Donnerstag, 5. August 2010

I'm dreaming of a

Keine Sorge!
Ich bin weder des Sommers müde, noch mag ich amerikanische Weihnachtsschnulzen wie sie uns die dortige Schlagerindustrie in den 1950ern mit "Bing Bong Crosby" schenkte.
Eigentlich war es mein Plan, etwas über "Harmoniümer" ins Blog zu stellen, doch es kam ganz anders! Ich hab mal wieder was falsches gelesen!

I'm dreaming of a great Inquisition!
Kennt ihr auch diese Angänge, wenn die Geduld nachlässt, die Hoffnung in den Keller sinkt, weil man allüberall den Hauch des großen Verwirrers und Durcheinanderwerfers zu spüren glaubt, wenn man sich in seiner geliebten Kirche umsieht?
Nein, ich habe heute morgen nicht die Seite des berühmten süddeutschen Pastoralteams aufgerufen und mir dort eine Depression eingefangen!
Es muß nicht immer Schweinfurt sein!
Diesmal war es "nur ein Wort", das mich in all meiner Dünnhäutigkeit so sehr getroffen hat.
Bei Thysus fand ich einen wunderbaren Artikel über das katholische Ereignis für die Schweiz, die Bischofswahl 2010.
In einem Manifest (grundgütiger Himmel!), dessen Inhalt auch genau das hält, was die Überschrift verspricht, kommt dann dieses monströse Wortgefummel, das mir sofort ein spirituelles Sodbrennen bescherte:

duale Verfasstheit

(als Beschreibung der schweizer Kirchen-(würg)-strukturen).
Das ist derart unschön, daß man es sich noch nicht mal mehr "schöntrinken" kann!

Wie kommt man auf ein solches Sprachungetüm?
Meine Vermutung: Viele Jahre, in vielen wichtigen Gremien, in schlecht gelüftete Räumen sitzen, bei fairem Kaffee und klimaneutralen Dinkelkeksen!
Dann passiert so etwas! Das ist typisch neoliberales Kirchentechnokraten Rottwelsch!
Mir fielen sofort noch mehr nette Namen für diesen Jargon ein:

Gremien-Masematte
Strukturalisten-Hindi
WisiKi-Esperanto

An ihrem Manifesten sollt ihr sie erkennen!

Diesen Vertretern des post-postmodernen Kirchendemokratismus scheint jeder Zugang zu den Quellen des Glaubens unserer Kirche verschüttet worden zu sein. Der Bischof ist kein Geweihter Gottes mehr, kein sacerdos magnus, der gesandt ist, (in der Gemeinschaft mit dem Heiligen Vater) Hirte seiner Herde zu sein. Das ist schon länger nicht mehr so!
Vielmehr ist man beim Status eines gremienorientierten Ehrenvorsitzenden angelangt, den man zwar irgendwie haben muß, der aber bitte möglichst den Geschäftsbetrieb nicht stören soll!
Halt ein freundlicher Winkeonkel, der manchmal nen violetten Gürtel tragen darf, also quasi Kirchenpräsident mit komischer Dienstkleidung!

Welch ein Jammertal!!!
Hier wird man nicht mehr an die Ströme lebendigen Wassers geführt.
Das ist die Sprache derer, die an den Wassern zu Babel ihre Harfen in die Weiden gehängt haben und schon zwei Schritte weiter sind, als einfach nur "hinwerfen und weinen"!
Hier melden sich Menschen zu Wort, die sich organisiert und einen Ausschuß zur Evaluation der Grundlagen für gendergerechte und zeitgemäße Klageliedentwicklung gegründet haben.
Man bleibt im verhassten Babel und macht seinen eigenen Laden auf, eine Art Autonomiegebiet für Berufsgremieker.
Willkommen in der Kirchenvolksrepublik Gremiestan!
Was für ein Fortschritt!
Gratulation!
Ich weiß, in der Schweiz ist rechtlich alles ein wenig anders, weil die Konkordate dort anders gestrickt sind. Tja, wenn es nur die Schweiz wäre und die dortigen Konkordate........

Dann kommt dieser Wunsch wieder hoch...
apostolische Visitation, Inquisition, Einsetzung von Exorzisten...
Aber wo sind die Priester, wo die Orden, denen es gelingen könnte, diese gigantischen Aufgaben zu meistern?

Es gibt Zeiten, da möchte man sich am liebsten schon nach dem Frühstück einen schickern gehen! Aber erstens schmeckt um diese Uhrzeit kein Pilsken und zweitens hilfts auch nicht!

Da hilft nur eines: beten!

Schönen Tag noch!

Kommentare:

Stanislaus hat gesagt…

Weißt Du, bei welchem Wort mir die Fußnägel hochgehen?

"Würzburger Synode"

*kotzwürg*

Laurentius Rhenanius hat gesagt…

Würgsburger Synode ;-)

dilettantus in interrete hat gesagt…

Ich ergänze:

Liberalen-logorhoe