Dienstag, 17. August 2010

Die Männerwirtschaft ist schuld!

Wer die sogenannten Privatsender einschaltet, bekommt neben den üblichen amerikanischen Fernsehserien, "Dinnershows" mit B-F Promis und Umbauserien eine Reihe von Serien geboten, die sich mit dem Leben der Ordnungshüter in Deutschland beschäftigen. Ob es nun die "Klassiker" "Toto und Harry" sind oder die Streifzüge mit den Damen und Herren des Zolls, des Eichamtes oder den Leuten diverser Ordnungsämter diese Serien haben eine Konstante:
Die Erwischten sind immer unschuldig!
Die einen wissen nicht, ab welcher Anzahl von Stangen sie ihre Zigaretten zu versteuern haben, bei den anderen ist es das Gefälle des Marktplatzes, das ihre Waage per se 5 gr. zuviel anzeigt und bei den Falschparkern ist es dann der Hausbesitzer, der rücksichtsloser Weise genau da seine Einfahrt eingerichtet hat, wo Herr x oder Frau y parken müssen, um einen Brief einwerfen zu können.
Keien Ausrede ist zu abstrus, als daß sie nicht vorgebracht würde. Dem Zuschauer zu Hause auf dem Sofa bleibt nur ein Kopfschütteln über die dreiste Dummheit der Erwischten und auch die Schadenfreude über das Knöllchen. Wenn sonst die Welt schon ungerecht ist und so viele Taten ungesünht bleiben, so ist doch die Politesse unbestechlich und vergibt ohne Ansehen der Person Knöllchen und ruft den Abschleppwagen. Wenigstens eine sorgt für Ordnung! Bravo!

Was in den letzten Tagen durch den süddeutschen Blätterwald rauscht, erinnert sehr an eine solche Dokusoap!
Der geistliche Leiter des ifp liefert Äußerungen ab, die dem Heiligen Vater, seine Amtsführung und die Kirche im allgemeinen derart abträglich sind, daß man sie in der freien Wirtschaft als "geschäftsschädigend" oder als "Zerstörung des Betriebsklimas" bezeichnen würde. Dafür gibt es "draußen in der Welt" eine fristlose Kündigung.
Es ist eine Binsenweisheit, daß ich nicht gleichzeitig meine Brötchen im Zwischenlager Gorleben verdienen kann und nach Feierabend vor dem Tor eine Sitzblockade leiten kann. Mit einem anderen Beispiel:
Wer als Pressesprecher der Firma x in der Öffentlichkeit die Produkte schlecht redet, der kriegt den Koffer vor die Tür gestellt. Das versteht sich irgendwie von selbst.

Nun hat die DBK diesem Herrn das Mißtrauen ausgesprochen. (Allein darüber kann man sich schon ein wenig wundern, weil die Aussagen doch sehr nach Gusto des binnenkirchlichen Mainstreams gestrickt sind und sonst wenig geahndet werden. Aber das ist ein anderes Thema!)
Nun passiert das, was jeder Politesse oder jedem Polizisten irgendwann einmal passiert, wenn er/sie versucht, Recht und Gesetz anzuwenden und durchzusetzen:
Es bildet sich eine Menschentraube und der Übeltäter bekommt von völlig unbeteiligten Personen völlig zu Unrecht Unterstützung, weil er sich lautstark beschwert. Es werden immer wieder dieselben dämlichen Sprüche geklopft!
Dann sind die Parkboxen sowieso zu eng, die Parkgebühren zu hoch, die Bußgelder eine Abzocke von armen Bürgern, etc.
Einen besonderen Drive bekommt eine solche Sache immer, wenn es sich um einen Angehörigen eines südländischen Clans handelt und nach und nach die Sippe zur Unterstützung zusammenkommt... Aber egal wer es auch ist:
Letztlich ist der Staat böse oder doof, auf jeden Fall immer schuldig, nur nicht der Täter.

Nun kommen auch bei Pfarrer Broch alle möglichen Leute zusammen und machen genau das, was wir aus dem Fernsehen oder von der Straße kennen. Völlig Unbeteilgte mischen sich ein, wissen mal wieder alles besser und greifen genau die an, die wegen ihres Einschreitens ein dickes Lob verdienten.
Und prompt werden den Bischöfen die gleichen dämlichen Stereotype um die Ohren gehauen, wie der Mitarbeiterin des Ordnungsamtes, nur hier scheut man sich nicht vor Vergleichen, die im Umgang mit einer Politesse zu einem schönen Prozeß wegen Beleidigung führen.
Die Kirche als Unrechtsregime alter Männer und Broch als niedergedrückte Stimme der Kritik. Ein echter Brüller!

Aber es rotten sich in diesem Falle keine nöckeligen Rentner oder halbstarke Panzerkettchenträger in Bollerbuchsen zusammen. Nein, es sind die Vertreter bestimmter Presseorgane und Rundfunkchefs, was ihren Äußerungen auf den ersten Blick den Anschein einer besondere Wichtigkeit verleihen mag. Ich kann diesen Äußerungen keine größeres Gewicht zusprechen, als so mancher Äußerung auf der Straße. Es ist dasselbe in grün und das macht die Sache auf andere Art und Weise zu einem schwerwiegenden Fall. Wieder einmal mehr zeigt sich, wie wenig diejenigen, die es eigentlich besser wissen sollten, eine kritische Distanz zu denn Dingen bewahren!
Aber es ist egal, ob es sich um Straße, Dokusoap oder in diesem Fall um die sog. seriösen Medien handelt. Das Spiel ist dasselbe und heißt "verkehrte Welt!"

Wenn nun einige der selbsternannten Verteidiger ihre Mitarbeit in der Kirche aufkündigen, so ist das aus meiner Sicht nur zu begrüßen! Es geht mit jedem wieder ein Vertreter jenes realexistierenden deutschen Katholizismusses, der die notwendige Reform der Kirche im Sinne des Heiligen Vaters verhindert. Außerdem scheint die Verwurzelung in der Kirche Gottes eh nicht sehr tief gewesen sein, wenn ein solcher Fall zur Aufkündigung der Ämter führt!

Nicht die Männerwirtschaft ist schuld und keiner der Bischöfe ist ein kirchlicher "Knöllchen Horst"!
Pfarrer Broch hat gezeigt, daß er offensichtlich für ein solchermaßen verantwortungsvolles Amt nicht mehr die nötigen Voraussetzungen hat.

Es ist wie in dem Fall in Hannover:
Die alkoholisierte Frau am Steuer war selbst schuld, daß sie den Führerschein verloren hat, weder die Polizisten, die sie gestellt haben, noch die rote Ampel haben einen Fehler gemacht!

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