Mittwoch, 23. Juni 2010

Ein modernes Mysterienspiel?

Die unsägliche Schlammschlacht um den (zwangs-)emeritierten Bischof von Augsburg, Monsignore Mixa weiterhin zu kommentieren, versage ich mir ab heute.
Nur noch einmal werde ich mich in gewohnter Verve dazu äußern. Danach werde ich dazu schweigen. Als äußeres Zeichen meiner Solidarität mit dem gejagten Mosignore habe ich mein sonst nur temporär gezeigtes Schild auf Dauer ins Blog gestellt.
Das Auftreten des deutschen Episkopates in der Öffentlichkeit ist besorgniserregend schlecht.

Den Organen einer wenig neutralen, geschweige denn kirchenfreundlich gesonnenen Medienlandschaft wird ein Akt nach dem anderen geliefert, der aus dem bayerischen Intrigantenstadel eine Tragödie für den gesamten realexistierenden Katholizismus in Deutschland werden läßt. Was jetzt noch nach "Großvater wird verkauft" aussieht, ist längst zu einer Neuauflage von "Macbeth" (in Theaterkreisen nur "the scottish play" genannt) geworden.
Es tauchen allwissende Hexen auf, es kommt zum Königsmord, der nach Sieg und Machterhalt aussieht. Doch das Ende...!

Es wäre ein gut verwertbarer Theaterstoff.
Die aktualisierte Fassung bietet alles, was ein echtes Königsdrama braucht.

Vielleicht wäre das eine Art erstes neues Mysterienspiel, wie es unsere Zeit braucht. Die Diskussion ist ja schon an anderer Stelle in der Blogozese angestoßen worden, aber ich muß zugeben, ich weiß momentan nicht mehr bei wem.

Eine kurze Beschreibung von Inhalt und Personen dieses deutschen Dramas in loser Zusammenstellung, so wie ich mir eine Dramaturgie vorstellen könnte:

Nun, es gibt die allwissenden Hexen und Orakel. Nur anders als bei Shakespeare erzählen diese nicht vorher, was passieren wird. Viel näher an der Wirklichkeit der Zuschauer wird hier in großer Zahl die Gattung der besserwissenden Unkenrufer aufgeboten, die schon immer alles wußten, aber bisher den Mund gehalten haben. Diese Zuspätorakel ziehen ihr Geheimwissen nicht aus dem Schwaden siedender Kessel, sondern aus dem Dunst nebulöser Andeutungen, die aus dem kollektiven Unbehangen aufsteigen. Ein Stuhlhalbkreis mit gestalteter Mitte wäre so ein Plot für diese Szene. Am Ende des bösen Orakelsfassen sich dann alle bei den Händen und flüstern beschwörend: Wir sind Kirche! Wir sind Kirche!
Dann das gebeutelte Kirchenvolk, das nach Befreiung vom düsteren Bischof schreit, dem Unhold, dem keiner traut, vor dem alle Angst haben.
Der unbequeme Bischof mit seinen Ansichten, die keiner mag, der Mann des Militärs. Seine reaktinäre Haltung wird durch eine barocke Perücke stilisiert.
Die Weihbischöfe, die unter seiner Herrschaft ächzen.
Die ausgezehrten armen Priester, die nicht mehr wissen, wie sie vor dem aufbegehrende Volk den Bischof verteidigen sollen. Alle nur in wadeblangen Strickpullis und Sandalen, dafür aber mit Krawatte.
Die ungeliebten Laientheologen, geduldet und gegängelt.
Opfer, überall Opfer, Leid und Elend.

Es muß etwas geschehen. Nur was?

Geschickt adaptiert an die Gegenwart wird nun ein Königsmord nicht mehr archaisch mit Schwert, Gift oder glühenden Stangen wie in einem Stück von Philipp Marlowe vollzogen.

Man bedient sich einer viel geschickteren Art der Beseitigung aus dem Amt, bei der man sich sicher sein kann, daß auch die Nachwelt kein Mitleid mit dem Beseitigten bekommen wird. Es geht um Rufmord.

Durch geschickte Streuung von Gerüchten und Vorwürfen werden Personen in seinem Umfeld den Fall vorbereiten. Es treten zwielichtige Zeugen auf. Urkunden, die seine Schuld angeblich beweisen sollen, werden angeblich von ebenso unbekannten Zeugen gefunden. Während das Volk immer häufiger zuschlägt und Steuerbetrug zu den beliebtesten Indoor-Sportarten des Landes gehört, soll der düstere Augsburger dafür vom Thron gestoßen werden. Es muß schnell gehandelt werden.

Nun zeigt sich, wer auf der Seite des Bischofs steht und wer auf der Seite des Volkes. Der Pressesprecher berät den Bischof schlecht. Ungeschickt und im Glauben an seine Macht tritt der Bischof vor sein Volk und weist alles von sich. Doch im Hintergrund ziehen die Truppen der Aufständischen auf. Der Putsch kommt aus dem eigenen Haus. Er wird zur Abdankung gedrängt, zur Unterschrift gezwungen.
Nun treten die nächsten Akteure auf. Den Aufständischen gesellen sich diejenigen zu, die schon im Hintergrund gewartet haben. Noch ist die Tinte unter der Resignation nicht trocken, da sind schon die Bischöfe in Rom, weisen das Papier beim Heiligen Vater vor und schildern den Fall in den buntesten Farben. Im Vertrauen auf die Ehrlichkeit seiner Bischöfe und die Wahrheit der Vorfälle entläßt der Heilige Vater den düsteren Vertreter der Macht.
Der Bischof verschwindet in einem Krankenhaus.
SIEG!

Der Lappen fällt! Das Publikum applaudiert. Die Kritiker im Parkett denken schon an das nächste Stück. Doch ein Blick ins Programm verrät:

Dies war nur der erste Akt!

Lappen hoch!

Nächster Akt:

Der Rausch ist vorbei. Der Siegestaumel ist zu Ende. Ein neues Zeitalter ward verheißen, aber es will nicht so recht anbrechen. Im befreiten Bistum geht alles weiter wie bisher. Unzufriedenheit macht sich breit.
Nach und nach wird klar:
Die Vorwürfe waren nicht so echt, wie man es behauptete. Ein dunkler Schatten des Verdachts fällt nun auf die angeblichen Befreier. Haben sie gelogen, gemogelt und getrickst?

Da kommt der geschundene Bischof aus dem Krankenhaus. Mit neuer Kraft tritt er nun gegen seine Gegner an Er wehrt sich gegen die Vorwürfe. Er will seine Ehre zurück. Er fordert für sich Gerechtigkeit.

Wieder wird die Lage eng. In einem Moment höchster Not tritt nun ein Reinhardus auf und erklärt den Genesenen für geisteskrank und wünscht weiterhin gute Besserung.
Diese unbedachte Äußerung läßt weitere Zweifel an der Gutheit der Befreier aufkommen. Das Volk wird unruhig!

Was tun? Reinhardus, Gioacchino und seine Kämpen müssen nachlegen, wenn der Plan doch noch gelingen soll.
Hier taucht auf einmal eine Art geheime Personalakte auf, die alles über den angeblich bekannten "Spiegeltrinker" und seine Ausschweifungen enthält. Auf einmal wissen angeblich alle schon seit vielen Jahren über seine "Neigungen" alles. Ehemalige Rundfunkmitarbeiter flankieren die Aussagen von Reinhardus, Gioacchino, anderer Befreier und der UnkenruferInnen vom Beginn des Stückes.
Es wird knallhart nachgetreten:
Waren es zuvor Schläge und Geld so sind es nun Suff und Jungs!

Die Presse rennt über die Bühne und fordert Erklärungen. Reinhardus bringt mit einer großen Geste alle zum Schweigen.

Nun fragt das Volk: Wenn ihr das alles wußtet, warum habt ihr nicht schon eher gehandelt!

Gioacchino gerät selbst unter Verdacht. Reinhardus stammelt und bezichtigt nun im Chor mit den anderen auch noch den Heiligen Vater und ruft ihn und die Kurie als Zeugen für die Echtheit der Akte an:
Auch der Papst wußte schon länger alles.

Ein Getöse bricht los.

Wer ist denn Schuld und vor allen Dingen an was ?

Wird am Ende nun auch noch der gutgläubige Papst ein Opfer dieser Intrigen?

Nichts ist gelöst. Alles ist nur ein Bild menschelnder Machtgier, Unordnung und Unerlöstheit. Dröhnender Theaterdonner. Rauch steigt auf. Aus dem Off dringt schallendes Gelächter. Die Pressehorden rennen mit Blöcken, Mikrophonen und Kameras durch das Bild.

Hier fällt nun ein durchscheinender Vorhang.

Das Bild erstarrt. Die Beleuchtung wechselt. Wie ein Scherenschnitt zeichnen sich die Gestalten ab:

Der Bischof, dazwischen Reinhardus und die anderen, das Volk und der Papst.

Ein Sprecher tritt von der Seite auf.

Er stellt die Fragen nach der Zukunft. Nach dem Nutzen. Etwas moralin wirkt seine Frage nach der Christlichkeit der handelnden Christen. Warum haben die Brüder im Amte dem Strauchelnden nicht geholfen, damit es nicht soweit kommt, wie es kam. Eine Reihe unangenehmer Fragen ergießt sich in Parkett und Ränge.

Währenddessen tritt ein Chor von der Seite anderen Seite vor den Vorhang und stimmt den Psalm 22 an.

Hinter dem Vorhang rennen Volk und Bischöfe durcheinander. Geschreie, Blitzlichter, Fragen des Sprechers und das höhnische Gelächter vermischen sich zu einem immer lauteren akustischen Inferno. Der Chor singt weiter. Licht aus.

In absoluter Dunkelheit singt der Chor das Gloria Patri am Ende des Psalms.

Stille.

Nach und nach wird es hinter dem Vorhang heller. Ein Sonnenaufgang. Der Chor ist nun hinter den Vorhang getreten. Es erklingt Orgelmusik langsam wird es heller und die Konturen werden immer deutlicher. Die Beleuchtung auf der Bühne läßt durch den Vorhang Personen und Gegenstände erkennen. Ein Altar mit einem Kreuz in der Mitte wird sichtbar. Volk, Chor, Bischöfe, Priester und der Papst treten davor. Der Chor singt Psalm 122. Alle verneigen sich zum Gloria Patri in Richtung Kreuz und der dahinter aufgehenden Sonne. Alle knien nieder.
Nur ein greiser Kardinal bleibt stehen und erhebt seine Stimme:

Herr, wir glauben und bekennen voll Zuversicht,
dass du deiner Kirche Dauer verheißen hast,
solange die Welt besteht.
Darum haben wir keine Sorge und Angst um
den Bestand und die Wohlfahrt deiner
Kirche.
Wir wissen nicht, was ihr zum Heile ist.
Wir legen die Zukunft ganz in deine
Hände und fürchten nichts, so drohend
bisweilen die Dinge auch scheinen
mögen.
Nur um das eine bitten wir dich innig:
Gib deinem Diener und Stellvertreter,
dem Heiligen Vater,
wahre Weisheit, Mut und Kraft.
Gib ihm den Trost deiner Gnade in diesem Leben
und im künftigen die Krone der Unsterblichkeit.

Licht aus. Nur die Kerzen am Altar brennen weiter.

Amen.

Vorhang

Dienstag, 22. Juni 2010

Neues von Newman

Wie schon im letzten Post geht es auch in diesem um Erkenntnisse aus meiner Abendlektüre, der "Apologia pro vita sua". Seit Tagen fesselt es mich abends mehr und mehr, da ich mich im Text seiner inneren wie äußeren Konversion nähere. Doch neben dem Originaltext in einer guten Übersetzung bietet das Buch durchaus lesenswerte Endnoten.
So findet sich in der Anmerkung 61 eine knappe und gute Darstellung einer Ketzerbewegung, einer antitrinitarischen Sekte des 16. Jh., die nach ihren Begründern Faustus und Laelius Sozinus als "Sozinianismus" in die Geschichte eingegangen ist. Die Grundstruktur ist mit folgenden Punkten zu beschreiben:
"1. Die Schrift ist alleinige Glaubensquelle und die Vernunft entscheidet über den echten Schriftinhalt.
2. Gott ist streng einpersönlich.
3. Christus ist bloßer Mensch und wurde zum Empfang seiner Offenbarung vor dem öffentlichen Auftreten in den Himmel aufgenommen.
4. Der Mensch ist absolut frei und um dieser Freiheit willen wurde Gottes Allwissenheit und Allmacht eingeschränkt.
5. Die Erlösung durch Christus besteht nur in Lehre und Beispiel, nicht in seinem Sühnetod und seiner stellvertretenden Genugtuung.
6. Die Sakramente sind leere Zeremonien.
7. Es gibt keine Auferstehung des Fleisches und keine Unsterblichkeit der Gottlosen, sondern nur eine ewige Seligkeit der Frommen." (441)

Irgendwie kommt mir das alles nicht wie eine Ketzerei des 16. Jahrhunderts vor. Irgendwie erscheint es mir sehr aktuell. Es könnte auch aus einer aktuellen "Sinus-Studie" über den aktuellen Glaubensstand in Deutschland sein. Sicherlich läßt sich das nicht alles 1:1 auf heute übertragen. Es gibt Weiterentwicklungen. Wer würde heute schon solchen unvernünftigen transzendenten Krempel vertreten, wie er im zweiten Teil von 3. behauptet wird. Die Heilige Schrift mit ihren Wundern ist schon schlimm genug, da muß man ja nicht noch eine Aufnahme in den Himmel mehr behaupten, oder?
Ähnliches habe ich zu Genüge auf div. Pastoralkonferenzen gehört, an denen ich die Ehre hatte, teilnehmen zu müssen. Die Sprachlosigkeit, die sich in manchem "Katechese-Leit(d!)faden auf vielen gefüllten Seiten aussprach, wenn es um die Bedeutung der Sakramente ging, die zum Teil komplett falschen Darstellungen zur Trinität, Göttlichkeit Jesu mit denen diverse Pfarrer und nichtgeweihte Hauptämtler diese Heftchen noch verbal flankierten, alles das erinnert mich doch an Sozinus & Co. Was ist es nun Semi-, Neo-, Deutero-, Quasisozinianismus oder gar einfach nur noch geballtes Unwissen?
Es ist auf jeden Fall wenig katholisch und noch weniger römisch!

Mittwoch, 16. Juni 2010

Nihil novi sub sole!

Meine momentane Abendlektüre ist die "Apologia pro vita sua" des bald offiziell Seligen John Henry Card. Newman. In ihr verteidigt er seinen Weg aus der anglikanischen Kirche, über seine Theorie der "via media", den Verlust der theologischen Grundlagen für diese Annahme und seinen Weg hin zum römischen Katholizismus. Es ist ein schwieriger Weg, ein einsamer Weg, ohne Groll, ohne emotionale Unausgewogenheiten seinerseits. Es ist ein Weg tiefer innerer Erkenntnis, Klärung und Wahrheitsfindung. Das bedeutet jedoch nicht, daß um ihn herum nicht das pralle Leben tobt, so wie wir es auch nur zu gut kennen. Er stellt Fragen, gibt seinen Bedenken in Predigten und Schriften Platz. Das Ganze passiert sine ira et studio, freundlich, rücksichtsvoll und voller Verantwortung. Mancher teilt seine Bedenken. Es entsteht so etwas wie ein breiterer Strom. Er will niemandem schaden, besonders nicht seiner Kirche und zieht sich aus der lauter werdenden Öffentlichkeit zurück in die Pfarrseelsorge. Die Presse, mittlerweile ohnehin auf ihn eingeschossen, weil er sich aus theologischen Gründen gegen manche Entwicklung des Zeitgeistes stellte, wird damit zu einer vollkommen dubiosen Gestalt. Bischöfe stellen sich gegen ihn. Studenten schliessen sich diesen an.
Als bekannt wird, daß er in seiner Landpfarrei ein neues Haus baut (es gab keine Vicary in dem Ort), kochen die Gerüchte über. Newman baut ein katholisches Kloster. Als er eines Tages in sein Haus kommt, trifft er dort auf Horden von Studenten, Vorsteher der Colleges etc., die sich ungebeten in seinem Haus umsehen. Man will ja schließlich wissen, wo man nun bei Newman so ist! Sein Privatleben wird in die Öffentlichkeit getragen. Verleumdungen werden in den Zeitungen gedruckt. Skandal!
An einem Punkt unterscheidet sich diese Geschichte von den Geschichten unserer Tage, es ist die Haltung seines Bischofs, die sich in einem Brief nach dieser Affäre ausdrückt:

"12. April 1842. Von den in den öffentlichen Zeitungen gegen Sie und Ihre Freunde enthaltenen Anklagen waren, wie ich wußte, so viele falsch und verleumderisch, dass ich den Zeitungsberichten über Sie nicht viel Beachtung schenken kann." (268)

Na, das waren noch Zeiten!

Es geht aber noch weiter:
... "Doch glaube ich meiner Diözese, mir selbst und auch Ihnen gegenüber eine Pflicht zu erfüllen, wenn ich Sie bitte, mich zu ermächtigen, dem zu widersprechen, was unwidersprochen den Anschein erwecken könnte, als ob Sie einen offenbaren Eingriff in die kirchliche Disziplin begehen wollten, und als ob ich mich einer unverzeihlichen Pflichtvergessenheit und Gleichgültigkeit schuldig mache." (269)

That's the style!

Welch ein Umgang untereinander!
Welch ein Denken für die Kirche!
Welch ein Umgang mit der Öffentlichkeit!
Mit einem Wort: distinguiert!

Es ist selten geworden, sehr selten...

Dienstag, 8. Juni 2010

Aufruf!

Auch ich werde mich natürlich dieser Aktion nicht verschließen.
Hier das Plakat im Stile der guten alten Linoleumschnitte!
Bisher halten sich die deutschen Bischöfe vornehm zurück, wie es sich für römisch-katholischen Bischöfe aus den Stammlanden der Reformation gehört. Außerdem ist das ja alles so neu, spontan, schnell... Wer weiß, wer dahinter steckt? Vielleicht fromme, weltkirchlich orientierte Menschen, dazu vielleicht auch noch jung und nicht verbandsorganisiert?
Da ist man doch lieber mal vorsichtig!
Verständlich!
Egal ob alt, jung oder sonst was:
Auf zu den Treffen!

Mittwoch, 2. Juni 2010

Zuwachs in der Blogozese

Gegen alle Trends wächst die Blogozese weiter. Ich gebe nicht immer alle Neuzugänge an, die dann in meiner Leserliste erscheinen. Heute mache ich mal wieder eine Ausnahme:
Der Annuntiator ist da!

Ad multos annos!

Dienstag, 1. Juni 2010

Ich vermisse eine Schlagzeile!

Seit Montag habe ich nirgendwo eine Schlagzeile gefunden, die sinngemäß so heißen könnte:
Lena siegt!
Köhler tritt ab!
Der Papst schweigt zu allem!
Also, irjennzwie is die Presse nich auf Zack! Da muß sich doch wat draus machen lassen?
Ein Interview mit der Köchin im türkisfarbenen Lederkostüm (Isch find, dat hät de Justav nit verdient! Dat war sonne liebe Mann...) oder einer der berufsenttäuschten WisiKis, der noch en selbstgestricktes Gedicht aufsagt,...so,...na,...genau:

Die Lena siegt in Norwegen!
Intressierts in Rom? Von wegen!
Des Köhlers Horst haut in den Sack!
Die Kurie schweigt, dat fiese Pack!

Ja, Sie lachen jetzt vielleicht, aber so ungefähr gehen ja diese Schüttelreime, die bei "Wir wollen Bestimmer sein", besser bekannt unter dem Tarnnamen "Wir sind Kirche" veröffentlicht werden.
Statt "Kirche von unten" gibt es dort jetzt Gedichte ganz tief unter der Gürtellinie.
Also, was ich da gelesen habe!
Da haben die doch allen Ernstes ein Spottgedicht auf Monsignore Mixa verfaßt und auch noch veröffentlicht.
Ich kann das jetzt gar nicht wiedergeben! Sowat von gemein!
Gut ich bin ja auch nicht gerade zimperlich, wenn mich mal wieder der Jokus packt oder wenn mich die Wut packt, aber sowat und das von Leuten, die sehr wahrscheinlich seit Jahrzehnten (wenn überhaupt) nur noch in Bußandachten gehen und nicht mehr zur Beichte!
Meine Güte, die armen Seelen!!!
Da wird nachgetreten, was das Zeug hält! Kein Gerücht über Monsignore Mixa ist nicht blöd genug, als das es in diesem Reimgebilde nicht Eingang gefunden hätte,... ne anders:
nur das schlimmste und dümmste Zeug ist da, also,... ne, wat is dat fies!
Dat schlimme dabei is, die finden dat offensichtlich sogar noch gelungen komisch!
Die halten dat sogar wahrscheinlich noch für Humor, diese armen Hacken!
Oder sind die durch "ihren Sieg" über Monsignore Mixa so besoffen oder frustriert, daß die gezz wat anderes suchen?
Ja nun, 40 Jahre für den Geist des Konzils gekämpft und nur einen Bischof geschafft, das ist nicht gerade eine Bilanz, mit der man bei der Deutschen Bank nen Kredit bekäme. Da mach sich Frust breit, neue Ziele werden gesucht...
Der Verdacht liegt nahe...
Ne, dat kann nich...

HALLO, WISIKIS, HÖRT MAL!
WAT SOLL DAT DA AUF EURE SEITE?

Schult Ihr gezz um auf Stimmungskanone oder was?
Macht Ihr gezz mit Gewalt auf Quatsch-Comedy-Club?
Leute, dat ist der falsche Weg!
Ihr hattet immer eine solche natürliche Komik!
Ihr gehört nich in die Poetry-Slam-Ecke des WDR!
Euer Metier ist die Situationskomik zwischen Menschenkette, gestalteter Mitte und Petitionskomi(K)ssion!
Schuster bleib bei deine Leisten!
ODER FÜR EUCH:
WisiKis bleibt bei Schal und Pulli!

Aber an solchen Veröffentlichungen zeigt sich dann aber auch, wie es um die angeblich verstehenden, nach Geschwisterlichkeit suchenden, Frieden suchenden Initiativen geht!
Von wegen: Gnade, Barmherzigkeit, Feindesliebe! Das wird zwar bei den Vertretern der Hierarchie immer vermißt und angemangelt, aber bei ihnen selbst ist das ja wohl eine echte Leerstelle?
Hier heißt der Schlachtruf:
ES WERDEN KEINE GEFANGENEN GEMACHT!
PARDON WIRD NICHT GEGEBEN!

Und wenn es dann vorbei ist, ja dann?
Ja, ja dann wird nach alter Väter Sitte die Memoria auch noch zerstört und eine schwarze Legende gestrickt, die den Besiegten mit Schimpf und Schande überzieht, auf ewig aus der Gemeinschaft ausstößt.
Sehen so die zukunftweisenden Denkmodelle und Wunschvorstellungen von WisiKi aus? Von mancher VertreterIn offensichtlich schon, denn sonst wäre dieses geschmacklose Machwerk nie ins Netz gekommen. Vielleicht wird nun manche verirrte Seele wach, wenn sie merkt, wie sehr hier der Weg des Herrn und Seiner Kirche verlassen wird.
Gezz bin ich widder so ernst geworden!

Abber is doch auch wahr:
Weisse watte für die kannz?
Für die kannze nur noch beten! Aber ganz in ernst!