Mittwoch, 31. März 2010

Der Kampf des Laizismus gegen das Christentum

Nur der Link zu einem lesenswerten Artikel aus "Die Tagespost".
Ein echtes Must-have!

Aus gegebenem Anlaß

ich weiß nicht, wie oft ich es schon getan habe, ich tue es diesmal wieder:
Hiermit ist diese Seite ab sofort bis auf Widerruf wieder


!!!

Wie bei Stanislaus zu lesen ist, soll nun laut SZ auch Seine Exzellenz in den 1980er Jahren Heimkinder geschlagen haben.
Zunächst sei noch einmal darauf hingewiesen, daß jeder in diesem Land als unschuldig zu gelten hat, bis zum Beweis des Gegenteils.
Stanislaus hat nicht ganz unberechtigterweise die Befürchtung geäußert, wir könnten im Zuge dieser Kampagnen in die Prüderie der 1950er Jahre zurückfallen.
Nun, wenn wir in den 1950er Jahren schon mal wieder angekommen wären.
Momentan sind wir im Kirchenhaß der 1930er Jahre stecken geblieben.
Es kommt nicht der roleback in die 1950er sondern wir sind deutlich bei der Diktatur der Political Correctness angekommen und ihrer unkontrollierbaren Schar der Kontrolleure und den sich ständig verändernden und verschärfenden "Normen".
Es wird, wenn es so weiter geht, kaum noch möglich sein, sich im Privaten irgendwo zu begegnen, ohne daß daraus nicht die Möglichkeit einer böswilligen Unterstellung werden könnte.
Wenn diese Gesellschaft nicht langsam umdenkt, besteht für jeden die Gefahr, egal ob zölibatär oder nichtzölibatär, ob hetero-, homo-, metro oder sonstwie sexuell in übelste Situationen kommen.
Zurück nach Augsburg!
Aber hat er es denn wirklich getan?
Wer will das beweisen und wie?
Was leisten solche Behauptungen außer Rufschädigung, Ehrabschneidung und Demontage einer, für manche unbequemen, Persönlichkeit.
Monsignore Mixa kommt aus Bayern. Wann ist dort die Prügelstrafe in den Schulen abgeschafft worden? Irgendwann in den 1980ern.
Also wenn er zugelangt haben sollte, dann im Bereich der bayerischen Erziehungsstandards und des geltenden Rechtes der Zeit. Ob solche Standards aus heutiger Sicht besonders glücklich sind, läßt sich diskutieren. Verboten war es nicht und -jetzt wird es ganz böse, aber ich meine das ernst- vielleicht hatten sie es ja auch ganz einfach mal verdient!
Auch ich habe mir mal was eingefangen und mit Abstand zu den Ereignissen muß ich sagen, es war vollkommen richtig und es hat mir nicht geschadet! SO!
Und wieder die Frage: Ist das alles überhaupt passiert?
Auch im angeblichen Fall des Monsignore Mixa ist mal wieder deutlich:
Es wird die rechtliche Grundlagen vergessen (Unschuldsvermutung sowie "Nulla poena sine lege"). Es wird nicht danach gefragt, warum diese Behauptungen nun aufgestellt werden (cui bono?).
Es wird von der Presse kolportiert und schon kann man im Zuge der Mißbrauchsdiskussion einem angeblich unbequemen Kirchenmann an die Soutane gehen! Vor Jahren wäre man sehr vorsichtig damit umgegangen und hätte zunächst einmal umfangreiche Recherchen angestellt. In einer Zeit, in der guter Journalismus den Medienhäusern zu teuer geworden ist, die Qualität der Presseerzeugnisse das mehr als deutlich zeigt, sucht man die schnelle Meldung, die fette Schlagzeile und die hohe Auflage. Und wenn ein skandalisierter Bischof die Erträge in die Höhe treibt, wen interessiert es, was mit dem Mann passiert? Die Kohle muß stimmen!
Auch da sind wir in den 1930er Jahren angekommen! Als Abendunterhaltung kann ich jedem nur den Film "Extrablatt" von Billy Wilder empfehlen. Chikago 1930. So sieht unsere Presselandschaft aus!
Wer nimmt den nun die Unschuldsbeteuerungen seiner Exzellenz ernst, wer hört sie überhaupt, wer will sie überhaupt hören?
Ich glaube seinem Wort!
Ich vertraue darauf, daß Bischof Walter Mixa die Wahrheit sagt!
Und solange nicht der Teppichklopfer mit der DNA von Bischof Mixa gefunden worden ist und diese DNA nachweislich zwischen 1970 und den 1980ern daran gekommen ist oder er ein vollkommenenes Geständnis ablegt, ist er für mich nicht nur vor dem Gesetz unschuldig!
Sollte sich das nicht beweisen lassen, ist das ein übler Versuch der Ehrabschneiderei, üblen Nachrede und Demontage eines Kirchenmannes! Dann kann es ein Fall typischer Trittbrettfahrerei von Leuten sein, die sich damit ein Öffentlichkeit schaffen wollen, die sie sonst nie bekämen.

Wer diesen Grundsatz unserer Rechtsordnung nicht mehr in Verstand und Gewissen durchhält, der hat den ersten Schritt in die Diktatur der Verdächtigung mitgemacht!
Wer sich jetzt zurücklehnt und mit einem resignativen "die ahen doch eh alle Dreck am Stecken!" das Ganze kommentarlos mit sich und auch mit Bischof Mixa machen läßt, der darf sich nicht wundern, wenn er demnächst ebenfalls durch den Sumpf der üblen Nachrede gezogen wird.
Diese Gesellschaft, die angeblich den Schutz des Einzelnen, Unmündigen, Unterdrückten oder sonst wen will, tut das unter grober Mißachtung der Person und ihrer Rechte, die sie angeblich schützen will.
Es geht gar nicht mehr um die Kinder, wenn ihr mich fragt, es geht um den Kehraus! Skandalisierung der exponiertesten Persönlichkeiten und Gefügigmachung des Restes.
Der Weg in die politisch-korrigierte Einschüchterungsgesellschaft hat begonnen. Das Geschäft mit der Angst ist eröffnet.
Wie schnell sind solche Vorwürfe erhoben, wie schlecht lassen sie sich entkräften. Schließlich und endlich bleibt immer etwas hängen und das soll es ja wohl auch.
Das hatten wir doch schon mehrfach in unserer Geschichte: angeblich Feindsender gehört, Führerwitze erzählt, Stalinwitze erzählt, Sabotage betrieben... so wurde man Nachbarn los und bekam gleichzeitig noch ne Belobigung und Macht über andere oder deren Job!
Jetzt geht es um angebliche Backpfeifen oder Kopfnüsse, die Kirchenmänner verteilt haben sollen.

Apropos Unschuldsvermutung!
Gehört zwar nicht hierher, ist aber ähnlich:
Wie haltet Ihr es den mit Jörg Kachelmann?
Auch schon ein Urteil gefällt?

Wir sind halt immer irgendwo zwischen Palmarum und Karfreitag...

Dienstag, 30. März 2010

It's up to you, New York, New York!

Wie NLM meldet, hat sich der Erzbischof New York in aller Schärfe und Deutlichkeit gegen die Angriffe auf den Heiligen Vater gerichtet und hat dafür langanhaltenden Applaus geerntet. Bravo!
Ob das hier genauso möglich wäre?

Montag, 29. März 2010

kulturhauptstadt 2010

Voll aussem Leben Teil 1

Mannohmann,
ich kannet nich mehr hörn! Die alten Sabbelfötte, Küng, Uta, "Kirche von draussen!" und wie se alle heißen! Immer dat selbe Gelaber! Kerl, ne... die ganze Ommas und Oppas da, ich kann se nich mehr am Kopp haben.

Gezz doch ma Klartext, Freunde:
Wenn bei uns auffem Markt der Oppa Czaberniak immer dat gleiche aus der Zeit als FlAK-Helfer erzählt, sagen alle:"Mann, der is abber heute widder ganz schön tüddelich!" und irgendeiner außer Nachbarschaft hilft dem mitte schwere Kartoffeltüte nach Hause.
Nachbarschaftshilfe! so einfach is dat! Dann setzt man sich noch en bisgen bei Czaberniaks inne Wohnstube, trinkt noch nen Kaffee oder wat gerade so anfällt und dann is gut. Is auch immer nett.
Et gibt abber auch die andere Sorte und die ist schlimm: organisierte Oppas mit Dickkopp und mit Rochus auffe Kirche! Da läuft wat schief und zwar gewaltig!
Kumma:
Wenn sich gezz Oppas zusammenschließen und immer dat selbe sagen, gegen den Benedikt wettern, dann nennt man dat nich "tüddelige Opas gegen den Papst e.V., Castrop-Rauxel-Süd".
Da wüßte ja jeder sofort Bescheid, wenn die nen Falblatt auffem Markt verteilen.
Ach die Oppas widder!
Hammse die Kartoffeln schon im Sack? Dann bring ich den Kosloswski na Hause und die Trude Pilinsky, da macht der Günni vonne AWO! Dann sind die zu Hause, bevor et mitten Regen anfängt und die Flugblätter noch wat abkriegen.
Ja, ne!
Von wegen!
Diese Oppas und Ommas machen dat anders. Die ticken ganz anders!
Die sind irgenzwie besonders schlecht dabei und meckern nur noch. Vielleicht sind se beim Kolping oder bei kfd wegen ihre Meckerei schon rausgeflogen.
Dann heißt dat: Mir ist diesen Club mit seine Kolpingzange sowieso zu eng!
Die haben voll den Vogel gekricht! Die sind voll auf Größenwahn wie den Luis karteus "Den Staat, dat bin ich!" nur halt auf Kirche gemünzt und die Oppas, also "Wir sind gegen Kirche!".. äh ohne dat gegen... "Wir sind Kirche!" Wenn man dat hört, da sucht man doch direkt die Einkaufstasche zum Tragenhelfen, so als normalen Mensch...

Die nennen sich "kirchliche Reformbewegung", kaufen nur noch im Reformhaus und nich auffem Markt odder beim Feinkost Albrecht, neee! Dat is denen nich gut genug! Wenn schon Reform, dann richtig!
Gut, dafür trägt denen auch keiner die Kartoffel nach Hause und hört denen noch bisken zu, bisse sich widder beruhicht haben, bei nem Kaffee und nem Mariakron.
Siehse!
Und genau dat is dat Problem!
Die müssen sich in ihre Einsamkeit mit ihre Tofuklöpse Gehör verschaffen.
Deswegen gehen die auf den Papst los und den Zölibat und hauen immer drauf.
Mensch, kann sich denn da keiner mal an den Müslishop stellen und den Oppas den handgerührten Kefir nach Hause tragen, damit dat ma langsam widder Ruhe in dem Laden gibt?
Dat muss doch organisierbar sein, datta am Freitag mal nen paar Leute aufpassen. Et gib doch genuch junge Leute ohne ordentliche Beschäftigung.

Aber weisse wat dat schlimmste is mit diesen Tüddeligen-Oppa-und-Omma-Verein?
Bloß weil da mal nen paar Oppas mehr zusammenkommen, immer dat selbe reden, hören den Oppas auf einmal alle zu!
Dat Fernsehen gibt denen Sendezeit inne Tagesschau, die Bild schreibt übber die.
Gut, wer kriegt heute nich auf nem Sender odder inne Bild seinen Platz.
Jetzt frag ich Sie:
Warum die und nich der Czaberniak?
Ich frage mich immer, warum darf der alte Czaberniak nich mal inne Flimmerkiste seine Erlebnisse erzählen. Dat sind Stories! Die sind spannend! Und wenigstens erlebt! Nich diesen langweiligen Papstmumpiz aus zweiter Hand da.., mann is doch wahr!
Dat allerschlimmste abber is: Die Leute nehmen die und wat die da so über Papst und Konzil so alles in ihrem tüddeligen Kopp rumsabbeln auch noch schwer ernst!
Bloß weil die im Fernsehen sind und inne Bild stehen, haben die auf einmal recht, die mit ihrem selbstgestrickten Kirchenstreß!

Ja hömma, seid ihr alle bekloppt?
Fangt ihr gezz alle am Spinnen?
Dat is doch den Oppa, dem keiner dat politisch korrekte Gemüse aussem Ökoshop zu seine Hütte schleppt!
Der is durchen Wind!
Der hat nich mehr alle Latten aufem Zaun!
Da is im Kopp hängen im Schacht, seit Jahren! Da helfen auch keine Pillen mehr!
Dat darf doch wohl nich wahr sein, sowatt! Hallo wach!

Tja, der olle Czaberniak! Der hat im Krieg viel schlimmes erlebt. Dat muß raus. Da hat jeder Verständis für. Dat hat der ja alles erlebt, wat der da so erzählt! Dem sind die Brandbomben um die Ohren geflogen! Komm, der is zwar manchmal nicht ganz auf Sendung, aber der weiß trotzdem wat geschossen wird!
..., im Gegensatz zu diese piesepampeligen frustrierten Ex-kfd Ommas, mit ihre abgezählte Magarine, ihre Flugblätter und den Rochus, den die auffen Papst haben.

Ich frag Sie:
Wat soll der Quatsch???
Die kennen den Mann doch gar nich!
Die haben den Zölibat doch gar nich mitgemacht, nich so wie der Czaberniak, ... äh den Fliegerangriff, nicht den Zölibat, weisse schon, wat ich mein...

Wenne dann die vom Beklopptenverein Crange oder wo die Reformoppas gerade herkommen so im Fernseher siehs, .. boah... ne .. weiße, so die Mundwinkel inne Tischplatte gekloppt wie die Merkel, abgehärmte Gesichter, nie mal nen freundliches Wort für andere... ich könnt dat nicht!
Ich stell mir die immer vor wie die mit ihren Verein auf Kegelausflug anne Mosel kommen.
Ich hau mich dann immer weg vor Lachen! Spaßfrei bis nach Berndkastell, weisse, dann zwei Glas Staubtrocken, Schunkeln entfällt, weil se sons alle seekrank werden und um neun Uhr mitte Tabletten gegen Sodbrennen im Bett. Hahaha
So läuft dat da! Nich ma ne leckere Spätlese oder Eiswein! NIX!
Glaub mir dat! Ich kenn die Brüder!
Spaß geh weg oder ich krich dich!
Man sonne Heinis triffse auf jede Kegeltour irgendwie im Zug!
Die haben alle nen Bungalo ohne Keller! Nix wose ma zum Lachen hinkönnten! Bodenplatte und feddich! Arme Schweine!

Komm geh mich doch weg!
Et geht doch nix über den alten Czaberniak!
Mit dem kannse wingstens noch ne ordentliche Kneipkur machen!
Der is zwar nich immer mehr ganz so fit im Oberstübchen, aber sonntags nache Messe geht der immer noch mit zum Frühschoppen und mischt den Laden bei Klümpchen Herbert auf.
Wenn der dann bei der 4. oder 5. Runde auf die alte Kaiserhymne den katholischen Text singt, dann kommt aber Schwung in die alte Kolpingkneipe! Da stimmen alle mit ein und er is in seinem Element! Dann erzählt der auch nix mehr vom Kriech. Sondern nur noch Witze! Hömma und wat für welche! Ich weiß ganich, wie der sich dat immer alle merken kann, nie denselben Witz zweimal! Wat krisse da zu Lachen... ne, ne...

Wie?
Kennter nich, die echte katholische Kneipenhymne?
Doch, hömma dat is neben "Blau und weiß" dat bekannteste Kirchenlied hier:
Is nich schwer! Geht so:

Trinkfest und arbeitsscheu,
aber der Kirche treu!
Alleluja!

Und gezz ma alle, auch die von "Kirche von gestern"!
Is auch ohne Schunkeln! Komm, Spass muss sein!
Also los gezz, dat muß sitzen, für Ostern nachem Hochamt!
Aufstehen!
Pilstulpe inne rechte Hand! (leer! is nur zum Üben für Sonntag!)
Luft holen und Kopp aufmachen!

TRINKFEST UND ARBEITSCHEU ABER DER KIRCHE TREU HALLE LUH JAAAAHH!!!

Geht doch!

Kommentar zum Kommentar

Über Elsa bin ich auf einen Gastkommentar gekommen, den sie für ein Blog der Medienpastoral im Erzbistum Freiburg geschrieben hat.
Darauf gab es dann wiederum einen Kommentar, der -wie sollte es anders sein- zum Kirchenaustritt aufrief.
Ich konnte es mir nicht verkneifen, darauf zu antworten.

Hier der Text:
Ach Tom...

in der Hoffnung, daß Du nicht nur Deinen Kommentar einfach nur eingestellt hast und danach verschwunden bist, sondern Dich über die Weiterentwicklung informierst, werde ich Dir schreiben, warum ich diese Kirche niemals verlassen werde. Ich habe mir angewöhnt, mir von der "Müllwagenmentalität" (M. Lütz) gewisser Medien und des Volkes Meinung nicht meinen Blick auf Menschen und Institutionen verdunkeln zu lassen. Meine Kirche hat einen der brilliantesten Theologen auf dem höchsten Leitungsposten. Er ist intelligent, von der Liebe zu den Menschen getragen, führt die Kirche mit Sensibilität, Geschick und mit Sinn für das Wesentliche und denkt an die Nachhaltigkeit seiner Entscheidungen, die er, wenn möglich, in Form von Empfehlungen formuliert, die dem mündigen und einsichtigen Katholiken immer noch die Entscheidung läßt.
Wo findet man solches Verhalten im säkularen Umfeld?
Da wird es nicht einfach, eine ähnliche Persönlichkeit zu finden!
Ein solchermaßen verkrusteter Strukturbetrieb wie die von Dir angefeindete Kirche bringt immer wieder Persönlichkeiten hervor, die in ganz flexibel auf die Ansprüche der Zeit reagieren und das betonen und festhalten, was es zu bewahren gilt, Thomas von Aquin, Ignatius, Maximilian Kolbe, Mutter Theresa, ich weiß gar nicht, bei wem ich anfangen soll, wenn ich auslassen könnte!
Dichter, Denker, Heilige, Künstler, Widerstandskämpfer, alle sie haben ihre entscheidenden Impulse in "diesem Laden" bekommen. Sie alle lassen mich immer wieder mit dem Zustand der so tollen Säkulargesellschaft unzufrieden werden und das ist auch gut so!
Ich mache immer wieder und jeden Tag aufs neue kleine und große Dummheiten, begehe kleinere und schwerere Sünden. Das weiß ich und lebe gut damit, weil ich weiß, daß alle anderen genauso leben. Ich weiß, wie sehr ich Verzeihung für meine Unzulänglichkeiten brauche, von den Menschen, denen ich zu kurz tue und besoonders von dem, vor dessen Richterstuhl ich irgendwann treten muß, wie alle anderen auch. Alle erwartet das gleiche Schicksal der himmlischen, in Liebe geübten Gerechtigkeit.
Was für ein Ziel! Was für eine Perspektive!
Und das soll ich verneinen, bloß weil mir vor Augen geführt wird, was ich ohnehin schon weiß, nämlich wie sehr die Kirche eine Versammlung der Sünder ist?
Deswegen soll ich nicht mehr zur Messe gehen, meinen Mitgliedsbeitrag nicht mehr entrichten?
Bist Du auch schon aus der Bundesrepublik Deutschland ausgetreten, weil der Staat Dein Geld Pleitebanken in den Rachen geschoben hat, weil die Regierung nicht in der Lage ist, Dich vor den Lobbyverbänden zu schützen, die Dir dein Geld aus der Tasche ziehen, einem Staat, der Staatsanwältinnen austauscht, damit Prozesse gegen Leute wie Zumwinkel entsprechend anders verlaufen? Wann kommt dein Einkommensteuerboykott gegen einen Staat, der unsere Jungs und Mädels am Hindokusch aufstellt, gegen alle Maßstäbe unserer Verfassung und die dann im Zinksarg zurückkommen?
Alles schon vergessen?
Alles nicht so schlimm?
Was ist mit den schimmeligen Klassenräumen, in denen unsere Kinder tagaus tagein mit den Ergebnissen von Bildungsreformen malträtiert werden, aus denen sie am Ende ihrer Schullaufbahn häufig als Halbanalphabeten entlassen werden, die keine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben?
Na, sind das nicht Gründe für die Stornierung der Abbuchungsaufträge?
Geht halt nicht mit dem Austreten! Also Grundgesetz lesen, sich auf die Grundlagen der Bonner Republik besinnen und dann mitgestalten!

Aus der Kirche kann ich auch nicht austreten, auch wenn das deutsche Steuerrecht das vorgaukelt!
Also:
Nicht rumnöhlen, sondern vom Positiven inspirieren lassen, geistliches Leben in Ordnung bringen und mithelfen, das Negative zu überwinden! Die Vorteile, der angeblich verkrusteten Struktur sind wesentlich höher als die paar Nachteile. Sonst wäre die Kirche nicht seit fast 2000 Jahren existent, im Gegensatz zu diversen Staaten, Firmen, Parteien...
Also Chancen erkenne, ergreifen und mitgestalten und zwar wie beim Staat im Sinne der Kirche und nicht im eigenen Sinne!
Dann kann man zusammen mit Paulus am Ende sagen: Ich habe den guten Kampf gekämpft!
Also runter vom Sofa und ab in die nächste Kirche zum Beten!


Das mußte einfach mal gesagt werden!
So!

Samstag, 27. März 2010

Provinzpossen

Pünktlich zum Wechsel des Untertitels erreicht mich per Stromdepesche eine Geschichte aus dem Westfälischen.
Die Wege nach Westfalen sind zwar von hier aus nicht besonders gut und die müssen auch nicht besser werden, aber das Zwischennetz macht ja die unmöglichsten Dinge möglich. So erreichte mich über einige Umwege folgende Mähr, die wenn sie nicht wahr sein sollte, doch so gut erfunden ist, daß schon wieder voll und ganz in die Realitäten der katholischen Kirche in diesem unseren Lande paßt.

Bei allem, was jetzt kommt, möchte ich betonen, wie sehr ich doch unsere Schwestern und Brüder im Osten unseres Bundeslandes schätze. Ich habe nichts gegen Westfalen! Sogar einige meiner Freunde kommen daher! Alles, was irjenzwie antiwestfälisch klingen könnte, ist nur im Zusammenhang mit dieser Geschichte zu sehen.
Zurück zur Geschichte!

Dort versucht ein junger, aufstrebender Musikus mit einem kleinen Ensemble eine Messe von XXX zu Ostern in der Pfarrkirche zu XXX zu singen.
Die sangeslustigen Menschen waren schnell gefunden. Der Hunger nach Hochkultur scheint durch das Kulturhauptstadtjahr 2010 auch auf dem westfälischen Dorfe entbrannt zu sein... Tschuldigung!

Wie dem auch sei:
Die Proben fingen an. Der Dorforganist reite sich in die Sängerriege ein...
Ein Messtermin wurde gesucht und schon fingen die Probleme an!
Zunächst wurden dem Chor Meßzeiten angeboten, die bei genauerer Durchsicht überhaupt nicht existierten.
Ein Versehen des Dorforganisten, des Sekretariates, Pastors...?
Ganz bestimmt!

Dann mischte sich nach Wochen der Dorfgeistliche in die musikalische Gestaltung ein, offensichtlich unter fleissiger Schützenhilfe des ortsansässigen Organisten.
Das Projekt wurde offensichtlich gefährlich!
Mit altbekannter Salamitaktik wurde nun hantiert...
Das künstlerisch durchaus anspruchsvolle Gesamtkonzept wurde nach und nach immer mehr infragegestellt. Das so schöne Credo muß entfallen, da am zweiten Feiertag keines gebetet wird (warum eigentlich nicht?), die Teile des Propriums (sollten wohl gregorianisch erklingen), mußten zum Teil durch Strophenlieder ersetzt werden, damit die participatio actuosa der musikalisch tätlich sein müssenden Gemeinde im Sinne des Konzilsgeistes V 2 gewahrt bliebe.
Der junge Chorleiter zeigte Nerven, Ensemblemitglieder ebenfalls und bemühten sich um Deeskalation und Rettung des Vorhabens.
Interventionen, Bittbesuche und Eingaben aus Reihen des Ensembles und auch aus den Reihen des ortsansässigen Chores wurden entsprechend abgebürstet.
Erschwert wurde die Situation durch folgendes Moment:
Ein Sänger hatte sich wohl im Vorfeld schon durch den Besuch von Messen im außerordentlichen Ritus verdächtig gemacht und selbst diskrediert, was die Verhandlungsbasis der Parlamentäre nicht eben verbesserte.
Wenn solche Leute in einem Projekt dabei sind, ist es eigentlich schon nicht mehr genehmigungsfähig!!!
Hier greift eine Art Neuauflage des Sozialistengesetzes unter gleichzeitiger Ausschaltung der Unschuldsvermutung (siehe Schnarre).

So wie ich aus gut unterrichteten Kreisen hörte, wird nun das Gesamtkonzept durch eingeschobene Strophenlieder aus dem GL sinnlos ergänzt, damit die Gemeinde was zu singen bekommt. Es werden viele Kinder erwartet, denen man echte Kultur ja nicht einfach ungetrübt und unvermengt ins Ohr singen darf. Ohne sinnfreies Trullala geht das nicht. Denn schließlich ist nach der Messe ja Eiersuchen im Pfarrgarten für die lieben Kleinen und die verstehen so einen alten Kram nicht...
Ich kann mir vorstellen, daß es daneben noch zu einem akuten Fall pastoraler Logorrhoe kommen könnte. Durch geschicktes Zwischenmoderieren wird die gefährliche Wirkung der Musik kaputtgesabbelt! Wetten?
Die Sorge um die armen Kleinen???
Oder hat man vielleicht Angst, daß hier etwas bemerkt werden könnte, das sonst fehlende Moment echte Sakralität und Anbetung?
Es könnte aber auch nach hinten losgehen, dieses alberne Kämpfen um den Erhalt der Ringelpietzanteile in der "Gemeinschaftsmesse".
Vielleicht fällt ja der beschriebene Kontrast ja auf.
Vielleicht entdecken entdecken die Meßbesucher ja in dieser ungewohnten Musik einen Schatz wieder... vielleicht...
Die Wirkung guter Musik ist unberechenbar und kann verheerend sein!

Die Gefahr ist groß und es wäre vielleicht besser, wenn das ruhige kleine Dorf gar nicht erst in die Gefahr gekommen wäre, geweckt zu werden. Es hätte eigentlich verhindert werden müssen.

Da hat man wohl nicht aufgepaßt, nicht wahr, Herr Pastor?
Aber aus Fehlern lernt man ja! Und in diesem Fall baut man schnell für die Zukunft vor.
Damit so etwas in Zukunft so schnell nicht wieder passiert, hat man eine probate Lösung gefunden: sofortige Unterbindung weiterer Aktivitäten!

Wie ich hörte, ist dem jungen Kirchenmusiker eine Art pastorale Ruhephase verordnet worden. Ihm ist eine Pause für solche Projekte vom Priester empfohlen worden.
Das ich das noch erleben darf!
Auftrittsverbot à la Biermann und das 20 Jahre nach dem Fall der Mauer im Westen!
NEIN, das ist nicht fair! Es ist ja alles ganz anders! Sischer dat!

Und der Meister Lempel?
Der Dorforganist hat sich nicht schützend vor oder unterstützend neben den jungen Mann gestellt, wie man es erwarten könnte, wenn ein junger und offensichtlich wohl talentierter Mensch sein ersten Versuche macht.
Ganz im Gegenteil!
Er hat sich im Sinne deutscher Pflichterfüllung hinter den Priester gestellt, als treuer und loyaler Dienstnehmer.
Das ist wahres Preussentum!
Oder vielleicht noch was ganz anderes?
So hat Mielkes Stasi auch funktioniert: Es wird ein IM eingeschleust Dossiers werden verfaßt und zur rechten Zeit platzt die Staatsmacht dann in die Versammlung und sprengt den ganzen Laden. Wobei IM passt nicht. Es war ja ein OM, ein "offizieller Mitarbeiter"...
War der Organist erpressbar, daß er sich auf dieses böse Spiel einließ?
Vielleicht ein ehemaliger, reumütig in den Schoss des r.d.K. (realexistierenden deutschen Katholizismus) zurückgekehrter Ex-Tradi oder einfach nur ein wendehälsiger 68er?
NEIN!
Sei vorsichtig, Laurentius!
Du kennst die Menschen nicht!
Auch für ihn gilt die Unschuldsvermutung bis zum Erweis des Gegenteils!
So was kann ich mir selbst in einem Dorfe nicht mehr vorstellen, selbst nicht in W..., sorry!

Wie ich außerdem hörte, darf Meister Lempel nun (als Belohnung?) auch die Strophenlieder für diesen Gottesdienst aussuchen. Toll!!!

Gemeinde stillgestanden!
Ausspreche Belobigung!

"Held der Arbeit"
"verdienter Aktivist" oder
"beglaubigter Konzilsanerkenner",
was immer dieser Mensch jetzt für einen Ehrentitel bekommen hat:
Ganz große Leistung!
Staatspreisverdächtig!
Aber eines weiß ich:
So wird man kein Anwärter auf den päpstlichen Gregoriusorden!
Aber sowas ist ja sowieso Bah!

Für mich ist klingt das nach Silber und nach der Zahl 30!

Schluß jetzt!
Loyalität ist ein seltenes Gut heutzutage!
Ehre, wem Ehre gebührt und eine Belohnung für ordentliches Betragen muß ja schließlich sein!

Ich kann mir schon denken, was da für familienfreundliche Lieder ausgewählt werden... oh je!


Zurück zur Meldung des Depeschendienstes!
Nach offensichtlich schlimmen Wochen des Kampfes ist der junge Musiker es nun leid.
Nicht nur, daß dem offensichtlich talentierten jungen Menschen die Freude an der Heimatpfarrei verhagelt wird, das Vertrauen in die guten Absichten der Entscheidungsträger immer fraglicher werden, nein, er fragt sich anscheinend mittlerweile, ob er in dieser Kirche überhaupt arbeiten möchte.
Ich kann das gut verstehen, wenn der "Kollege Organist" einen in die Pfanne haut und der Pfarrer einem deutlich zeigt, was er vom gezeigten Engagement hält.

Bravo, meine Herren! So fördert man die Jugend! Echte Vorbilder! Spitze, echt ganz großes Kino!
Ganz im Sinne des Heiligen Vaters!

Der Grund für diese gründliche Frustration liegt in weiteren Erfahrungen, die er in der Vergangenheit gemacht haben soll. Er hat, wie mir depeschiert wurde, schon ein anderes Projekt nur mit Mühen und mit vielen Abstrichen durch die Mühlen der Zensur der nachkonziliaren Gemeindeversteher bekommen.
Also fortgesetzte Gängelei? Mobbing? Auch eine Art von Mißbrauch!
Aber das ist ja gute Tradition in vielen Kirchen und kirchenähnlichen Gemeinschaften!
Bach ging es in Leipzig vor knapp 300 Jahren genauso! Warum sollte es einem jungen Menschen im 21. Jahrhundert besser ergehen?

Tja, so ist das im realexistierenden deutschen Katholizismus!
Er lacht über die Entscheidungen der Glaubenskongregation, weil sie angeblich so menschenverachtend, realitätsfern oder sonst was sein sollen.
Lehrverbote werden als mittelalterliches Auftreten einer Greisenkirche abgetan und dann spielt der Dorfpfarrer Großinquisitor in Sachen Kunst, zensiert und verhängt Auftrittsverbote!
Ich finde es schon selten komisch, wie sich hier mal wieder die Liberalität der angeblich Liberalen entlarvt.
Keine Entscheidung entlang der geltenden kirchlichen Normen sondern tumbe Willkür nach Gutsherrenart.
Aber auch das verstehe ich mal wieder bestimmt ganz falsch!
Nein, sehr wahrscheinlich handelt es sich hier um das pädagogisch richtige Einschreiten eines klugen Mannes, gleich Joseph II von Österreich oder im Sinne der metternichschen Zensur.
Nur zum Wohle des ungebildeten Volkes und zur Erziehung der Jugend!
Nur keine Unruhe aufkommenlassen!
So wird es sein!
Ich liebe Euch doch alle!
Genau!
So sind sie nun mal, diese bestimmten Herren Pfarrer!
Sehr wahrscheinlich gehört er zu der Sorte, die sich in Schlips und Kragen immer noch über die späte Zurücknahme der Exkommunikation des Galilei lustig macht, gleichzeitig aber gegen die Aufhebung der Exkommunikation der Priesterbruderschaft St. Pius X. wettert.
Kirchenstrafen immer nur für die anderen und dann richtig und unbarmherzig!

Ich bin sehr froh, dieses Treiben nur vom Hörensagen mitzubekommen. Es tut mir für den jungen, ambitionierten und offensichtlich mit Geschmack gesegneten Vetreter der Generation Benedikt ein wenig leid, ebenso für die Sängertruppe, die ebenfalls Sinn für Qualität hat.

Vielleicht führt diese Veröffentlichung im Blog jetzt zu einer weiteren Hatz!
Wer hatz weitererzählt?
Wer hatz ins Netz gestellt?
Ich höre sie schon schreien:
NAMEN! ICH WILL NAMEN!!!! AAAHHH!!!!
NEIN ICH BRAUCHE KEINE NAMEN!
ES WAR DER TRIDENTINER!
WER SOLLTE ES SONST SEIN!!!
SOWAS MACHEN NUR TRIDENTINER!!!!
SCHULDIGEN GEFUNDEN!!! FASST IHN!!! FASST IHN!!! AAAAAAAHHH....
Westfalen ist ja für sowas bekannt, Lemgo war da ja mal führend in sowas, ne?
Sorry!

Sollte einer der Involvierten das hier lesen, da kann ich nur sagen:
Das ist zwar eine einfache Lösung, aber nicht die richtige, genau wie dammals in Lemgo!

Hexenjagd bringts nicht!
Aber wenn ich sehe, was mir sonst noch alles auf den Rechner kommt... ich fürchte es fast.
Es gibt aber Dinge, die sind so skandalös dumm, daß man sie einfach mit anderen teilen muß, damit man sie erträgt.

An die Gewaltigen und Mächtigen auf ihren Thronen draußen in der Provence möchte ich einen Ratschlag weitergeben:

Übt Euch doch mal in sozialistischer Selbstkritik, äh... christlicher Demut und Nächstenliebe!

Statt die Hatz zu eröffnen, wäre es ein Gebot der Klugheit darüber nachzudenken, ob man so wirklich die Kirche Gottes aufbaut, die Herde im Glauben auferbaut und die Verbreitung des Evangeliums in einer immer stärker antichristlichen Gesellschaft glaubwürdig vertritt, wenn man den eigenen Schwestern und Brüdern in Christo so mitspielt.
Oder geht es gar nicht mehr um die Weitergabe des Evangeliums, die Motivation junger Menschen, in die Nachfolge Christi zu treten, egal an welchem Platz und wenn es der Platz als Chorleiter ist? Geht es vielleicht um Machtdemonstration auf der einen Seite und vielleicht um Neid um die Jugend und das Talent?
Wie schlimm wäre das, so menschelnd typisch, unerlöst, ...
Selbstkritik war ja auch immer nur für die Genossen, die sich nicht systemkonform und im Sinne der Nomenklatura verhielten und nie für das Politbüro oder das ZK!

Schlimme Vermutungen! Es ist furchtbar, wie schlecht ich manchmal von anderen denke, aber manchmal lassen sie mir wenig Wahl. Eine echte Versuchung ist das!
In solchen Momenten gilt es besonders folgende Worte wieder neu in den Blick zu nehmen.
Dies ist mein Gebot: liebt einander, wie ich euch geliebt habe.
Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, daß habt ihr mir getan!
Kehret um und glaubt an das Evangelium.
Oder sind das alles nur Sonntagsreden, die ihr den Gemeinden haltet?
Ich schließe Euch alle in meine Gebete mit ein und bete um Einsicht in die besseren Wege, die Wege des Friedens, der Liebe und der Begegnung in Demut!

Palmsonntag ist es mittlerweile.
Die heilige Woche beginnt!
Hosianna, Verrat, Kreuzige!

Es wird Zeit für die Vorbereitung auf die Osterbeichte...
De profundis clamavi ad te Domine...

Neuer Untertitel

Nach über 125 Einträgen habe ich mir einen neuen Untertitel gegönnt. Er paßt zur kirchlichen Situation meiner Wohnortgemeinde, zum Zustand des realexistierenden deutschen Katholizismus und ist gleichzeitig eng mit einer vor Jahrzehnten abgesetzten satirischen Sendung verwandt.
Auf die nächsten 125!

Kontakt zum Retter

Für alle, die schon immer mal den direkten Kontakt zum einzig wahren Retter der Menschheit aufnehmen wollten, sich für alle die seriösen Hintergrundinformationen, die er uns immer wieder neu schenkt und seinen unermütlichen Einsatz für die Beseitigung des unerträglichen, römischen Katholizismus in gebührender Weise schriftlich bedanken möchten, für die habe ich seine Kontaktdaten aus dem Weltnetz gezogen:

Prof. Dr. Hans Küng
Stiftung Weltethos - Waldhäuser Straße 23
D-72076 Tübingen
office@stiftung-weltethos.uni-tuebingen.de
http://www.kath-theol.uni-tuebingen.de/Lehrstuehle/institut_fuer_oekumenische_forschung/institut/personen/kueng/index.html

Sonntag, 14. März 2010

NBC-Orchester schweigt weiter

Es ist doch seit Jahrzehnten bekannt:
Arturo Toscannini hat die Mitglieder des NBC-Orchesters über Jahrzehnte während der Proben mißhandelt!
Er hat Cellisten zusammengeschrien, Bratschisten herabgesetzt, Taktstöcke zerbrochen, Noten durch den Saal geworfen, Stühle umgetreten. Die stundenlangen Proben mit dem verheirateten Choleriker haben die Musiker an den Rand ihrer psychischen und physischen Möglichkeiten und weit darüber hinaus. Den Wutausbrüchen folgten Nervenzusammenbrüche bei den Musikern.
Seien Tochter war mit dem berühmten Pianisten Vladimir Horowitz verheiratet. Musikalische Kartellbildung? Hat er seine Tochter dazu benutzt, seine ergeizigen Pläne durch Familienbande abzusichern?
Waren Horowitz psychische Störungen folgen dieser Familienbande mit dem schwierigen Schwiegervater?
Die Mauer des Schweigens steht!
Es wird Zeit, daß die eingeschüchterten Opfer das Schweigen brechen und die unmenschlichen Zustände in den Orchestern anprangern!
Wer weiß, wieviele psychsich gestörte Dirigenten, die durch solche Vorbilder geprägt sind, von Ihnen als Persönlichkeiten vielleicht sogar im Studium gebrochen wurden, als tickende Zeitbomben in unseren Orchestern und Chören ihr Unwesen treiben?

Ist es nicht schon auffällig, wenn jemand überhaupt auf die Idee kommt, Berufsmusiker und Dirigent zu werden?

Es darf nicht sein, daß Menschen dazu gezwungen werden, sich zu konzentrieren, gegen ihren Willen zusammen zu spielen um ein angeblich höheres Ziel wie "bessere Qualität" oder so windige Ziele wie eine "zeitgenössische Interpretation". Wer kann so etwas nachvollziehen? Wer bemerkt den diese feinen Unterschiede, die von den Dirigenten behauptet werden?
Ist dies nicht alle nur ein Vorwand?

Jährlich geben sich tausende und abertausende unschuldiger und unwissender Menschen in die Hände solcher Musiktyrannen.

Es sollte verheirateten Dirigenten in Zukunft verboten werden, alleine Proben durchzuführen, weil es ihnen die Möglichkeit gibt, ohne Zeugen die arme Musiker einzuschüchtern, zu mißhandeln und für ihre Ziele zu benutzen.
Wir brauchen runde Tische, Musikerhotlines...

...kompletter Blödsinn, wird mancher jetzt denken.
Toscanini war Choleriker bei den Proben, ein Ausnahmekünstler, aber ansonsten ein herzensguter Mensch!
Genau so war er und genau das war er auch und so hat man ihn auch in Erinnerung...

Den oberen Text habe ich vor ein paar Wochen begonnen, habe ihn dann aber nicht veröffentlicht, weil mir bei der Unbeschreiblichkeit der laufenden Kampagnen dieser Text zu lapidar erschien und der Pointe nicht mehr traf. Eigentlich ging es mir um den Generalverdacht gegen katholische Priester, die Vermengung der Rohrstockpädagogik mit sexueller Gewalt, ungefiltertes Gerede über alles, nur nicht um die Realitäten.
Mir ist dann einfach die Luft ausgegangen.
Wenn ich mir die Haßtiraden in den Medien, die Besserwisser in den Talkshows und Zeitungsinterviews ansehe, anhöre und lese, so vergeht mir nicht nur der Humor.
Mich packt blankes Entsetzen für den offen zur Schau getragenen Haß, der sich in mancher Äußerung bahnbricht. Der Vergleich zu vergangenen schauerlichen Epochen unserer Geschichte drängte sich auf, selbst Unvergleichlichkeiten wie die angepaßte Reichskirche und die bekennende Kirche quollen mir aus dem Untergrund meines historischen Gedächtnisses entgegen.
Blankes Entsetzen hat mich schlicht und ergreifend sprachlos gemacht!
Ein Beispiel von vielen in den letzten Wochen:
Vor einigen Tagen rief meine Mutter an. Sie war vollkommen aufgebracht über die Attacke von Michel Friedmann, der in einer Talkrunde einen Kirchenvertreter auf eine Weise persönlich beschimpfte, wie es eigentlich unter gesitteten Menschen nicht möglich sein sollte. Dieser hatte versucht, sachlich den wahren Umfang der Mißbrauchsfälle von allen "Ursulaexponenten" zu bereinigen und wurde daraufhin vom genannten "Talkmaster" mit Worten, die in Richtung "seien sie jetzt mal still, sie schleimiger Mensch" zum Schweigen gebracht.
Was ist dagegen schon das dämliche Gesabbel von Tänzler, Küng und wer sonst noch.

An solchen Tagen, wenn ich so etwas höre, wenn ich sehe, wie sich der realexistierende Katholizismus in Deutschland immer weiter politisch korrekt protestantisiert, das System des kirchensteuerbegünstigten Kirchenbeamtentums immer mehr Verhaltensweisen entwickelt, die den letzten Jahren der Ära Honecker gleicht, dann wähne ich mich schon wieder halb in einer Katakombe oder im England zur Zeit Elizabeth I.
Ähnlich wie heute war es damals auch nur möglich, katholische Messen im Geheimen zu besuchen. Wurde man damals erwischt, stand die Anklage auf Hochverrat und wurde durch einen brutalen Akt (hangend, drawned and quartert oder Scheiterhaufen) aus der Gesellschaft ausgeschlossen.
In unserer humanen pc Gesellschaft gibt es solche Barbarei natürlich nicht mehr!
Heute ruiniert man sich damit nur den Ruf, wenn es ruchbar wird, bekommt sein Stigma. Man wird nicht mehr ernstgenommen, als Tradi in Gremien und Gruppen solange in Ecken geschoben, bis man selbst die Nerven verliert und freiwllig geht. Das wird dann als "Selbstradikalisierung" verbucht. Das System hat keine Fehler!
So wird man auf subtile Art und Weise aus der Gemeinde hinausbefördert.
Unter Mielke und Co hat man auf ähnliche Weise Menschen traktiert, bis sie um Ausreise gebeten haben oder über Ungarn republikflüchtig wurden.
Das ist die eine, düstere Perspektive.
Aber es gibt noch eine andere!
Mit jedem Tag, der mir einen solchen Stumpfsinn auf den reichlich gedeckten Tisch des Wortes bringt, wächst meine innige Verbindung mit dem Glauben meiner Kirche, wächst meine innige Verbindung zum Heiligen Vater. Je mehr dieses geistlich hohle Gerüst der deutschen Betreuungskirche seine Zähne zeigt, umso mehr weiß ich, wie kraftlos sie in diesem geistlichen Kampf geworden ist, dem sie sich nun stellen müßte.
Wenn Benedikt XVI. auf Einsicht und Freiwilligkeit setzt, so ist dies ein Zeichen seiner Klugheit und seiner Einsicht in die Realitäten unserer Zeit. Dennoch muß dieses Ringen und Bitten um Einsicht und Freiwilligkeit tatkräftige Unterstützug finden, will sagen: diese Kirche braucht eine neue Form der Gegenreformation und zwar dringend.
Wissend um die Relevanz ihrer Muski für ihre Zeit, höre ich wieder mehr Palestrina, Byrd etc. Palestrina ohne den die Reform der Kirche in Rom niemals so erfolgreich gewesen wäre, Byrd, der mit einem anstrengenden Doppelleben die Untergrundkirche in England versuchte zu schützen und gleichzeitig mit seiner unvergleichlich schönen Musik den geheimen Messen den Glanz der Una Sancta, der dennoch triumphierenden Kirche in die Hauskapellen der rechtgläubigen Lords brachte.
Das Credo aus der Messe zu vier Stimmen hat eine kleine Besonderheit, auf die mich ein Freund einmal aufmerksam machte. Leider wird bei vielen Interpretationen einfach "drüberweggesungen", so wie bei der Aufnahme mit den Tallis Scholars, die in meinem Regal steht.
Warum es geht:
Bevor die Musik zu "et unam sanctam" fortschreitet, wird der Fluß der Musik unterbrochen. In den modernen Ausgaben findet sich über der letzten Note des Wortes "prophetas" (eine doppelte ganze Note) eine Fermate.
Mit schon im Notenbild gravitätisch wirkenden Notenwerten (Ganze und Halbe) wird dann "et unam sanctam" gesungen, danach setzen die drei Oberstimmen "catholicam" nach und dann, wie zur Bekräftigung, alle vier Stimmen noch einmal "catholicam". Was für ein deutliches Ausrufezeichen!

Freitag, 5. März 2010

päpstliche Empfehlungen

Kath.net meldet gerade, wie der Heilige Vater nach Aussage seines Zeremoniars die liturgische Reform der Reform angeht:
Ohne Zwang, Empfehlungen aussprechend, langsam.
Ziel ist eine gegenseitige Bereicherung der beiden Riten.

Es ist wie ein Genesungsprozeß nach einer langen schweren Krankheit.
Der Patient muß selbst zur Einsicht kommen, die Diagnose annehmen und sich freiwillig auf den Weg aus der Krankheit machen. Die Krise als Chance zu begreifen,... tja, das dauert manchmal sehr lange...
Ein guter Arzt bringt die Geduld auf, der Heilige Vater offensichtlich auch!