Mittwoch, 30. November 2011

Münsters Restehalle

Häßliche Stühle in schönen Gotteshäusern scheinen der "dernier cri" bei den Neo-Ikonoklasten zu sein. Während man sich in Würzburg noch auf ein einziges Modell ausgesuchter Häßlichkeit verständigen konnte, nimmt man in Münster/Westf. den Weg über den Dachboden und die Straßenränder: Sperrmüll. Auch hier werden bestimmt wieder zur Vertiefung der Frömmigkeit "bewußt fromme Sehgewohnheiten gestört" oder was den Machern von "change places" sonst so an klügelnden Sprüchen einfallen mag.
Leute, das ist eine Kirche, HAUS GOTTES; nicht die Stuhlabteilung von ikea oder das Caritaskaufhaus!
NOCHMAL: DAS IST EINE KIRCHE; EINE SCHÖNE NEUGOTISCHE KIRCHE!!!
HALLOOO, SEID IHR VOLL ASAKRAL ODER WAS?
ICH FREUTE MICH, ALS MAN MIR SAGTE ZU RUDIS RESTERAMPE WOLLEN WIR ZIEHEN! ODER WIE HEIßT DER PSALM? AAAAHH!
Wer sichs ansehen mag, BITTE SEHR!
HEILIG KREUZ MÜNSTER

Ich brauche erst einmal ein Antidot!

Dienstag, 29. November 2011

Würzburgs weiße Wartehalle

Stuttgart 21 ist durch. Ich persönlich halte zwar nichts von dem Modell, allein schon wegen der ungeklärten geologischen Fragen um die Heilquellen, aber gut. Andere skandalöse Umbauten passieren mal wieder unter Ausschluß der Öffentlichkeit.
Kreuzfährten hat eine aktuelle Kirchenzerstörung aus Würzburg eingestellt, die "Modernisierung" der Augustinerkirche. Was die Bombardements der Allierten Luftstreitkräfte überstanden hatte und durch die Wirren der Nachkonzilszeit gekommen war, ist nun endgültig ausgeräumt worden. Das erhaltene Bild des Hochaltares ist durch ein farbenfrohes Transparent verhängt worden, was dem unschönen Orgelgehäuse aus den 1970ern mit seinem lutherischen Aufstellungsort noch mehr Ausdruck verleiht. Die erhaltenen Bänke sind weg. Dafür gibt es nun eine bewegliche Bestuhlung ohne Kniebank, die aus dem Versandkatalog eines Büroartikelhändlers stammen könnte. Der Ort der Wort- und Mahlfeier ist in Form der "Richterschen Ellipse" (Kirchenräume - Kirchenträume) gestaltet, Die Ästhetik der weißen Wand, gepaart mit clavinistischer Stuhlordnung.
Für Mutige und Leser mit niedrigem Blutdruck ein paar Links:
Auf dieser Seite stellt sich der Konvent der Augustiner im Bild vor. Noch Fragen?
Zum Umbau sei auf folgende Unterseite verwiesen: (Klick!) Noch Fragen?
Bilder bei Messa in latino.

Folgenden Text möchte ich jedoch einstellen, er findet sich, wenn man dem zweiten Link folgt:

Anfang des Zitates:
Am 1. Advent wurden nach 15 Monaten Umbauzeit wieder die Türen unserer Augustinerkirche geöffnet. Mit ihr erhält Würzburg einen Freiraum inmitten der Fußgängerzone zurück.

Wir laden ein, in unserer Kirche zur Ruhe zu kommen. Sie ist Ort des Gebets und der Versammlung des Volkes Gottes. Bei den verschiedenen Gottesdienstangeboten kommen wir als „Nachfolgegemeinschaft von Gleichgestellten“ zusammen. Dabei haben Statusunterschiede also keinen Platz.

Trauer und Umgang in und mit Traurigkeiten ist eine wesentliche Erweiterung unserer pastoralen Arbeit. Der neu geschaffene ZwischenRaum unterhalb der Empore war Auslöser der Renovation und ist ein zentraler Ort dieser Pastoral. Mit ihm wollen wir es Menschen – über die Grenzen von Konfession und Religion hinweg – ermöglichen, mit all dem umzugehen, was traurig macht und trauern lässt (enttäuschte Hoffnungen, Beziehungsende, Arbeitsplatzverlust, Tod …).
Ende des Zitates
Ob alle gleichgestellt zur Meinung befragt wurden, als dieser Umbau passierte? Sind alle, ohne Standesunterschiede,...
Ach, ich kann dieses scheindemokratische Wortgehülse jener "Avantgarde von vorgestern" nicht mehr hören. Mit der entgrenzten Pastoral und dem Stuhlkreis wird keinem Suchendem mehr eine hilfreiche Norm und Ausrichtung geboten. Die Abstraktion des Raumes ist nicht mehr und nicht weniger als ein sichtbares Zeichen des freudlosen, sinnesfeindlichen, abstrakten und kraftlosen Glaubens, der noch für einen Vortrag in einem Seminarraum ausreicht oder für ein therapeutisches Gespräch. Wo ist die Freude geblieben? Wo ist die Freude an einer sinnenfreudigen Liturgie, an Festen, Fasten und "Viertele" geblieben?
Wofür soviel Geld? Für weiße Farbe, Wartezimmerstühle und ein Hungertuch?
Hättet ihr lieber die alten Altäre wieder aufgerichtet, damit jeder wieder seine eigene Messe am Morgen lesen könnte, zur Erfrischung der armen Seelen im Purgatorium und zum Seelenheil der Würzburger. Welch eine Freude hätte die Eröffnung der Wiedererstandenen Kirche mit ihrer barocken Pracht sein können. Manche alte Wunde über den Verlust der Bombennächte hätte Heilung erfahren. Nun sind noch mehr Wunden entstanden, noch mehr heimatlos geworden in dieser Wartehalle der "Endstation Sehnsucht".
Es ist wirklich ein Ort für Trauernde geworden, ein Ort des Jammers und ein Grund zum Weinen. Das ist hier gelungen.

Montag, 28. November 2011

Eine Palette Katechismen für WisiKi!!

Um 16.21 Uhr meldet kath.net, daß WisiKi Deutschland dazu aufruft, in "priesterlosen Gemeinden" auch ohne Priester "Eucharistie" zu feiern.
Ich habe dann mal auf der Netzseite der Kinderliederfreunde geschaut und fand diese Passage in einem Solidaritätspapier für die "ungehorsamen Priester" und Austro-WisiKis:
Zitatanfang
Wir sind Kirche setzt sich jetzt dafür ein,
- dass möglichst viele Pfarrer und Diakone sich als Gruppen oder als Einzelne dem Aufruf der österreichischen Pfarrer-Initiative anschließen.
- In den Gemeinden sollten sich Reformgruppen von Frauen und Männern bilden, welche die Reformen auf Gemeindeebene vorantreiben.
- Priesterlose Gemeinden sollen nicht nur Wortgottesdienst halten, sondern im Namen Christi auch die Eucharistie feiern und dabei nach dem gemeinsam gesprochenen biblischen Abendmahlsbericht das Brot brechen und untereinander teilen.
Das oft von Kirchenoberen vorgebrachte Argument, die römisch-katholische Kirche sei eine Weltkirche, deshalb sei eine Öffnung der Zulassungsbestimmungen zum priesterlichen Dienst für Frauen und Verheiratete nur auf der Ebene der Weltkirche möglich [HÄ?HALLO? Wer behauptet den so etwas? Hat nicht Johannes Paul II unmißverständlich klar gemacht, daß es hier keine Diskussion mehr geben kann? Roma locuta, causa finita!], verfängt nicht, sondern macht die weltweite Dimension des Priestermangels und den weltweit drängenden Reformbedarf nur noch sehr viel deutlicher: Denn während im Jahr 2009 in Europa knapp 1.500 Gläubige auf einen Priester kommen, sind es in Afrika fast 5.000 und in Mittel- und Südamerika sogar mehr als 7.000 (Quelle: Statistik zum Päpstlichen Jahrbuch 2011 „Annuario Pontificio“). [Mensch, dann stehen wir doch verdammt gut da, im Vergleich zu Südamerika! Also, was soll die Quengelei?]
Zitatende

Auch auf die Gefahr hin, etwas verzerrt in der Öffentlichkeit darzustellen und den einen oder anderen Leser zu verstören, möchte dennoch eine Frage stellen: Wird hier nicht von einer Gruppe Katholiken, die seit Jahren gegen die Lehre der Kirche opponiert, offen zur Sakramentensimulation und damit auch zur Kirchenspaltung aufgerufen und wäre es nicht angebracht, die Bischöfe und den Apostolischen Nuntius einzuschalten?

Donnerstag, 24. November 2011

Marx beruhigt

die Gemüter. Wir brauchen keine Angst zu haben, daß sich die katholische Kirche nach dem Verkauf von Weltbild aus der Öffentlichkeit zurückzieht. Mensch, das ist doch mal eine gute Nachricht! Ich hatte einen Moment die Sorge gehabt, jetzt würden sich die Kirche in Deutschland beleidigt oder frustriert auf so etwas wie ihr Kerngeschäft zurückziehen. Puh! Schwein gehabt!
Nachdem ich bei kath.net diesen Artikel über die Ansprache S. Em. bei der Verabschiedung von Erich Jooß als Direktor des St. Michaelsbundes las, wußte ich, ... genug.
Andererseits: Was will er uns mit diesem angekündigten "Verweilen in der Öffentlichkeit" andeuten?
Die Anteile am Deutschen Fernsehballett stehen nicht zur Disposition!
oder
Ich werde auch weiterhin in Talkshows gehen!
oder
Die Messen in der Marienkirche und in allen Kirchen werden auch weiterhin für jedermann zugänglich sein!
oder
Entweltlichung, nein danke! (Benedikt,... Benedikt,... Freiburg, welches...?)

Damit nicht genug der Ausführungen, die Hoffnung verbreiteten.
Erich Jooß schob dann noch einmal ein paar Worte zur mangelnden Differenzierung von Erotik und Schweinkram in die Runde. Wie wichtig doch diese Unterscheidung sein muß, daß sie der scheidende Direktor des St. Michaelsbundes noch in seiner Abschiedsrede erwähnt. Ja, es ist ein fundamentales Problem!
Dieses Unwissen unter den Katholiken muß endlich aufhören, damit nicht noch weiterer unternehmerischer Schaden, ... äh die öffentliche Wirksamkeit der Glaubensverkündigung weiter beeinträchtigt wird.
Da haben sie ihrem Nachfolger eine wichtige Aufgabe hinterlassen, Herr Jooß!
Vielleicht kann hier die Büchereiarbeit der bayerischen Diözesen, für die der St. Michaelsbund zuständig ist, mit ein paar familien- und jugendorientierten Broschüren aufklärend Wirken. Die BDKJ in Bayern hat im Bereich "Aufklärung" enormes Fachwissen...
Eine Frage habe ich seit Tagen und finde keine befriedigende Antwort:
Seit Tagen geistert die Abkürzung VDD im Zusammenhang mit WELTBILD durch das Netz. Um welchen VDD geht es eigentlich?
Um diesen
oder diesen
oder diesen
oder diesen?
Wer weiß mehr?

Mittwoch, 23. November 2011

"Lobet die Hirten Woche"

ist diese Woche bei Kreuzfährten. Dafür ist dem Autor jener Seite nicht genug zu danken, wie ich meine. Denn er lenkt den Blick weg von dem, was sich DBK nennt und wenig Grund zur Freude und zum Lob für die Hirten in cumulo bietet. Es gibt sie, die guten Hirten, die aus der Anonymität des Kollektivs und dem Schwurbeldeutsch der harmonisierten KompromisT-Papiere von Gremienentscheidungen hervortreten und Klartext reden. Jüngstes Beispiel dafür ist mal wieder Seine Eminenz, Joachim Kardinal Meisner, Erzbischof von Köln, der zur causa "weltbild" ein Interview gegeben hat.
Das sollte man bei allem Ärger über die Veröffentlichung nicht vergessen.
Danke, Eminenz!
Wenn wir jetzt noch in liturgischen Fragen den Schulterschluß mit dem Heiligen Vater hinbekämen, man das wäre doch mal was zu Weihnachten!

Himmelserscheinungen

beim Besuch des Heiligen Vaters in Benin meldet kath.net. Einige Leser ziehen in ihren Kommentaren Parallelen zum Regenbogen beim Besuch in Auschwitz, andere sehen darin Vorzeichen für das nahe Ende, andere wollen in Freiburg ähnliche Beobachtungen gemacht haben, wieder andere sehen sich an Fatima erinnert.
Wie dem auch sei: offensichtlich haben die Menschen in Benin eine Menge mehr über die Bedeutung dieses Papstes verstanden als hierzulande. So unterschiedlich sind die Kulturen: Während man sich dort die Sensibilität für Erscheinungen des Himmels bewahrt hat, bedarf es bei uns tumben Germanen schon der Keule auf dem Kopf und der Axt an der Götzeneiche bis das Weltbild ins Wanken gerät und ein Umdenken einsetzt.
Hier geht es zum Artikel!

Dienstag, 22. November 2011

Weg vom Fenster

ist demnächst wohl die Gelddruckerei "Weltbild", wenn die soeben über den Ticker gekommene Meldung stimmt.
Ein wenig gutes Licht auf die Denkungsweisen der Deutschen Bischöfe bietet jedoch jener Absatz in der Veröffentlichung:
"Die deutschen Bischöfe, die der Vollversammlung des Verbandes der Diözesen Deutschlands angehören, bedauern die verzerrende und unangemessene Weise der publizistischen Auseinandersetzung mit den anstehenden Fragen namentlich in Medien, die der Kirche nahestehen."
Nun habe ich nach Jahren der Vertuschung der Mißstände und dem rüden Umgang mit Kritikern von Seiten der Ordinariate weder ein Confiteor, noch ein Mea culpa erwartet. Aber dieser Satz ist ja das genaue Gegenteil von dem, was man in einer solchen Situation erwartet.
Mir kommen immer mehr Zweifel an der Geistlichkeit unserer Geistlichkeit, denn das klingt eher nach einem beleidigten Josef Ackermann als nach Dienern Christi, oder?

Montag, 21. November 2011

Dr. Christian Spaemann bei kath.net

zur Lage der Kirche in Deutschland und Beispielen für gelungene Medienpastoral jenseits verunglückter "Weltbilder".
Sehr lesenswert!

Freitag, 18. November 2011

The Empire strikes back!

Offensichtlich hat die DBK dem Z(d)K endlich einen Dämpfer zum Thema "Ämter und Damen" verpasst. Bei Elsa steht etwas mehr.
Ich persönlich halte nichts von der Diskussion über die Öffnung des Diakonates für Frauen. Ich halte schon die Weihe von Verheirateten, wie sie in den letzten Jahren sehr beliebt geworden ist, auf dem Hintergrund der Tradition für fraglich. Daher bin isch schon froh, wenn überhaupt mal jemand auf die Bremse tritt.
Danke DBK!
Darauf gönne ich mir Xantener "Kanonikus"!!!
Prost Blogozese!

Entweltlichung im Ländle und im ZK (& ein PING!)

Die Freitagsglosse

Die Gedanken sind frei,
wer kann sie erraten?
Sie fliehen vorbei...

So beginnt ein altes und bekanntes Studentenlied. Es führt uns zurück in finstere Zeiten, irgendwo zwischen napoleonischer Geheimpolizei, von Metternichschen Polizeispitzeln und preussischer Obrigkeit. Europa war in Aufruhr, neue Staatengebilde, fragile Gebäude, revolutionäres Denken. Die Überwachung des politischen Treibens der Bürger ließ manchmal nur noch die Freiheit des Gedankens zu. Die totalitären Systeme des 20. Jh.'s perfektionierten diese Systeme. Dann kam der Fall des Ostblocks und nun herrscht endlich Freiheit, des Gedankens, des Wortes und überhaupt. Die Stärke einer Institution zeigt sich im Umgang mit Andersdenkenden. Die Stärke eines Staates u.a., inwieweit er Meinungsfreiheit gewährt.
Nun scheint es um die "Kirche der Freiheit" nicht sehr gut bestellt zu sein, jedenfalls bietet die Landeskirche Württemberg gerade ein ziemlich schwaches Bild.
Wie Stanislaus berichtete, ist es der sonst so sehr um das gute Verhältnis zu Muslimen bemühte Kirche nicht recht, daß eine Vikarin eine (ACHTUNG! BÖSES ALTES WORT) "Mischehe" mit einem Muslim eingeht. Gut, vielleicht hat sich hier eine zu integrativ denkende Vikarin einfach mal an der Bekenntnisstärke ihrer Kirche einen Karriereknick eingehandelt. Weniger verständlich ist jedoch die, ebenfalls von Stanislaus berichtete, Geschichte eines Pfarrers, der sich durch das Gebahren der Stuttgarter Wutbürger an braune Zeiten erinnert fühlte und das auch äußerte. Starke Worte der Mahnung aus dem Munde eines Kirchenmannes, die zum Nachdenken über Handeln und angewandte Mittel führen könnte. Doch in unserer fast rauchfreien Republik ist das eindeutig zu starker Tobak. Beschwört man sonst gerne die Schuld eines ganzen Volkes, so reagiert man offensichtlich sehr empfindlich, wenn jemand bei gestandenen Bürgern aus der Mitte der Gesellschaft das gleiche Handeln diagnostiziert, wie es bei rechten Randalierern mit schwarzen Kapuzen zu beobachten ist. Warum eigentlich? Heißt es nicht: Währet den Anfängen! Hat nicht gerade dieser Pfarrer aus jenen dunklen Jahren seine Lektion gelernt?
Hier besteht der Verdacht, daß offensichtlich das Eintreten der Wutbürger für die "gute Sache" die Mittel heiligt, auch wenn dadurch unsere parlamentarische Demokratie in Frage gestellt wird! Oder hat er gegen einen, noch nicht in die Bekenntnisschriften aufgenommen Grundsatz der Kirche verstoßen, der da heißt: "Bewahrung der Schöpfung steht oberhalb einer freiheitlich demokratischen Grundordnung und ist mit allen Mitteln durchzusetzen!"? Dann wäre es auch ein Zeichen für Bekenntnisstärke.
Ich fürchte eher, daß die Nähe zu den Anliegen einer gewissen Partei, die Anpassung an die Strömungen in der Gesellschaft, den mainstream und die Genderei den Verlust der notwendigen kritischen Distanz zur Welt hervorgerufen haben.
Hier hatte Benedikt unseren lieben GeschwisterInnen im Herrn durchaus in einer Rede ein wichtiges und großes Gastgeschenk gemacht, als er von der notwendigen "Entweltlichung" sprach.
Entweltlichung ist das Stichwort, was mir eine tolle Überleitung zu einem anderen bahnbrechenden Ereignis dieser Woche bietet:
Das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken tagt in Bad Godesberg.
Mit etwas "Glück" wird ein Beschluß über die Öffnung des Diakonates für Frauen verabschiedet.
Jaaaa und dann wird "uns Alois" das Papier am Heiligen Abend dem Papst zur Unterschrift vorlegen und der sagt dann: "Das ist ja toll, lieber Alois, darauf hat die Weltkirche gewartet. Wir in Rom kriegen das einfach nicht hin! Ach weisste, Diakonat ist doch nur halber Kram. Die gute Frau Käßmann löst den Robert ab. Danke Zentralkomitee, danke Deutschland!"
Ja und ganz herzliche Grüße ins Paralleluniversum des Deutschen Verbandskatholizismus, wenn ihr mich hören könnt, so viele Lichtjahre von der Erde entfernt, so gänzlich "entweltlicht".

Zum Schluß mein erstes PING! mit einem passenden Gruß von der NDW:

Donnerstag, 17. November 2011

Nihil novi sub sole

Benetton hat es mal wieder geschafft, durch Geschmacklosigkeit in die Schlagzeilen zu kommen. Diesmal ist es ein gefälschtes Bild, auf dem der Heilige Vater eine ...
Nein, ich werde jetzt nicht noch Reklame für schlechte Reklame machen!
Daß Benetton auf diese Karte setzt, ist ja nichts Neues. Schon in meiner Schulzeit (damals in den guten 80ern!) hat dieses Modelabel schon Plakate geklebt, auf denen eine sehr hübsches Model im Habit der Vinzentinerinnen einen ebenso hübschen, als Priester in Soutane und "Saturno" verkleideten Jüngling küsst. Da ich Kleidung und Verhalten des hübschen Paares für unvereinbar hielt und als schlichtes katholisches Kind meine Rückschlüsse auf Geschmack, Intension und moralische Integrität der Macher in neoscholastischer Manier zog, kaufte ich kein Teil von dieser Firma und gehörte damit an meiner "höheren Lehranstalt" zu einer Minderheit. Wer damals an unserer bischöflichen Penne auf fortschrittlich und aufmüpfig (=cool) machen wollte, kaufte danach etwas mit dem Logo von Benetton. Die ganz Coolen (damals "Popper" genannt) besorgten sich das Plakat fürs "Kinderzimmer", wie man damals gemeinhin noch sagte. Die Rechnung war also aufgegangen. Benetton setzte in den folgenden Jahren immer mehr auf Tabubrüche. Als dann der sterbende AIDS-Patient einige Jahre später auftauchte, war man doch etwas schockiert. Das Bild von einem ästhetisch männlichen Oberkörper mit unästhetischer Handprothese, wie Mumien verwickelte Personen in Stellungen, die dem Austausch menschlicher Körperflüssigkeiten dienen, die drei herausgeschnittenen menschlichen Herzen und was es sonst noch alles gab. Es sind Symptome für eine, mit Einfalls- und Geschmacklosigkeit geschlagenen Werbeabteilung oder Werbeagentur auf Talfahrt, die nur durch Überschreitung von Schamgrenzen Punkten kann. Die Auftraggeber aus der Chefabteilung Benetton scheint auch jedes Mittel recht zu sein, die Firma wieder in das öffentliche Interesse zu schieben und wenn man auch schon mal ein Bild fälschen muß und die Persönlichkeitsrechte anderer verletzt.
(ACHTUNG: IRONIEMODUS AN!) Ja wir wissen alle: Benetton will wachrütteln und auf Probleme aufmerksam machen, ist gegen Diskriminierung, für Freiheit, Gleicheit, Brüderlichkeit, Liebe, Öko und so. Klar!
Deswegen ist ja auch die soziale Verantwortung der Benetton Group so unglaublich hoch , wie man in der Erklärung von Bern aus dem Jahre 2010 nachlesen kann. Da hat Benetton im Gegensatz zu vielen anderen Firmen, die die schlechteste Einstufung für die Arbeitsbedingungen in den Erzeugerländern mit der zweitschlechtesten, also viel besser abgeschnitten. TOLL!(IRONIEMODUS AUS)
Wer etwas über die so lauteren Beweggründe der Familie Benetton wissen möchte, der kann schlicht und dumpf bei wikisowieso alles finden.
Die aktuelle Geschmacklosigkeit ist wieder zurückgenommen worden. Der Aufreger hat sein Ziel erreicht. Der Aufreger kann gehen!
Nihil novi sub sole!

Mittwoch, 16. November 2011

Ein Meditationsbild


Es ist mir schon vor einiger Zeit einmal im www begegnet und nun habe ich es auf der Seite "New Liturgical Movement" wiedergefunden.
Ein starkes Bild...
Einen guten Abend wünsche ich Ihnen und Euch.

Dienstag, 15. November 2011

Es rappelt nichts im Karton und CiG nervt

Was für ein Tag!
Weihnachten im Schuhkarton sollte aus Gründen der kulturellen Korrektness und aufgrund islamkritischer Äußerungen des Initiators nicht unterstützt werden, wenn es nach der Auffassung bestimmter Bessermenschen geht. Im Predigtgarten findet ihr mehr zu diesem neuesten Beispiel deutschen Mitgefühls.
Nebenbei nervt mich CiG mit einer höchstdämlichen Umfrage. Beispiel für eine Antwortmöglichkeit:
Die Kirche sollte...
mehr Autorinnen und Autoren wie (ACHTUNG!) MARGOT KÄßMANN oder Anselm Grün hervorbringen?
Habe ich was verpaßt? Ist sie konvertiert? Gibt es eine Werk über ihre Konversion, eine neue Apologia pro vita sua?
... Wer mal richtige Antworten abgeben will, kann das hier tun!

Freitag, 11. November 2011

Doch kein Weltuntergang!

Wer auch immer sich da mal wieder verrechnet haben sollte, Nostradamus, Chinesen, Inka, Maya, FBI, CIA... es konnte nur falsch werden! Der richtige Termin ist im Rheinland berechnet worden und schon seit den 1950ern bekannt! Jahaa, da schauen Sie nun etwas ungläubig! Das ist aber wirklich so!
Ich habe den Beweis:


Und auch die Berliner Polizei weiß es schon sehr lange, hält aber den Text zurück, sehr wahrscheinlich zur Beruhigung der Bevölkerung!
Beweis hier:



Also ist doch nur der Start in die fünfte Jahreszeit und St. Martin.
Ja dann mal: Alaaf und Helau und einen fröhlichen Start in die "Spekulatius-Saison"!

Freitag, 4. November 2011

"Thomas von ... Wie?" eine Realsatire am Freitag




"Thomas von... WIE?"
"Akwien! Ming Frau hattene Werbung för ene Jelldanlaage inne Postkasten jefunden. 13 dicke Bände för et Reaal!"
"Büscher? Thomas von Alt-wien? Dat is för misch persönlisch völlisch unintressant!"
So oder so ähnlich hätte ein Satz der beiden Herren "spitz&spitz" aus den Mitternachtsspitzen lauten können, Sie wissen schon die Typen im Jogginganzug aus "Ballongseide", Dauerwelle, Schnauzbart und Pilotenbrille (siehe oben)!
Gut, die beiden "Campingplatzfillesohfen" sind halt in ihrem Heimatidiom zwischen Kippe und Kölsch gefangen. Die wissen das nicht besser.

Wenn sich Vertreter der offiziellen Kirche zum Aquinaten, dem Doctor angelicus, äußern, ist der Ton natürlich ein ganz anderer, in der Sache kommt am Ende aber dasselbe heraus!
Aus dem Munde des Sekretärs der DBK (Achtung, es ist nicht die Versicherungsgesellschaft gemeint!) klingt das dann so, wenn ich hier einmal schamlos kath.net zitieren darf:
"DBK-Sekretär Langendörfer: Gefördert werden nur solche Veröffentlichungen, die „in einem besonderen Bezug zur Arbeit der Deutschen Bischofkonferenz stehen oder sonst wie für uns von besonderem Interesse“ seien."

Die DBK gibt also keinen Druckkostenzuschuß zur 13 bändigen Ausgabe von Thomas' Quaestiones disputatae, weil sie nicht in einem besonderen Bezug zur Arbeit der Deutschen Bischofskonferenz stehen oder sonst wie für sie von besonderem Interesse ist. Habe ich das so richtig verstanden, Pater Langendörfer? Ach, das ist ja interessant... Nun könnte man ja fragen, wenn schon St. Thomas für die DBK nicht interessant ist, welche Bücher sind es denn dann?
Also der CIC 1984 ist es auch schon mal nicht, denn da hat es ja vor Jahren bei der Druckkostenbezuschussung auch gehakt.
Ob die Messbücher (ordo originis in der Fassung von 1961) einen Zuschuß bekommen? Wohl kaum!
Ne, man kann das ja auch verstehen, also ich zumindestens. Die DBK ist ja keine Bank, die Geld verleiht oder defizitäre Projekte unterstützen kann. Schließlich ist das ja alles anvertrautes Steuergeld. Da muß man schon sorgsam mit umgehen. Sie ist ja auch nicht stark mit Aktiva versehen, wo man sagen kann: "Komm Jung, da hasse 100.000 Euro! Druck mal schön deine 13 Bände!" Ne, das wird immer wieder alles schön fest angelegt, was ja in heutigen Zeiten auch sehr vernünftig ist, wenn es nicht gerade südliche Staatsanleihen sind, haha, ... kleiner Scherz... ähem. Nein, lieber krisenfest in Konsum! Internetversand geht immer, notfalls auf Kreditkarte oder über Ommas Konto!
Und überhaupt, also jetzt mal in Ernst:
13 dicke Bände mittelalterlicher Theologie! Ich bitte Sie! Wer will den sowas heute noch lesen? Das gehört in das "special interest"-Sortiment mit hohem unternehmerischen Risiko! Allein die Nachfrage für einen Druckkostenzuschuß muß einen unternehmerisch klar denkenden Menschen stutzig machen, oder etwa nicht?
Ja meinen Sie -um mal beim Thema "Aquin" zu bleiben- der Exthomist David Berger hätte für sein Enthüllungsbuch über die "scheinhillije Thomistenszene in Europa" wegen nem Zuschuß gefragt? Der hätt zwar auch keinen von der DBK gekriegt, aber das hatte der doch gar nicht nötig! Der Jung weiß, wie man so ein Thema anpacken muß, wenn es beim heutigen Durchschnittsleser ankommen muß: Ein Band, leicht verständlicher Inhalt, ein wenig "psycho", fiese Gerüchte, nette Verschwörungstheorien, wenig Fakten, viel Emotionen und einen armen, verfolgten Untergrundkämpfer als Titelheld und Icherzähler. So muß ein Buch von heute aussehen!
Zackzackzack wird eine Auflage nach der anderen rausgeknallt und ne Tournee von und für die WiwoKise hängt auch noch drin! Nicht dreizehn dicke Bände, wo man nur die Hälfte der Seiten überhaupt lesen kann! Ich bitte Sie, wer will denn so was überhaupt ernsthaft haben?
Die plattgesparten Fakultäten und Bibliotheken werden sich diese Ausgabe kaum leisten können und auch nicht wollen. Wer bleibt (mal ganz nüchtern betrachtet) übrig?
Ich kann Ihnen das genau sagen:
Es bleibt ein kleiner, elitärer Kreis zahlungswilliger Interessenten übrig, der nicht die Interessen der... äh...
...ach, schau mal einer an...
So spät ist das schon wieder geworden?
Ich muß los!
Tschökes!

Montag, 31. Oktober 2011

Gedenktag des Heiligen Wolfgang

An diesem nicht gebotenen Gedenktag begehen die von uns im Glauben getrennten protestantischen GeschwisterInnen im Herrn das Gedächtnis an einen historisch nicht sicher belegbaren Akt. Am 31.10.1517 soll es angeblich durch den Augustinereremiten Martin Luther zu einer bis heute von den Behörden nicht geahndeten Sachbeschädigung an der Schloßkirche zu Wittenberg gekommen sein. Am Morgen jenes Tages entdeckte man an einem Portal der Schloßkirche ein Flugblatt, das mit den damals üblichen Befestigungsmitteln (Hammer und Nägel) angebracht worden war. An der Tür entstand nicht unerheblicher Sachschaden. Wenn auch nach kurzer Zeit Martin Luther für den Inhalt des Flugblattes verantwortlich gemacht werden konnte, so ist bis heute umstritten, wer für die Sachbeschädigung am Portal verantwortlich zu machen sein könnte. Daher mußten die Kosten für die Reparatur der Kirchentür von der Allgemeinheit getragen werden. Soweit zum Humor!

Heute begehen die Protestanten landauf landab diesen Tag mit den üblichen Festgottesdiensten.
Wer jetzt meint, ich hätte hier einfach als kleine Retourkutsche für das Papstbashing mal was aufgetischt, der täuscht sich. Ich habe, seitdem ich mich in der Schule mit der Reformation und ihren Folgen beschäftigen mußte, in jedem Herbst meinen ganz persönlichen "Kirchengeschichts-Blues" um den Reformationstag herum.
Warum? Nun, das hat folgende Gründe. (Ich weiß, das ist alles nicht vollständig, "holzschnittartig" etc.)
Wer sich einmal die veröffentlichten Predigten zu diesem Tag im Netz, Radio oder Fernsehen betrachtet, dem fällt etwas auf, jedenfalls ist es mir so gegangen.
Zunächst einmal ist es ein über jeden Zweifel erhabener Grundton, der die Landschaft prägt. Die Reformatoren, allen voran natürlich M. Luther, haben etwas Notwendiges und absolut Richtiges getan. Sie haben Mißstände angeprangert, haben furchtlos dem Papst widerstanden und nicht nachgegeben. Dann wird die Bibelübersetzung erwähnt und ganz am Ende vielleicht noch die bedauerliche Spaltung von Rom, die aber nur aufgrund der Halsstarrigkeit Roms und der Unwissenheit der dumpfen Kardinäle und des Papstes und der damaligen Zeitumstände passiert ist. Schließlich war das nicht Luthers Schuld. Alles in allem: Mensch, was hätten wir nur ohne den Luther Martin gemacht? Ohne Luther wären wir alle in den Kerkern der Inquisition umgekommen, dumm gehalten von einem bösen Papst und einem verdorbenen Klerus, gequält mit falschen Reliquien, durch den Kauf von Ablassbriefen ruiniert, ersoffen in einem Meer von Weihwasser und Heiligenbildchenoder im Weihrauch erstickt!
Die historische Rechnung, die man den Katholiken zu jeder sich bietenden Gelegenheit gerne aufmacht (und die dann in aller Regel nicht stimmt!), entfällt vollenends.

Ich persönlich empfinde diesen Tag nicht so sehr als Gedenktag an den mutigen Denker und unerschrockenen Prediger, den man feiern sollte. Für mich ist es eher ein stiller und trauriger Tag, wenn ich an die Folgen jenes so "unerschrockenen Tuns" denke. Wenn ich schon ein solches Datum für den Beginn der Reformation setze, so ist es ein Trauertag. Ist an diesem Tag nicht der Tatsache zu gedenken, daß die Einheit des christlichen Westens durch die Schwäche der Bischöfe, dem Hintertreiben der Fürsten und die Sturheit eines Mönches zerstört wurde, mit fatalen Folgen für die Welt und unzähligen Opfern auf allen Seiten?
Während man sonst gerne gerade von römischer Seite an entsprechenden Tagen selbskritische Einsicht und Schuldbekenntnisse einfordert, fehlt der Blick auf das durch die Reformation über Europa gekommene Elend vollends.
Wo fange ich an?
Bei den Menschen:
Man bedenke nur, welches Trauma jene durchlitten haben, die damals in den Klöstern ein Leben in Kontemplation und Arbeit führten und dann vertrieben wurden. Sie verloren ihre Heimat, ihr soziales Umfeld, ihre soziale Sicherung. Viele Frauen wurden deswegen gezwungen, gegen ihre Gelübde in Ehen einzuwilligen. Es kam zu Ausschreitungen gegen sie, angeblich auch zu Vergewaltigungen durch die "Befreier". Ordensleute, die nicht abschwören wollten, wurden des Landes verwiesen oder hingerichtet.
Wie mögen wohl die Glaubens- und Gewissensnöte jener Menschen ausgesehen haben, die als "unbeteiligte Anwohner" jene Auschreitungen miterlben mußten.
Man denke an die armen Bauern, die von Luthers radikalen Sympathisanten in einen irren Krieg geführt wurden, den sie nur verlieren konnten.
Man denke an Luthers Schriften und Ansprachen, wo er sich nicht mit den unterdrückten Bauern solidarisierte, er vielmehr nach der starken Hand der Obrigkeit schrie und die dann ganze Landstriche entvölkerte? Wer denkt über die fatalen Folgen dieser Verknüpfung von Kirche und Staat nach, die sich hier anbahnte?
Man denke an die "konfessionellen Säuberungen" in den nachfolgenden Jahrhunderten. An die vertriebenen Hugenotten denkt man immer, aber wer hat die Vertreibung der "Altgläubigen" jemals ausführlich dokumentiert?
Wer denkt an die Konfessionskriege und ihre verheerenden Folgen, allen voran der 30jährige Krieg.
Wer redet einmal kritisch auch von Luthers Antijudaismus? Wer spricht davon , daß Luther meinte, durch seine Reformation würde die Lehre Christi so rein dargestellt, daß die Juden sich bekehren müssten, Sie es nur nicht getan hätten, weil Rom das Evangelium verdunkelte? Als sie ihm aber nicht folgen wollten, wurde er im Laufe der Jahre immer härter und ausfallender gegen die "Verstockten".
Wer gedenkt der Opfer des protestantischen Sündenwahns, an die calvinistischen Überwachungssgesellschaften in den Niederlanden, der Schweiz, den USA mit ihren Gardinenordnungen und Tanzverboten, die mit ihrer verqueren Moral und Rigorosität Generationen von Menschen eingeschüchtert und seelisch verbogen haben?

Wer denkt an den Hexenwahn, der sich in besonderer Härte in den Ländern der Reformation ausgetobt hat? Wer spricht davon, daß die letzte Hexe in einem protestantischen Kanton der Schweiz ihr Leben lassen mußte?
Wer denkt an die Opfer des Kulturkampfes in Preussen? Wie viele talentierte junge Menschen sind an der Verwirklichung ihrer Talente gehindert worden, weil sie für Preussens "das falsche Gesangbuch hatten"?
Wer denkt an die verheerenden Wellen der Reformation in England und ihre unzähligen Martyrer, Opfer der dynastischen Ängste eines Königs und leerer Staatskassen, die zerstörte Kultur, das zu Unrecht eingezogene Kirchengut...?
Wer denkt an diesem Tag an die Kirchenstürme, die Zerstörung unwiederbringlichen Kulturgutes durch fanatisierten Pöbel, durchgedrehte Professoren und Pastöre, die zerschlagenen Altäre, Figuren, Orgeln, Gewänder, Reliquien, Fenster, Glocken, die abgerissenen Kirchen und Kapellen, Bildstöcke...?
Wer denkt daran, wie sehr wir wohl der Reformation den Einzug von Landessprache und Strophenlied in unsere Liturgie "verdanken", mit allen bekannt Folgen?
Wer denkt an die Verheerungen in der Alltagskultur, bis hinein in die Kochtöpfe?

Egal, wir sind ja heute total multikulti und liebe Europäer.

Am Ende wird man wieder "Ein feste Burg" gesungen haben und wird mit einem guten Gefühl und ein paar bunten Lutherklümpchen in der Tasche nach Hause gehen.
Gut, daß es Luther und Konsorten gab! Gut, daß es uns gibt, fortschrittlich, ökologisch verantwortlich denkend und überhaupt so solidarisch, kritisch,.. einfach gut für die Menschheit.

Oder ist es vielleicht doch nicht so einfach?

Freitag, 28. Oktober 2011

Wichtige Terminerinnerung!

Nicht vergessen:
Am Montag ist der Gedenktag des Heiligen Wolfgang!
Einen andächtigen Messbesuch am Christkönigsonntag wünscht
Laurentius

DBK GmbH & Co KG (PHILIPPIKA!)

Und wieder gilt es, den Originaltitel zu erraten. Den Originalband aus meiner Sammlung wird aber nicht als Preis zur Verfügung stehen.
Es ist eine Satire aus Frankreich (1976 zuerst erschienen), die sich mit den Folgen des Kapitalismus auseinandersetzt, Marktsättigung, Schweinezyklus, Verödung menschlicher Beziehungen.

Die deutschen Bistümer scheinen gelernt zu haben und haben es besser gemacht als die Helden jener Geschichte. Sie haben es auch besser gemacht, als manche andere Institution. Schauen wir uns ein paar bedauerliche Pleiten bei unseren Schwestern und Brüdern an, die noch von uns getrennt sind.

Church of England:
Diese hatten vor einigen Jahren durch ungeschicktes Bündeln von Wertpapieren den gesamten Pensionsfond der Kirche an der Börse verzockt.

EKD:
Geschickter war da schon der evangelische Kirchen Kreis Herford in Westfalen, der durch geheime Kassen in den Jahren 1967/68 bis 2011 aus einer knappen Mio gute 15 gemacht hat und zwar nicht nur vor Steuern sondern ganz ohne Steuern. Das lief Jahrzehnte wunderbar und dann kommt ein neuer Superintendent und macht den Saubermann. Alle sind zurückgetreten. Steuern wurden nachgezahlt. Der traurige Rest, ja was macht man mit den Geld?

Die deutschen Bischöfe scheinen das Portfolio der Bistümer bestens gefüllt zu haben. Weite Streuung (vom Buch bis zum Ballett) bedeutet ja zugleich Risikominderung. Reinvestieren um Marktführerschaft auszubauen, ein Gespür für die Bedürfnisse breiter Bevölkerungsschichten. Marktwirtschaftlich sehr gut gemacht. "We aim to please." "Wir möchten, daß sie zufrieden sind." Jeder gute Verkäufer weiß, wie leicht es ist, Stammkunden bei der Stange zu halten und wie schwer es ist, Neukunden zu akquirieren. Da muß man auch schon mal das Sortiment etwas erweitern, auch wenn es nicht ganz zur übrigen "Geschäftsidee" passt. Hier ist das Verkaufsmodell ganz bei den Menschen bzw. Kundenwünschen angekommen. Wenigstens schon einmal in diesem Segment des Unternehmens kann man sich da nichts mehr vorwerfen lassen. Besser geht es doch nicht! Warum nicht auch noch mit dem "Pfaffenspiegel" des Otto von Corvin nen schnellen Euro für die gute Sache machen, ja warum eigentlich nicht? Wer Erfolg haben will, muß schon mal über den eigenen Schatten springen.
Himmel, das darf doch wohl alles nicht mehr wahr sein!Als Krönung fehlte jetzt nur noch die elfteilige DVD-Box "katholisch Kamasutra" mit Darstellerinnen und Darstellern des Fernsehballetts als Eigenproduktion! Mannomann!
Ich warte jetzt nur noch auf den Verschwörungstheoretiker, der mir erklärt, warum da jetzt so böse auf die Kirche, Tänzer und Versandhausmitarbeiter eingedroschen wird!
Vielleicht ist das auch eine blosse Neiddiskussion, eine Hetzkampagne! Genau! Hier wird in einer Zeit wirtschaftlicher Schwierigkeiten der Kirche wieder einmal nicht der Erfolg gegönnt! Man will der finanziell so potenten deutschen Kirche an die Wäsche, so ist das nämlich! Vielleicht die Mitanbieter? Oder war es die EKD, die sich auf einmal im "Zwischenmenschlichen" links überholt sieht? Oder die Giordano-Bruno-Stiftung, die Bilderberg Konferenz oder vieleicht sogar Professor Moriarty?

Hochgeschätzte, hochverehrte Exzellenzen im Bischofsamt!
Als einfacher Laie und unwürdiger Diener meines Herrn, mit vielen Sünden befrachtet, wie zum Beispiel mit meinem immer wieder aufbrandenden Zorn, möchte ich Euch meine Befürchtungen mitteilen.
Kommen wir einmal zum eigentlichen Kerngeschäft!
Diese Versandhausaffäre wird der deutschen Kirche endgültig das Genick brechen, wenn es um Fragen der Moral im gesellschaftlichen Diskurs geht. Dieser angeblich nur 0,17% kleine "Erotik"-Anteil des Sortimentes wird, wenn die Medien sich erst einmal richtig darauf eingeschossen haben, der Untergang im Ansehen des Volx bedeuten. Ich befürchte in diesem Segment einen Totalverlust = 100%!
Es wird das Grunddisaster für alle, die sich demnächst noch in Talkshows wagen.
Wenn Ihr die Glaubensstärke derer, die sich noch zu Kirchen halten, auf die Probe stellen wollt, dann ist Euch das gelungen. In den Gemeinden versuchen KatholikInnen die Grenzen zwischen Esoterik und Evangelium nicht verschwimmen zu lassen, werden jugendliche Aussteiger aus satanischen Kulten begleitet und woanders werden Büchlein über Edelsteintherapien und Startersets für die Kontaktaufnahme mit dem Durcheinanderwerfer verhökert! Als kirchlicher und marktwirtschaftlicher Laie habe ich da ein Problem mit meiner kleinlichen Beschränktheit! Ich habe nun mal nicht Milton Friedman gelesen, nur Martin Buber, für den Erfolg bekanntlich kein Name Gottes ist. War das ein Fehler? Muss ich Friedman lesen, um es zu verstehen?
Exzellenzen, es wird sehr viel Kraft kosten, wenn man sich in Zukunft noch öffentlich als Katholik zu erkennen geben wird. Es wird sehr schwer sein, als loyaler Katholik Worte der Erklärung und des Schutzes für die Bischöfe und gegen die Tiraden der Gegner zu finden, ohne sich in den Augen der Gesellschaft einer Lüge oder der Blödheit schuldig zu machen. Wie soll ein Katholik wie ich, der seine Bischöfe achten und schützen will, unter diesen Voraussetzungen für Euch noch eine Lanze brechen? Die üblichen Ausweichmanöver der Presseabteilungen halte ich -mit Verlaub- für einen sehr ungeschickten Versuch, von den seit spätestens 2008 in einigen Ordinariaten bekannten Fakten und der nachfolgenden Untätigkeit abzulenken.
Ihr entwaffnet uns!
Für alle, die sich an ihrem Platz in Welt und Kirche für die Neuevangelisierung Europas einsetzen, wird Hohn und Spott die Folge sein und der Vorwurf der Bigotterie und Verklemmtheit. Wie sollen Seelen von der Heiligkeit Gottes etwas spüren können und zum Heil in der Gemeinschaft Christus kommen, wenn für ein Linsengericht, ... , Ihr bringt mich um meinen Nachtschlaf, ach,
... Exzellenzen, vergessen sie bitte diesen Beitrag! Entschuldigung! Ich nehme alles zurück! Entschuldigen Sie die Störung!

Christe qui lux es et dies,
Noctis tenebras detegis,
Lucisque lumen crederis,
Lumen beatum praedicans.

Precamur Sancte Domine,
Defende nos in hac nocte,
Sit nobis in te requies,
Quietam noctem tribue.

Ne gravis somnus irruat,
Nec hostis nos surripiat,
Nec caro illi consentiens,
Nos tibi reos statuat.

Oculi somnum capiant,
Cor ad te semper vigilet,
Dextera tua protegat
Famulos qui te diligunt.

Defensor noster aspice,
Insidiantes reprime,
Guberna tuos famulos,
Quos sanguine mercatus es.

Memento nostri Domine
In gravi isto corpore,
Qui es defensor animae,
Adesto nobis Domine.

Deo Patri sit gloria,
Eiusque soli Filio,
Cum Spiritu Paraclito,
Et nunc et in perpetuum. Amen.

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Wutbürger - Psychogramm eines Ideals

Wir haben es ja seit Sturrgert 21 mit einem ganz neuen Phänomen zu tun. Nicht nur junge, enthusiasmierte Menschen gehen für eine bessere Welt auf die Straße. Nein, auch die ältere Generation über 50 steht auf, kämpft für alte Bäume, Juchtenkäfer und Denkmale der Baugeschichte, die sie in ihrer aktiven beruflichen Zeit "ohne mit der Wimper zu zucken" noch mit Abrißbirnen behandelt hätte.
Man ist gut organisiert. In Stuttgart ist man auch fachlich gut aufgestellt, wie die endlosen Übertragungen aus dem Rathaus zeigten und ist in der Lage, Alternativlösungen zu entwickeln. In Kirchenfragen wird übrigens diese mangelnde fachliche Vorbereitung durch Engagement und hohe Emotionalität bei den Vorträgen wettgemacht.
Einsicht in Notwendigkeiten?
Gesellschaftlich motiviertes Engagement?
Was macht eigentlich einen Wutbürger aus?
Woher kommen sie jetzt auf einmal alle?
Haben wir es mit 68er Nostalgie zu tun?
"Wat isse ne Wutbürger?" (frei nach Heinrich Spoerl)
Die Fragen haben sich auch einige Forscher in Deutschland gestellt. Die Antworten dazu bietet nun die "Junge Freiheit" (Nr. 43/11 vom 21.10.2011, S. 6). Eigentlich bringt diese Studie nichts Neues. Was nun gleich in Kürze dargestellt wird, haben sicherlich schon viele von uns geahnt. Besonders wenn man sogenannten "Wutkatholiken" begegnet, hat man so seine Zweifel an den hehren Zielen mancher Vertreter dieser Gruppe von Aktivisten.
Nun sind wir aus dem Bereich der Vermutung und der unchristlich bösen Unterstellung heraus.
Fakten, Fakten Fakten!
Der Göttinger Politikwissenschaftler Franz Walter vom Institut für Demokratieforschnung hat ein Psychogramm entworfen und gleichzeitig soziales Herkommen, Bildung etc. untersucht.
Der Wutbürger ist in der Regel über 50, meist männlich, hat eine universitäre Ausbildung genossen, ist finanziell (noch) sorgenfrei. 30 % von ihnen sehen sich politisch "ganz links". Er ist bisher nicht an Protestaktionen beteiligt gewesen.
Ginge es jetzt um andere Bereiche, so würde man man sicherlich von einer Bedrohung der Gesellschaft durch finanziell potente Extremisten oder Fundamentalisten sprechen, von einer noch nicht bekannten Anzahl möglicher Schläfer... Egal!
Aber wofür kämpfe sie und stehen sie ein, diese auf Krawall gebürsteten Senioren?
Die Diagnose des Institutes ist erschütternd!
Sie gehen nur für jene Probleme auf die Straße, die das eigene traute Heim oder den Grünstreifen vor dem Haus betreffen, also Windräder, Strommasten, Startbahnen in nächster Nachbarschaft oder die Gassistrecke durch den schönen Hofgarten. Die mit Verve verteidigten Interesse der Gesellschaft sind in der Regel als ortsnah zu bezeichnen. es geht immer um Projekte in der Nähe ihres eigenen Grundstückes, weil sie Wertverluste ihrer Immobilien oder Beeinträchtigungen ihrer Mittagsruhe und Gartenpartys durch Lärm von außen befürchten. Der Juchtenkäfer ist also ein Bonus in der Argumentation und nicht der Grund für sie.
Sie wollen Basisdemokratie, wenn es um die Wahrung ihrer Interessen geht und das Ergebnis den Wünschen entspricht. Es geht um Besitzstandswahrung, Deutungshoheit und die Ruhe in den eigenen vier Wänden. Vorgartenfundamentalismus!

Das wenig schmeichelhafte Ergebnis von Franz Walter in drei knappen Worten: "Alt, stur, egoistisch".
Und dort wo es gerade keine Bahnhofsprojekte, Windräder oder Landebahnen gibt, füllen die älteren Herrschaften mittlerweile Kirchen und Gemeindesäle, um für einen angstfreien Dialog auf Augenhöhe zu sorgen.

Also doch kein "demokratischer Frühling"!
Neobiedermeier!

PS: Wer weiß, an welches Werk der deutschen theologischen Forschung sich der Titel anlehnt, der kann das Original aus meinen eigenen Beständen gewinnen!
Na, wer traut sich?

Dienstag, 25. Oktober 2011

Ende der Funkstille

Liebe Leserinnen und Leser,
in den letzten Wochen gab es für mich viel zu tun und somit blieb leider keine Zeit für einen Eintrag auf dieser Seite.
Es reichte noch nicht einmal dafür, mich auf der Nachprimiz von Alipius in Bilk sehen zu lassen, obwohl es für mich um eigentlich fast ein Heimspiel war. Mein geistliches Leben reduzierte sich auf den Besuch der Sonntagsmesse in meiner Ortspfarrei, also eine ernste Situation. Und keine Zeit zum Bloggen!
Ach, es hätte so viele nette Anlässe für den einen oder anderen Eintrag gegeben!
Z.B. die Nachwirkungen des Papstbesuches in deutschen Landen.
Ein Vergleich zwischen Gregor Gysi und der "kässen" Margot hätte sich angeboten. Wer hat mehr verstanden; wer hat besser zugehört? Für mich geht der Punkt eindeutig an den Anwalt und Politiker aus Berlin.
Der BDKJ war nicht nach Rom eingeladen! Och, wie gemein war das denn?

Was mich als Ruhri aber besonders packte und packt, ist die Entwicklung des sogenannten Dialogprozesses im Ruhrbistum.
Dem Papsttreuen im Pott sei an dieser Stelle mal nen herzlichen Gruß übern Gartenzaun geschickt. Hömma Kollege, klasse! Mama ruich weiter!

Was sich da momentan so ereignet, wächst sich für mich immer mehr zu einer Art ausführlichen Anmanese aus, die den bedenklichen Gesundheitszustand der Kirche im Ruhrgebiet versucht zu ermitteln. Es ist derart erschüttternd schlimm, da bleibt mir manchmal die Spucke weg. Die Generation der silbernen Wutbürger schreit, schubst und boxt sich durch die Diskurse, wenn sich die wenigen Vetreter der kirchlichen Zukunft mit ihren Wünschen für Gegenwart und Zukunft zu Wort melden. Wer schlicht und ergreifend den Wunsch äußert, einfach mal wieder katholisch sein zu wollen, muß mit Empörung rechnen.
Empörung, wenn ich das schon höre, Empörung!
Es ist das neue Modewort für alle, die sich gegen jede Form moralischer und dogmatischer Vorgaben verwahren und mit im tiefen Brustton ihrer festen inneren Überzeugung ihre moralische Entrüstung über eben diese römische Anmassung zum Besten geben. Klassee!

Man steht auf. Man läßt sich nicht mehr gefallen, man erhebt, man hebt sich empor. Und mit diesem Emporkommen, kommt auch alles hoch.
Man erhebt sich, weil man es vermeintlich besser weiß, man ist sprichwörtlich klüger als der Papst. Die sich Erhebenden lächeln erhaben über den Papst, die Kirche und die Unerleuchteten, in aller unbotmäßigen Überheblichkeit. Ja es ist Aufstand. Es ist eine Revolution, im Sinne einer protestantischen Reformation nur ohne führenden und denkenden Kopf. Und wie zu Zeiten der Reformation sind die Bischöfe wieder still, schätzen die Lage anders ein, beschwichtigen die Lager, obwohl es ja eigentlich gar keine Lager gibt. Sie stehen in der Verantwortung, gegen diesen Aufstand vorzugehen. Aber wo ist zwischen diesen gut beratenen und gecoacheten Personen die Persönlichkeit, die wie Bonifatius zu den Friesen geht und unerschrocken das Evangelium verkündet oder wie Liudger mal anfängt, den Wald kleiner Donareichen zu roden, der sich in den letzten 45 Jahren selbst ausgesät hat?
Die vox populi sine Deo nörgelt und johlt durch die Lande. Aber was soll es?
Der Aufstand ist schon lange gescheitert. Was immer er auch noch für Folgen haben wird. Es ist das letzte Aufbegehren, der Volkssturm vor der Kapitulation.
Denn der Anfang des Aufstandes war zugleich sein Ende. Es hat nur noch keiner gemerkt.
Es ist so einfach:
Man hat das Knien aufgegeben und ist im Stuhlkreis auf dem Hintern gelandet.

Warum ich so spitzzüngig bin, hat einen Grund. Ich las bei kath.info einen Artikel über die Volxversammlungen im Bistum Essen. Es waren ein paar Sätze, die mir alles noch einmal klar und deutlich vor Augen stellten und mich zutiefst erschütterten.

Zitatanfang:
Um unseren Tisch zieht ein emeritierter Theologieprofessor seine Runden. Gut erinnere ich mich noch, wie er auf einer anderen Veranstaltung, den Bericht über die eifrige Wahrnehmung der eucharistischen Anbetung auf dem Weltjugendtag mit dem Ausspruch kommentierte: “Wir (!) haben das II.Vatikanum doch nicht gemacht, damit die Leute jetzt wieder anfangen, diese Oblate anzubeten.”
Zitatende

Also: Weiterknien und bloß nicht hinsetzen und ne Runde "Extraknien" für alle, dat nich mehr hinkriegen!

http://www.katholisches.info/2011/10/05/%e2%80%9eaggressiv-vorgetragene-statements%e2%80%9c-was-bezweckt-der-%e2%80%9eergebnisoffene-dialogprozes%e2%80%9c-der-deutschen-bischofe-%e2%80%93-teil-3/

Freitag, 30. September 2011

Tag des deutschen Butterbrotes

Der Papstbesuch liegt nun einige Tage zurück. Die Medien widmen sich anderen Themen und die Manöverkritik ist auch so gut wie abgeschlossen. Die gesammelten Peinlichkeiten dieser Tage verblassen ein wenig, die Worte und Gesten des Heiligen Vaters wirken nach. Die spontane Freude und Begeisterung über das von ihm Gesagte weicht zugunsten einer tiefen Nachdenklichkeit.
Es gibt einiges zu tun. Manches kann ich selbst für andere und auch für mich tun. Andere Dinge und Umstände gilt es, auch einfach auszuhalten. Nichstdestotrotz träume ich manchmal günstigeren Umständen für die Kirche Gottes in den Ländern deutscher Zunge und wie man sie beschleunigt herstellen könnte. Es gibt einige, die doch in den letzten Wochen deutlich gezeigt haben, daß sie den vielfältigen Herausforderungen, die "die Verheutigung des Glaubens" an die Verkünder des Wortes stellen, kaum noch gewachsen sind. Andere hingegegen, die mit tiefem Glauben, Bildung, Schwung und hoher Medienkompetenz einen enormen Innovationsschub für den Glauben und die Zukunftsfähigkeit der Kirche hervorbringen könnten, werden durch überkommene Strukturen aus den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts an der Entfaltung ihrer Begabungen gehindert.
Es wäre nicht viel, nur ein paar Unterschriften auf entsprechenden Dokumenten. Ein paar Entlassungen in den wohlverdienten Ruhestand, Umbesetzungen, Neuernennungen, die Einrichtung einiger neuer Ämter, nicht viel, ein paar Striche auf dem Papier...
Ein Seufzer entringt sich meiner Brust. Wie schön wäre so ein Ordre de Mufti! Aber greift mich da der Versucher an?
HeRR, DEIN und nicht mein Wille geschehe!
Für die Zwischenzeit suche im Internet immer mal wieder jene herzhaften und wohltuenden Schmankerl auf, die in den katholischen Medien angeboten werden und die etwas Abseits des Caterings jener deutschen kirchlichen Grundversorgung liegen, das mit Schnittchen, Plätzchen und abgestandenem Filterkaffee bei mir nur noch Sodbrennen und Völlegefühle fördert.
Bei Gloria.tv (Italien) fand ich folgendes Beispiel für frische, delikate Kost:
Hendrik M. Broder, Fürstin Gloria von Thun und Taxis, der Filmemacher Ingo Lachner und
Monsignore Dr. Wilhelm Imkamp!

O'zapft is!
Ein schönes Wochenende, einen andächtigen und gesegneten Sonntag und allen Deutschen zusätzlich viel Freude am arbeitsfreien Montag!

Ach, apropos "Schnittchen": Für Katholiken mag heute der Gedenktag des Heiligen Hieronymus sein. Viel wichtiger ist heute jedoch für die deutsche Lebensmittelindustrie der "Tags des deutschen Butterbrotes"!

Mittwoch, 28. September 2011

Betonköpfinnen




Sicherlich war das alles schon längst vorbereitet, aber im Nachgang des Besuches unseres Heiligen Vaters im Ländle der Reformation bekommt diese Aktionswoche der sogenannten "kfd" ein besonderes Geschmäckle. So frage ich mich gerade:
Ist diese Aktion jetzt einfach nur von Erstarrung im Amt und Unwissenheit oder schon von Verstocktheit geleitet?
Eines ist sicher:
Da ist Nachschulung angesagt!
Titel der Meldung:
Geschieden-Wiederverheiratete nicht von Sakramenten ausschließen: Katholische Frauengemeinschaft startet bundesweite Unterschriftenaktion


Ich möchte an dieser Stelle eindringlich warnen und der kfd widersprechen! Hier verbreitet die kfd Fehlinformationen! Diese "Problemgruppe" ist durchaus zu den Sakramenten zugelassen. Wer jedoch im Zustand der schweren Sünde lebt, der sollte vor dem Kniefall an der Kommunionbank im Beichtstuhl gewesen sein. Hier scheint den Damen der sakrametale Notfallplan unserer Kirche für die Begleitung in Lebenskrisen leider nicht vorgelegen haben.
Auf der anderen Seite ist es doch so einfach zu merken:
Überfall: Polizei: 110 (bundesweit), Brand: Feuerwehr: 112 (bundesweit) steht in jedem Telefonbuch; Schwere Sünde: Beichtstuhl (weltweit) steht in jedem Katechismus!

Aber den Blick in dieses, unter Katholiken nur wenig verbreitete, Buch ist nicht notwendig. Auch wer sich aus ideologischen Gründen lieber an "Jesus und die Urkirche" halten will, findet seine Referenzstellen. Denn das etwas unbedarfte Feiern der Gemeinschaft kann so seine Folgen haben, wenn man alleine mal in das NT schaut. So warnt schon St. Paul in 1. Kor 11,27ff. davor, 'daß man sich das Gericht anessen kann', wie man in protestantischen Kreisen früher gerne übersetzte.
Wenn also die Kirche schwere Sünder von der Eucharistie ausschließt, so tut sie dies nicht, weil sie gerne Menschen mit gebrochenen Biographien öffentlich stigmatisieren will, sondern um sie auf ihre "spirituelle Notlage" hinzuweisen, sie zu Selbsterkenntnis, Einsicht und Umkehr zu bewegen, ohne die eine solche Krise nicht bewältigt werden kann. Desweiteren sei darauf hingewiesen, daß sich die Sünder durch ihre Tat selbst aus der Eucharistiegemeinschaft ausschliessen. Wenn sie sich also z.B. durch diesen Schritt der staatlichen Wiederheirat selbst aus der Gemeinschaft ausgeschlossen haben, so ist die kirchliche Strafe des "de-facto-Ausschlusses" eigentlich nichts anderes als eine freundliche Erinnerung der Kirche, daß etwas in Unordnung gekommen ist, was der dringenden Korrektur bedarf. Diese kirchliche Strafe ist dabei - um ein Wort zu benutzen, welches beim Papstbesuch so gerne von den verdienten Aktivisten unserer Leitungskader benutzt wurde - eine gelungene "Verheutigung" dessen, was in aeternum auf dem Spiel steht. Es ist ein Akt der Barmherzigkeit und der Liebe zu den Schwestern und Brüdern, die nicht wissen, daß etwas sehr Ernstes auf dem Spiel steht.
Das scheinen auch einige Funktionärinnen vergessen zu haben!
Offensichtlich verwechselt die Leitung der "kfd" eine gescheiterte Ehe mit Pech beim "speed-dating".
Es geht um die Sakramente der Kirche.
Es geht um die Gebote Gottes und das gefährdete Seelenheil, meine Damen!
Wers lesen will, muß klicken.

Dienstag, 27. September 2011

Man nimmt übel!

Es gibt die Medien, für deren vernünftige Anwendung man heute ja Medienkompetenz entwickeln muß. Noch viel wichtiger erscheint mir neben dieser ein gerüttelt Maß an Bildung und Charakterfestigkeit, denn von den klassischen Medien Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen selbst darf man keinerlei Kompetenz erwarten. Bei mancher Übertragung des "Zweiten" habe ich am Ende die Mitteilung vermißt, was ich gewinnen kann, wenn ich alle Fehler dieser Sendung erkannt habe. Oder habe ich nur zu früh abgeschaltet und kann deswegen jetzt kein Abendessen mit Aloys Glück gewinnen? Na, da hab ich aber Pech gehabt!
Wie auch sonst das Fernsehprogramm zu einem großen Teil aus Wiederholungen besteht, war auch das Sammelsurium an geäußerten Vorbehalten, Kritiken und vorgeführten Kommentatoren und Kritikern ein unamüsanter Griff in die Mottenkiste. Neben den alten Kassenschlagern "Küng Kong und der weiße Mann" durfte natürlich unser Evergreen im Lederkostüm nicht fehlen, die Rose vom Baldeneysee, "uns Uta". Daneben wurden wieder klassischen Strickmoden aus Paderborn vorgeführt, während der Chor der Bekenntnislosen mit verbissenen Gesichtern vom fröhlichen Leben der Atheisten singen. Kaum ist das verklungen, zog schon das Ballett der nörgelnden Nichtpriesterinnen und gaben eine Freestyle-Performance über die seit 2000 Jahren unterdrückte Frau. Einer der Höhepunkte dieser Geisterbahn war eine "katholische Lobbyistin" (???), die in einer Pariser Kirche im Flüsterton "Insiderinformationen" raustuschelte, die mit den Realitäten des Vatikans genauso viel zu tun haben, wie Rotkäppchen mit einer Anleitung zur Haltung von Hunden, nämlich ÜBERHAUPT GAR NICHTS!
Grauenhaft!
Zur Krönung dieser Dauerparty im Deviantenstadl stimmte dann die Saalräumerkapelle "Die Obergreiner" das Lied "Lebt den der alte Deschner Heinz noch, Deschner Heinz noch, Deschner Heinz noch?" an. Und beim Mitbrüllvers dieses High-End-Power-Schunklers aller Kirchenskeptiker "Ja, er lebt noch, er lebt noch, er lebt noch, er ist noch nicht tot!" kam er aus den Kulissen und gab einen nach dem anderen zum Besten. Wahnsinn!!! Es war wie bei Nonstop Nonsens nur leider nicht so lustig.
Daneben gab es ja noch die sogenannten Gastgeber, die sich mal wieder von der allerbesten Seite gezeigt haben!
Die B-Promis aus den Reihen des ZKs kamen ebenso zum Zuge wie die ewig Unvermeidlichen, die A-Promis der Bundespolitik. Wer in diesen Tagen Frau Merkel, Lammert, den Bundespräsidenten und die Hinterbänkler der Kirchenpolitik erlebt hat, der weiß, warum Politikverdrossenheit in unseren Tagen schlimmer verbreitet ist als die Pest im Mittelalter. Sie sind nämlich weder in irgendeiner Weise vorbildlich, noch haben sie irgendetwas von Interesse beizutragen. Das unterscheidet sie diametral vom Heiligen Vater. Dieser Unterschied war derart deutlich, daß es zum fremdschämen war. Eines Ströbeles bedurfte es da schon lange nicht mehr. Der Bundestagspräsident reichte vollkommen! Gegen den Katholiken Lammert stach ein Gregor Gysi in einer Weise positiv heraus, ... Danach war wohl jedem klar, wie groß der Schaden ist, den die Lauen der Kirche zufügen. Ein aufrechter Gegner und aufrichtiger Denker mit Manieren und Anstand ist ... ach,... da half nur noch eine großer Calvados! Prost Gregor!

Der Heilige Vater hat uns das geistige und geistliche Vakuum "in diesem unseren Lande" vor Augen geführt. Die Liebe Christi ist sein Thema und seine begeisternde Perspektive für die Zukunft dieser Welt. Die Vertreter der Werktätigen, äh der engagierten LaiInnen hingegen wiederholen ihre erstarrten Forderungskataloge der späten 1960er Jahre.
Ecclesia amans versus ecclesiola protestans. Die ewige Frische des Dogmas traf auf angestaubten Dogmatismus. Nie wurde klarer, wie sehr die deutsche Kirchenprovinz einen Globalisierungsschub benötigt.

Nun ist er wieder weg und das Establishment nimmt übel genau wie damals, als Gorbatschow dem anderen ZK auf deutschem Boden die Leviten gelesen hatte.

Wollen wir das Beste hoffen!

Donnerstag, 22. September 2011

Was für ein Feuerwerk!

Der Heilige Vater ist in der Heimat angekommen und sprüht Geist.
Die Rede im Bundestag,... Benedikt XVI. at his best! Hochform, Bestform, Begnadung.
Wie provencalisch und kleinkariert wirken unser oberster Winkemann und der Reform(haus)katholik Lammert mit ihren Wortbeiträgen dagegen. Es ist zum fremdschämen schlimm.
Herr Ströbele hat es irgendwie nicht fassen können! Weswegen er wohl den Saal verlassen hat?
Intellektuelle Frustration? Vielleicht! Schlechte Manieren auf jeden Fall.
Möge Gott unserem Heiligen Vater weiterhin so beistehen und ihn leiten.
Tu es Petrus!!!

Mittwoch, 14. September 2011

Kreuzerhöhung

Fest, II. Klasse, Gloria, Credo.
"Heute begeht die Kirche das Gedächtnis an den Triumphzug, in dem der griechische Kaiser Heraklius das heilige Zeichen unserer Erlösung nach Jerusalem zurückbrachte, nachdem es eine Zeit lang in den Händen der Perser gewesen war." (Schott)

Wir erleben, wie sich die Medien in den letzten Tagen vor dem Besuch des Heiligen Vaters verhält. Politiker verschiedener Lager zeigen, wie es um die von ihnen postulierte Freiheit und Toleranz bestellt ist.
Künstler und Journalisten zeigen ihr mangelndes Mitgefühl für die Opfer des 11. September 2001. Dank der hellsichtigen Analyse von Hendryk M. Broder (Danke, Elsa!) ist mir dieser Abgrund deutlich geworden.
In der westfälischen Provinz sägt die Dorfpresse in aller, unserer Zeit leider sehr gemäßen, Stumpfheit an den Grundpfosten der eigenen christlichen Identität. Der ganz normale, alltägliche Wahnsinn einer immer gefühlloser werdenden Welt.
Das Kreuz ist der heutigen Gesellschaft nicht mehr zu vermitteln. Es ist unzeitgemäß, genauso wie damals auf Golgatha, wie es zu Zeiten des Paulus eine Torheit und ein Ärgernis war, wie zu allen Zeiten. Gott ist nicht einfach Gott geblieben. Er ist Mensch geworden. Er ist aus der Allmacht in die Sphäre unserer Ohnmacht getreten und ist den Weg des Menschen gegangen, den Weg in den Tod, den Tod, der nicht mehr der Tag der Entscheidung über Wohl oder Wehe ist,sondern das Ende der Wertschöpfung und des Genusses hier darstellt. Das Kreuz ist die bohrende Anfrage nach dem Ziel des Lebens. Das Kreuz drängt zur Haltung jenseits aller flüchtigen Meinungen. Man kann vor ihm flüchten oder es in Liebe und im Glauben dankbar annehmen. Dann wird auch der Hymnus des Venantius einleuchten. Denn das Kreuz weist über Golgatha den Weg, in den Garten, zum Grab, über das Grab hinaus. Aber auch das ist kaum vermittelbar!

Aus dem Hymnus zu Ehren des hochheiligen Kreuzes

Crux fidelis, inter omnes arbor una nobilis,
Nulla talem silva profert flore, fronde, germine,
Dulce lignum dulce clavo dulce pondus sustinens.

Flecte ramos, arbor alta, tensa laxa viscera,
Et rigor lentescat ille, quem dedit nativitas,
Ut superni membra regis mite tendas stipite.

Sola digna tu fuisti ferre pretium saeculi
Atque portum praeparare nauta mundo naufrago,
Quem sacer cruor perunxit fusus agni corpore.

[Aequa Patri Filioque, inclito Paraclito,
Sempiterna sit beatae Trinitati gloria;
Cuius alma nos redemit atque servat gratia.]
Venantius Fortunatus (+ um 600)

Hierzu die gut singbare Übersetzung aus dem Deutschen Antiphonale I, S. 268:

Heilig Kreuz, du Baum der Treue,
edler Baum, dem keiner gleicht;
keiner so an Laub und Blüte,
keiner so an Früchten reich:
Süßes Holz, o süße Nägel,
welche süße Last an euch!


Beuge, hoher Baum, die Zweige,
werde weich an Stamm und Ast,
denn dein hartes Holz soll tragen
eine königliche Last.
Gib den Gliedern deines Herren
an dem Stamme linde Rast!

Du allein warst wert, zu tragen
aller Zeiten Lösegeld;
du, die Arche, die uns rettet
aus dem Schiffbruch dieser Welt.
Du, gesalbt vom Blut des Lammes,
Pfosten, der den Tod abhält.

Lob und Ruhm sei ohne Ende
Gott, dem höchsten Herrn, geweiht.
Preis dem Vater und dem Sohne
Preis dem Geist der Heiligkeit,
dem dreieinen Gott sei ewig
alle Macht und Herrlichkeit! Amen.
(Münsterschwarzach 1970)

Montag, 12. September 2011

Hilferuf

Aus einer Stauseestadt am nördlichen Rand des Ruhrgebietes ereilt dieses Weblog ein Hilferuf.
Auch dort hat sich die örtliche Presse offensichtlich mit wenig Sachkenntnis, dafür aber mit populistischen Mitteln auf die Kirche Gottes eingeschossen.
Auf der Internetseite der Dorfzeitung ist seit einigen Tagen ein "Voting" über eine große Prozession der Innenstadtpfarrei eingestellt. Die sog. "Große Kreuztracht" der Pfarrei St. Sixtus findet heuer zum 275. Male statt. Wer mehr Informationen zum wundertätigen, gotischen Gabelkreuz zu Haltern etwas erfahren möchte, kann das über über die Seite des Bistums oder die Veröffentlichungen des dortigen Heimatvereins tun.
Der Zeitung scheint keine Zeit für die Recherche und die Lektüre dieser verlinkten Broschüre gehabt zu haben. Die Formulierung verrät die Quelle: Es muß ein hausinterner Veranstaltungskalender sein!
Hier die Formulierung der Umfragefrage:

"Ist die Kreuztracht noch zeitgemäß?

Am Sonntag (18.9.) findet die 275. Kreuztracht statt. Ist die Veranstaltung noch zeitgemäß?"

Wer das kommentieren möchte, kann das gerne hier im Kommentarbereich tun oder einen schönen Leserkommentar auf der Seite der HZ hinterlassen. Ich habe dafür momentan keine Worte.

Wer der ohnehin von der kommenden Großfusion gebeutelten Gemeinde (übrigens ein Doppelwallfahrtsort, der sich im Internet nicht darzustellen weiß!) ein wenig geistliche Unterstützung zukommen lassen möchte, tue das bitte im Gebet.

Wer daneben noch eine praktische Unterstützung geben möchte, der gebe doch seine Stimme im Sinne der Traditionspflege auf der Seite der HZ ab. (Abstimmungsfeld ist im rechten Block unter "Meistgelesen")
Auch eine mehrfache Abgabe ist übrigens durchaus möglich, wenn man z.B. für einen Verwandten oder Freund mitstimmen möchte der gerade nicht an den Rechner kommt....

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Dienstag, 6. September 2011

Das Märchen vom Löwen und seiner Geliebten

Ein guter Freund hat mich auf ein Buch aufmerksam gemacht, über das sich der momentane Bischof von Münster, Msgr. Dr. Felix Genn, mit Schwung und völlig rechtens aufgeregt hat.
Ein bisher unauffälliger Schriftsteller hat einen Roman über den Löwen von Münster geschrieben. Da es dem Autor - wie heute üblich - mehr daran gelegen ist, den "Menschen Clemens August Graf von Galen" der Leserschaft näher zu bringen, werden seine Makel, Schwächen und Gebrechen vor der Leserschaft ausgebreitet. Da es dem Autor jedoch nicht genug "Allzumenschliches" aus der Vita des Seligen Clemens August zu berichten gibt, wird die Story aufgepeppt, Sachverhalte frei erfunden und die (Welt-)Geschichte einfach umgeschrieben. Um z.B. die Dramatik zu erhöhen, stirbt der Rabbiner, der nachweislich mit seiner Familie vor den Nazis flüchten konnte, in einem KZ. Andere Personen, wie z.B. der große Josef Pieper oder Mitarbeiter des Bischofs werden in einer Weise dargestellt, daß man sich nur wundern kann. Die ganze Story kommt als fiktive Memoiren einer Haushälterin daher, die der Kardinal in jüngeren Jahren geschwängert habe.
Die Historikerin Ingrid Lueb hat ein Zitat des Autors Roland E. Koch veröffentlicht, was den angeblich so hehren Motiven des Autors (... den Menschen von heute den Menschen von Galen näher bringen,...) einen etwas anderen Beigeschmack gibt:
>>Roland E. Koch im WDR 3 Mosaik-Interview 26.8.2011, Podcast. „es hat mich königlich amüsiert, diesem steifen, ernsten, katholischen, deutschen Mann eben auch noch andere Seiten zu geben.“<<
Well, do we need further evidence? SEMPER IDEM!
I rest my case, Mylord!

Wer es genauer haben will, der lese bei amazon die Rezensionen und bei der WA die Berichte inkl. der Kommentare.

Ich persönlich möchte jedoch zu einem humorvollen Umgang mit diesem Buche raten.
Nicht aufregen und nicht mit zuviel Publizität ehren!
Geben wir ihm lieber einen Ehrenplatz neben anderen Werken, die uns die großen Gestalten der Weltgeschichte ganz menschlich und privat näher gebracht haben.
Denken wir nicht an Hochhuth oder Deschner!
NEIN!!! WEIT GEFEHLT!!!
Denken wir an das Ereignis der deutschen Literaturgeschichte, das uns unvergessliche Sterrnstunden der Menschlickeit beschert hat!
Getränke nachfüllen!
Bequeme Sitzhaltung einnehmen!
HIER KLICKEN!

Montag, 5. September 2011

Die EKD hat Probleme mit Napoleon!

Die etwas reisserische Überschrift bezieht sich auf einen Artikel bei kath.net.
Dem gebildeten Leser werden Begriffe wie "Reichdeputationshauptschluß" und "Säkularisation" nicht unbekannt sein. Mancher wird sich mit Grausen an die Berichte erinnern, wie sich weltliche Herren an den Besitztümern von Orden und Bischöfen gütlich hielten, Kulturschätze unter den Hammer kamen und unwiederbringlich zerstört wurden.
Der weltliche Besitz der Kirche im Bereich des Heiligen römischen Reiches deutscher Nation verschwand von den Landkarten. Selten jedoch waren die neuen Herren die begrüßten Befreier, wenn es auch die säkulare Geschichtsschreibung gerne so darstellte.
(Nebenbei sei noch bemerkt, daß durch die Aufhebung der geistlichen Gebiete und die Aufhebung der Klöster auch das katholische Bildungswesen zerfiel, was auf dem Gebiet des späteren deutschen Kaiserreiches zur Monopolisierung protestantischer Bildungsziele und -ideale führte. Aber das is ein anderes Kapitel. Borutta lesen!)
Nun hat die Bundesrepublik Deutschland als Rechtsnachfolgerin der vorherigen Staaten die Entschädigungszahlungen für diese Enteignungen weiterhin bezahlt, genauso wie die Zahlungen für den WK I ja auch noch bis vor einiger Zeit liefen.
Aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen rüttelt nun die EKD ( in persona Prälat Bernhard Felmberg, Bevollmächtigter der EKD beim Deutschen Bundestag) an diesen grundgesetzlich verankerten Entschädigungen und will die "für den Bürger nicht nachvollziehbaren" Zahlungen an die Kirche zur Disposition stellen.
Ist dies nun eine Art vorauseilender Gehorsam vor dem geschichtlichen Unwissen der breiten Mehrheit unserer Mitbürger? Oder hat die EKD Angst, es könnte im Zuge des Papstebsuches in Deutschland und die üblichen Kostendiskussionen durch einen unglücklichen Zufall z.B. bei der taz ruchbar werden, daß Bischöfe der EKD nicht ganz zeitgemäß die Quellen ihres Einkommens dem Kriegstreiben eines gewissen Napoleon I verdanken? Da kann man schnell in einen Abwärtsstrudel bei den Umfragen geraten.
Abgesehen davon haben die protestantischen Kirchen nicht so sehr viel in dieser Zeit verloren, weil sie ja schon vorher fast alles verloren hatten, ganz im Gegensatz zur katholischen Kirche.
(Wenn wir allein die territorialen Verluste für die katholischen Bistümer und Klöster zusammenrechnen und den Verlust an Kunstwerken, Gebäuden, Bibliotheken etc. beiseite lassen, so reden wir von immerhin 27% Grund und Boden der heutigen BRD!)
Die EKD scheint sich in aller ökumenischen Großzügigkeit also wieder einmal um Dinge zu kümmern, die sie zumindest zu einem großen Teil nichts angehen und durch ihr Gerede zur unpassenden Zeit ihre "Geschwister im Herrn" in weitere dumpfbackige Diskussionen bringen dürfte. Ist das jetzt einfach nur dumm oder schon böswillig?
Oder hat ihm das Mutti geflüstert? So bekommt man auch neue Resourcen für neue Eurobonds... Nein, kann nicht sein!

Wer meckert, soll ja bekanntlich auch eine Alternative anbieten!
Ich möchte an dieser Stelle eine Komplettlösung für die Trennung von Staat und Kirche im finanziellen Bereich vorschlagen:
1. Die Kirchensteuer wird abgeschafft.
2. Die Zahlungen für die Folgen der Säkularisation werden eingestellt.
3. Der katholischen Kirche werden alle damals enteigneten Bestzungen der Bistümer, Klöster und geistlichen Fürsten zurückgegeben, inkl. aller territorialen Ansprüche.
4. Für die seit über 200 Jahren der Kirche entstandenen Einnnahme- und Steuerausfälle (abzüglich der bisher geleisteten Zahlungen) werden Ausgleichszahlungen von der BRD an die römisch-katholische Kirche geleistet. Das Recht zur Erhebung und die Einnahme von Steuern wird dem Treuhänder (siehe Punkt 10) übergeben.
5. Für die durch die seit der Reformation enstandenen Schäden an Besitz kommen die Rechtsnachfolger der protestantischen Fürsten und ihrer Kirchenleitungen auf (BRD und EKD).
6. Für die mit Gewalt vertriebenen Mönche und Nonnen, die zum Teil durch evangelische Fundamentalisten zu Zwangsheiraten getrieben wurden, sollten an den zerstörten Klöstern Denkmäler durch die EKD errichtet werden und jährliche Gedenkfeiern gehalten werden (staatlicher Feiertag!).
7. Die Verfolgung und Diskriminierung von Katholiken in den verschiedenen Phasen des Kulturkampfes inkl. aller verhinderter Karrieren) muß man wohl oder übel finanziell pauschalieren.
Hier sind ebenfalls entsprechende Schuldbekenntnisse und Entschuldigungen von der EKD zu fordern.
8. Wird die EKD aufgefordert, alle im Umfeld der Reformation unberechtigt angeeignete Dome (z.B. zu Brandenburg, Schleswig, Minden, Lübeck, Halberstadt, Naumburg, etc.), Kirchen und Klöster (z.B. in Erfurt und Wittenberg, etc.) in den Besitz der römisch-katholischen Kirche zurückzugeben.
9. Die seit der Reformation in Museen verschleppte Beutekunst wird in den Besitz der römisch-katholischen Kirche wird zurückgegeben. Sollte dies nicht möglich sein, so sollte entlang der erhaltenen Inventarlisten ein entsprechender Schätzwert erhoben werden.
10. Um eine Überlastung der Strukturen der DBK zu vermeiden, werden alle Besitztümer und alle Rechte zur treuhänderischen Verwaltung an den Heiligen Stuhl in Rom übergeben.
11. Die Konkordate mit Preussen und Bayern werden gelöst.
12. Die damit verbundenen Bestimmungen für die Ernennung von Bischöfen sind damit hinfällig.
13. Die Ernennung von Bischöfen in allen Bistümern, insbesondere auch in den neuen Bistümern wie Minden, Naumburg, Oldenburg, etc. obliegt damit wieder alleine dem Heiligen Vater.

Als ein erster Überlick diene jene Karte und Aufstellung, sowie diese Liste hier und jene dort.
Bei der Berechnung des Verdienstausfalls durch den Ausfall der Meßstipendien sollte man m.E. gegenüber der Bundesregierung Großzügigkeit walten lassen.

Dann sollten die Richter des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte sich die Schweiz, Niederlande, Frankreich, UK, Dänemark, Schweden, Finnland etc. mal genauer ansehen.
Daneben sollte ein Verfahren gegen Frankreich in Den Haag wegen der allgemeinen Kriegsverbrechen (z.B. Zwangsrekrutierungen) während der Revolutionskriege angestrebt werden. Die von Napoleon geraubten Kirchenschätze und die von Franzosen verheizten Bänke des Kölner Domes werden bei diesen Dimensionen zu einem Betrag für die Portokasse. Reparationen aus Frankreich... hm....

Ich finde auch, es wird Zeit für einen sauberen Schlußstrich, Herr Prälat!

Freitag, 2. September 2011

Frauen bewegen (sich in der) Kirche II

Grundübung II:
Die Kniebeuge

Wer sonn- und werktags zur Heiligen Messe oder zum Gebet eine Kirche aufsucht, wird sicherlich schon häufig die Unsicherheiten bei der Bewältigung dieser Grundübung beobachtet haben.
Wo liegen die Schwierigkeiten?
Durch den modernen Kirchbau, bzw. die Renovierungen alter Kirchengebäude und die damit häufig verbundene dezentrale und altarferne Aufstellung des Tabernakels kommt es zu einer unnötigen Desorientierung der Kirchenbesucher. Dieses bauliche Problem könnte in aller Regel durch einen Hubwagen und eine kleine Gruppe tatkräftiger Mitglieder der KAB innerhalb von einer knappen Stunde behoben werden. Sprechen sie doch bei der nächsten Gelegenheit mit der KAB.
Wann und wo mache ich die Kniebeuge?
Eine gute Frage, die sie ganz individuell für sich entscheiden müssen.
Wichtige Parameter dafür:
ihre ganz persönliche Gottesbeziehung und Fitness
Daneben gilt außerdem eine alte Ministrantenregel:
In dubio genuflectio! (lat.: Im Zweifelsfall Kniebeuge!)
Seien sie also achtsam, übertreiben sie es aber nicht.

Kommen wir nun zur Grundübung.
Nehmen sie wieder die schon bekannte angstfreie Grundstellung ein.
Schließen sie nun die Augen.
Atmen sie tief und frei in der Bauchraum.
Alle Geräusche (Handy, eingehende Emails, etc.) treten in den Hintergrund, werden leiser, nichts lenkt sie mehr von ihrer Betrachtung des Atmens und der bewußten Körperhaltung ab.
Sie verlassen in Gedanken ihr Wohnzimmer. Vor ihrem inneren Auge sehen sie nun eine gotische Kathedrale. Der helle Sandstein strahlt golden im Licht der aufgehenden Sonne. Sie spüren die Wärme auf ihrem Rücken. Sie freuen sich an dem Anblick. Die Glocken des Domes beginnen zu läuten. Sie spüren innere Freude. Sie rezitieren leise für sich einen Psalmvers. "Ich freute mich, als man mir sagte, zum Hause des HeRRN wollen wir ziehen." Sie gehen nun um das Gebäude herum, im Uhrzeigersinn. Sie gehen dem Klang der Glocken nach. Sie erreichen das wunderschöne Westportal. Die Heiligenfiguren weisen ihnen den Weg! Über ihnen schwingen die festlich läutenden Glocken. Hier ist der Ort der Begegnung mit ihm. Sie treten ein, der Klang der Glocken wird weicher, gedämpfter. Durch die Fenster des Hochchores fällt das Sonnenlicht in den Dom. Die Fialen, Wimperge und Kreuzrosen des Hochaltares werden überstrahlt von diesem bunten Licht. Sie gehen weiter in den Dom hinein. Sie kommen an das Weihwasserbecken und führen ihr Hand in Richtung Wasser. Sie benetzen dann die Spitze von Zeige- und Mittelfinger. Sie spüren die Kühle des Weihwasser und machen in aller Stille und ganz bewußt das ihnen vertraute und geliebte Kreuzzeichen. Die Orgel ertönt. Die leise schwebende Vox coelestis stellt ihnen den Introitus der Messe schon vor. Sie gehen weiter in Richtung Altar. Sie entdecken eine Bank neben sich und bleiben stehen. Das Licht der bunten Fenster fällt auf ihr Gesicht und ihren Körper. Sie haben ihr Ziel erreicht.
Nun beginnen wir mit der Kniebeuge. Die Füße stehen parallel nebeneinander. Die Knie sind nicht durchgedrückt. Die Hände ruhen in der bekannten lockeren Haltung in der Körpermitte. Heben sie nun das rechte Bein an, bis die rechte Fußspitze den Boden nicht mehr berührt. Führen sie nun das rechte Bein mit dem so angewinkelten Unterschenkel in die Ausgangsposition zurück. Der Oberschenkel weist lotrecht nach unten. Setzen sie nun die rechte Fußspitze sanft auf. Beugen sie nun das linke Knie und bewegen sich bei aufrechter Körperhaltung nach unten, bis das rechte Knie den Boden berührt. Sie haben das erste Ziel erreicht. Nun machen sie wiederum schweigend ein Kreuzzeichen. Verweilen sie einen Augenblick. Nehmen sie sich und ihre Haltung wahr. Ich mache mich klein vor seiner Größe und Güte. Ich darf Gott mit dieser Geste begrüßen. Ich vergebe mir nichts. Ich spüre meine Würde als Geschöpf Gottes. Voll Freude erheben sie sich nun. Der Körper bleibt aufrecht dabei. Sie müssen sich nirgendwo festhalten. Ganz leicht richten sie sich wieder auf. Alles passiert ohne Anstrengung und Mühe. Sagen sie sich dabei: "Ich werde aufgerichtet!" Das linke Bein wird wieder gestreckt, das rechte Bein ebenfalls. Sie stehen wieder im Glanz des Lichtes, aufgerichtet vor dem Altar Gottes.
Hier endet unsere Übung.
Verlassen sie nun in Gedanken wieder die Kathedrale.
Atmen sie ruhig und tief weiter. Ihr Zuhause tritt nun wieder ins Bewußtsein, die gewohnten Geräusche sind wieder da. Öffnen sie ihre Augen.

Diese kleine Gedankenreise soll sie bei der Überwindung innerer Blockaden unterstützen.
Ganz wichtig ist dabei, daß sie auftretende Bilder wie z.B. Tapeziertische mit Broschüren von Basisgruppen oder auftretende Frauen mit Klemmbrettern, die sie zu Unterschriften für Reformbewegungen nötigen wollen, auszuschalten lernen. Konzentieren sie sich in solchen Momenten immer auf das Licht, welches vom Hochaltar zu ihnen herüberstrahlt. Es wird ihnen helfen.
Probieren sie es!


Mittwoch, 31. August 2011

Via pulchritudinis

Der Heilige Vater hat bei der Generalaudienz über die Kunst als "via pulchritudinis" zur Gottesschau eine Katechese gehalten. Nur selten gelingt es heutigen Künstlern, diesen Weg zu beschreiten und damit anderen diesen Weg auch zu eröffnen. Über bekannte Fehlversuche oder Totalverweigerungen ist schon einiges geschrieben worden, ich erinnere nur an die bekannte Passage über "Schrei und Wolke" bei Mosebach (Häresie der Formlosigkeit, 76ff.) oder das Lappenclownfenster von Köln.
Aus der Stadt Leipzig kommen seit einigen Jahren jedoch Impulse, die Anlaß zur Hoffnung geben. Schon der 2004 verstorbene Werner Tübke hat die angeblichen Grenzen der zeitgenössischen Kunst und ihre Verweigerungen kaum zur Kenntnis genommen. Ob es nun das berühmte Bauernkriegspanorama in Bad Frankenhausen ist oder der Flügelaltar der Salvatorkirche in Zellerfeld, sie sind im besten Sinne modern, bedienen sich aber virtuos der Bilder und Formensprache der Tradition.
Daneben tritt Michael Triegel, ebenfalls der Leipziger Schule zugerechnet. Neben Gemälden und Portraits ist nun auch ein Altarbild von ihm in einer katholischen Kirche installiert worden. Er ist offensichtlich kein Christ, eher ein Suchender, der auf dem richtigen Weg ist. Sein Weg zu Gott führt ganz offensichtlich über die "via pulchritudinis".
Ex oriente lux... einmal etwas anders.

Dienstag, 30. August 2011

Frauen bewegen (sich in der) Kirche I

Wer sitzenden Tätigkeiten nachgeht, braucht einen sportlichen Ausgleich. Auch die Mitglieder katholischer Verbände leiden seit einigen Jahren unter deutlichem Bewegungsmangel. Die klassischen Übungen kirchlicher Gymnastik sind jüngst etwas in Vergessenheit geraten. Diese leider unterschätzten Übungen förderten in der Vergangenheit sowohl das Wohlbefinden als auch die geistige und körperliche Beweglichkeit.
Völlegefühl und Sodbrennen z.B., wie sie sich heutzutage auf mehrtägigen Gremiensitzungen in Folge überhöhten Kaffeekonsums gerne einmal einstellen, waren bis Ende der 1960er Jahre beinahe unbekannt. Ebenso unbekannt waren auch die heute nicht selten veröffentlichten Abschlußpapiere. Diese, häufig in Form von Forderungskatalogen formulierten Druckerzeugnisse, spiegeln in aller Regel die erschütternden Umstände wider, unter denen die Teilnehmer diese Papiere erarbeitet haben. Es ist daher nur zu begrüßen, wenn sich namhafte Verbandsvertreter für mehr Bewegung in der Kirche aussprechen.
Auch diese Seite wird diese Initiative für mehr Bewegung in der Kirche tatkräftig unterstützen.
In den folgenden Beiträgen werde zur Förderung der Bewegungsfreude einige grundlegende Übungen der klassichen Kirchengymnastik vorstellen. Daneben treten zur Aufmunterung einige Kurzportraits von besonders beweglichen Damen der Kirche.

GRUNDÜBUNG I
Das Kreuzzeichen machen.

Mancherorts ist es schon völlig verlernt und vergessen. Dabei ist es ganz leicht zu erlernen! Einmal gekonnt, vergessen sie es nie wieder.
Nehmen sie zunächst eine aufrechte und angstfreie Position ein. Atmen sie tief und ruhig in den Bauchraum. Lassen sie ihre verhärteten Schultern fallen. Lassen sie nun den Atmen einfach kommen und gehen, so wie es ihr Körper braucht. Die Arme hängen ganz locker herab. Strecken sie nun ihre Finger aus. Die Daumen schmiegen sich an die Zeigefinger. Machen sie eine Pause. Der Atmen kommt und geht in aller Ruhe.
Der folgende Bewegungsablauf verlangt einiges an Koordination.
(Achtung: Die Bewegung der beiden Arme erfolgt gleichzeitig! Lesen sie daher zunächst die folgende Übungsfolge durch. Machen sie dann die Übung zunächst nur mit dem linken Arm, nehmen sie dann den rechten Arm dazu.)
Atmen sie tief ein. Es sollte aber kein unangenehmes Spannungsgefühl im Bauchraum entstehen.
Führen sie nun gleichzeitig beide Hände aus der hängenden Seitenposition in Richtung Bauchnabel. Der Arm wird dabei nur im Unterarm bewegt. Wenn sie die Höhe des des Bauchnabels erreicht haben, so legen sie dort die linke Hand locker auf.

Gleichzeitig wird der rechte Arm ebenfalls zunächst nur mit dem Unterarm bewegt. Die Hand geht jedoch an der Körpermitte vorbei in Richtung Stirn. Dabei senken sie den Kopf nur ganz wenig aus der aufrechten Position heraus. So blicken sie der ausgestreckten Hand entgegen. Berühren sie nun vorsichtig und bewußt ihre Stirn mit den Spitzen von Zeige- und Mittelfinger.

(In diesem Moment kommt nun ihre Mündigkeit als Katholik ins Spiel. Manchem wird es am Anfang etwas an Überwindung kosten. Versuchen sie es immer wieder, bis es ihnen flüssig von den Lippen geht. Es lohnt sich!)

Sprechen sie dabei laut und deutlich: "Im Namen des Vaters..."

Danach wird die rechte Hand lotrecht nach unten geführt. Oberhalb der abgelegten linken Hand, etwas unterhalb des Brustbeins berühren sie nun ihren Oberkörper.
Sprechen sie dabei laut und deutlich: "...und des Sohnes...".

Von dort führt nun der Weg der rechten Hand direkt zur linken Schulter. Berühren sie sie.
Sprechen sie dabei laut und deutlich: "...und des Heiligen..."
Führen sie nun die rechte Hand zur rechten Schulter. Berühren sie sie.
Sprechen sie dabei laut und deutlich: "...Geistes. Amen."

Lassen sie nun den Rest der verblieben Luft ganz locker aus der Lunge strömen.
Führen sie dabei die beiden Hände auf Höhe des Brustbeins zusammen, bis sich Fingerspitzen und Handflächen locker berühren. Legen Sie ihre Daumen locker übereinander.
Fertig.
Nun können sie mit dem Gebet beginnen.

Nach Abschluß des Gebetes wiederholen sie diese Bewegungsfolge.

Sie haben die richtige Geschwindigkeit bei dieser Übung erreicht, wenn sie diese Übung auf einen Atemzug schaffen, inkl. Text.
Regelmässig angewendet, verhilft ihnen diese Übung zu innerer Ruhe. Sie wirkt zudem zentrierend und - in der Öffentlichkeit vollzogen - identitätsfördernd.

Weiterführende Informationen und Gedanken zu dieser Übung:
Romano Guardini, Von Heiligen Zeichen, S. 17-21.

Donnerstag, 25. August 2011

Benedikt XVI. = Konjunkturpaket III ???

Die zielgruppenorientierte Kommunikation der DBK (nicht zu verwechseln mit der gleichklingenden Versicherung) funktioniert auf sehr hohem Niveau. Wie einer deutschen Regionalzeitung zu entnehmen ist, hat Pater Hans Langendörfer, Sekretär der DBK, allen Landes- und Kommunalpolitikern erklärt, warum der Papstbesuch auch für sie ein Ereignis von einiger Tragweite werden kann. Gleichzeitig gelingt es ihm dabei, allen möglichen Demonstrationen und Protesten, die sich aufgrund der für die Allgemeinheit anfallenden Kosten entstehen könnten, jegliche Argumentationslage zu entziehen. Die DBK reagiert damit auf die Proteste und die überaus positive Wirtschaftbilanz des WJT in Spanien.
Präventive Deeskalation und positive Impulse für den Binnenmarkt in einem Satz. Ob sich durch den Besuch des Heiligen Vaters auch positive Einflüsse auf die Kreditwürdigkeit der BRD und die Einstufung durch die Ranking-Agenturen ergeben könnten, läßt Pater Langendörfer offen. Hier will sich die DBK offensichtlich nicht an Spekulationen beteiligen und keinen Einfluß auf die Finanzmärkte nehmen. Ob sich darüberhinaus aufgrund wirtschaftlicher Erwägungen auch eine bessere Förderung christlichen Gedankengutes und der Schutz christlicher Positionen ableiten lassen werden, ist eine Frage, die letztlich auch wieder der Markt selbst regeln wird.

Das Fehlen einer geistlichen Perspektive darf dem Sprecher übrigens nicht angelastet werden, da sie für die angesprochene Zielgruppe nur eine Verkomplizierung eines einfachen Sachverhaltes dargestellt hätte.

Hier das Zitat im abgedruckten Wortlaut:
"Der Papst wird gewissermaßen für Land und Kommune zum Werbeträger."

Herzlich willkommen, Heiliger Vater!

Mittwoch, 24. August 2011

Chesterton zur Nacht

"Wenn die Welt zu weltlich wird, kann die Kirche sie zurechtweisen, aber wenn die Kirche zu weltlich wird, kann die Welt sie nicht ob ihrer Weltlichkeit zurechtweisen."
G.K. Chesterton, Thomas von Aquin, 19.

Beifang aus dem Netz

Feierliche Feuerbestattung beim O.P. in den Vereinigten Staaten
hier und hier
UNSÄGLICH!

Ein wahrer Gentleman

und der mir sympathischste Preuße, Bernhard Victor Christoph-Carl von Bülow, ist von uns gegangen.
Der deutsche Humor hat seinen Adel verloren.



R.i.P.

Dienstag, 23. August 2011

Notwendiger Dialog in der Kirche VI