Freitag, 28. Mai 2010

Käßmann, Käßmann über alles!

Liebe Freunde!
Es gibt noch Hoffnung für die Ökumene in Deutschland. Nach Jahrhunderten der protestantischen Schmalspur-Personenkulterei, die sich nur auf Martin Luther, Frau von Bora und einen gewissen Schwarzerd beziehen durfte, scheint der Anschluß an die zeitgemäße "Santo-subito Bewegung" der römischen Kirche gelungen zu sein. Es gibt nur einen Unterschied: die Person, der man nun Hymnen verfaßt, wie Stanislaus berichtet, ist im Gegensatz zu Johannes Paul II. noch lebendig.
Damit ist mal wieder über das Ziel weit hinaus geschossen worden.
Es ist sicherlich ein Ausdruck der allgemeinen protestantischen Ungeduld, führt aber damit leider sehr in die Nähe altkommunistischer Verehrungsformen, die aber mancher und manchem VerehrerIn noch aus den Jungendtagen auf den Barrikaden bekannt sein durfte, als man, fröhlich seine Maobibel schüttelnd durch die Straßen zog und "Ho, Ho, Ho-tschie-ming!" skandierte.
Hier vermischt sich Nostalgie mit Übereifer.
Es fehlt halt an katechetischer Unterweisung und an katholischer Bildung.
Es geht, wie die Überschrift ja schon verrät, um die allseits so beliebte Exlandesbischöfin und Ex-EKD-Vorsitzende Margot Käßmann.
Sie soll zu einer zweiten Amtszeit geführt werden. Mit einem Motivationslied!
Ohweia! Wih schell owerkahahamm! Uah!
Auch hier fehlt es mal wieder an Bildung und an Traute!

Wenn man eine Bewegung lostreten will, dann muß man was Mitreißendes produzieren, vielleicht an bekannte Stücke anschließen, mit denen die Menschen etwas verbinden, was sie von den Stühlen treibt! Es darf kein weinerliches Textwerk zur Klampfe gereicht werden, das muß wie eine Maß Bier mit Haxe sein, handfest, schmissig und volkstümlich!
Und da wird es schon wieder schwierig.
Außer "Ein feste Burg" oder Versatzstücke der "Internationalen" ist kaum noch Liedgut bekannt und auch geeignet. Also entweder was Weltliches umdichten oder bei den Könnern - also bei uns - Anleihen machen.

Wie könnte sowas aussehen:

Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt,
ist uns Margot neu erschienen, Bischöfin aus Volkes Hand...

NEIN!
Das geht nicht!

Mit diesem Liede ist eine andere Margot (und ihren Erich) engstens verbunden.
"Volkes Hand" klingt so nach "volkseigen"...besser nicht!

Mal was aus dem eigenen Köcher:

Sagt an, wer ist doch diese, die nachts durchs Städtchen rauscht?
Der vor Marxens Thron in München, die große Menge lauscht?
Es die Margo-hot Käßmann, der ka-heiner böse sein kann. Bischö-hö-fin werde sie!

Damit ist nichts verschwiegen, Sympathie bekundet und gleichzeitig kurz und prägnant die Forderung des leidenden Volkes ausgesprochen.

Tja, die liebe Margot!
Sie fährt nachts vollkommen fahruntüchtig durch Hannover und gefährdet andere Menschen. Sie wird von der Polizei erwischt und was passiert?
Mitleid mit Margot!
Wer "Beffchen abgeben!" forderte, war ein böser Hardliner!
Sie tritt zurück!
Mitleid mit Margot!
Sie vergißt auf dem ÖKT in München, in welcher Kirche sie sich befindet und redet altliberalen Hochstuß über "die Pille".
Die Menge jubelt.

Der Bischof von Augsburg wird durch dubiose Anklagen in Zeitungen demontiert.
Die Meute fordert seine Absetzung.
Als das nicht ausreicht, wird mit angeblichen Finanzgeschichten nachgelegt.
Die Meute fordert seine Absetzung.
Selbsternannte Allesdurchschauer aus Eichstätt legen mit einer leichtgestrickten Ferndiagnose bei einem jungen Mann aus der Nachbarschaft nach und behaupten, der Bischof müsse sich an dem jungen Mann vergangen haben. Anders liesse sich das alles nicht mehr erklären.
Der Bischof war schon zusammengebrochen (worden).
Die Meute johlt!
Nach einigen Wochen kommt nun ans Licht, daß es wohl nichts um die gravierensten Vorwürfe war, selbst die Finanzgeschichten sind wohl von anderer Natur, wie hier zu lesen ist.

Aber wo ist der Aufschrei der betroffenen Menge?

Wo bleiben die Chöre, die "Wir wollen unsern alten Bischof Mixa wiederhaam!" skandieren?

Sie bleiben aus!
Warum?
Ist doch ganz einfach!
1. Hatte Monsignore Mixa schon immer eine "schlechte Performance"!
2. Ist er ein Mann. Hieße die Bischöfin Ranke-Heinemann, tja dann..., wer weiß?
Es zeigt auch,
3. daß das Volk den fröhlichen Ketzer liebt! Orthodoxe Katholiken sind immer eine unangenehme Anfrage an die eigene Existenz.
4. ja, ... bei Margot war es ja auch so, daß allen das ja mal passieren kann. Die Arme wird von der bösen Polizei bei einem Kavalliersdelikt erwischt. Ist doch keiner zu Schaden gekommen, ne!?
Da hat auch keiner gewagt, den Kopf zu fordern, jedenfalls nicht besonders laut und nicht in der Öffentlichkeit.
Schuld liegt nicht bei der Menge volks sondern bei der Polizei, dem Sündenbock, den ja viele nicht mehr als Freund und Helfer sehen, sondern als Sandsack zum Aggressionsabbau. Die Polizisten sind schuld, daß Margot Käßmann zurücktreten mußte. Konnten die nicht mal ein paar Augen zudrücken und die Frau diskret nach Hause bringen? Solche Sätze habe ich in diesem Zusammenhang gehört! Unglaublich! Somit sind in diesem Falle alle Opfer! Die armen Protestanten, denen die Identifikationsfigur schlechthin wegen einer "Bagatelle" genommen wurde und Margot Käßmann, die von dienstwütigen Strebern und Paragraphenreitern zur Strecke gebracht wurde.
Nur Opfer! Das fördert Solidarität. Alle sind lieb und gut. Toll!

Bei Monsignore Mixa war das schon anders. Da hat die halbe Republik laut nach dem Scheiterhaufen geschrieen! Und darin liegt der eklatante Unterschied zwischen den Fällen. Die heulende Meute müßte sich in Buße und kritischer Selbstbetrachtung schwere Fehler eingestehen.
Ich habe vorverurteilt!
Ich habe in meinem Haß maßlos gehandelt!
Ich muß Abbitte leisten um Verzeihung bitten, mich um Wiedergutmachung bemühen!
ES wird nichts dergleichen passieren!
Nicht nur, weil man einen unbequemen Streiter losgeworden ist, sondern auch weil eine solche öffentliche Umkehr und Buße nicht zeitgemäß ist und weil sie es auch noch nie war! Haben sie schon einmal eine Schlagzeile gelesen, in der stand: "Wir haben uns geirrt! Es tut uns leid, Frau/Herr X?"
Außerdem ist es mit dem Eingeständnis der eigenen Schuld schon immer sehr schwer gewesen! Schon im Buch Genesis ist es ja am Ende Gott selbst gewesen:"...die Frau, die DU mir zur Seite gestellt hast..."

Also?
Was gilt es zu tun?

Singen für Monsignore Mixa!

Die Melodie kann man sich unten anhören! Textvorschläge bitte über die Kommentarfunktion einreichen!
Und los!

Wir wollen unsern alten Bischof Mixa wiederham!
LAUTER!...





SO MUSS DAS KLINGEN UND GANZ BESTIMMT NICHT SO:

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wieder einmal ein exzellenter Beitrag, streckenweise urkomisch. Habe herzlich gelacht ueber die von Dir verfassten kaasvrouw Lieder!

tradi.nl

Laurentius Rhenanius hat gesagt…

Herzlichen Dank und einen lieben Gruß in die Niederlande!
Das mit dem Oranje boven lasse ich mal lieber, weil ich nicht weiß, wie Du zum protestantischen Hause Oranien stehst... ;-)

Benedetta hat gesagt…

*röchel*.. mann ich sitz hier (IM BÜRO!!) am PC und die Lachtränen laufen runter, was erzähl ich meinem Chef?? *schluchz* Sag an wer ist doch diese.. muaaahhaha ich kann nimma!! Werde heut Abend was zu +Mixa dichten :-))

Laurentius Rhenanius hat gesagt…

Hallo Benedetta!
Sorry, wenn ich Dich bei der Arbeit störe... ;-)

Aber sol schnell geht das, nicht wahr?
Kaum im Netz, schon wird gedichtet!


Liebe Grüße!
Laurentius

Sponsa Agni hat gesagt…

Dankedankedankedankedanke für diesen genialen Artikel - den werde ich gleich mal verlinken - und bei der Dichtaktion versuche ich mein Glück!
:-)

Sponsa Agni hat gesagt…

Also, hier mein spontaner Textentwurfe (das Trio war echt fies!):

„Wir wollen unsern lieben Bischof Walter wieder hab´n,
denn Augsburg, unser Bistum hat sie nötig, seine Gab´n!
Gottes Segen für sein gutes Tun!
Dafür werden nie die Gläub´gen ruhn!

Die Vorwürf´, die sind nichtig, auch wenn man´s nicht offen hört,
denn diese Gegenmeinung doch die Presseleute stört!
Gottes Segen für der Wahrheit Rang!
Töne einst des Sieges Jubelklang!

Das Gottvertrauen alle lauen Seelen wieder stärk´!
Dem Geist geling´ das Werk: Das Bistum´s über´n Berg!
Dass die Pfingstspalter unser´n Walter nicht krieg´n aus der Ruh´!
Bei allem schaut der gnädige Gott nicht nur zu:

An seinem Segen all´s gelegen ist, denn ER ist gut,
was immer er auch tut, oh Christ, hab´ frohen Mut!
An allen Tagen hilft ER tragen, was uns auch belast´:
Schenkt unser´m Bischof Walter die Kraft in der Rast!

Der Gläub´gen Ruf erschalle laut:
[Trio]
Unser Bischof, bleib´! / Spaltung ferne treib´!
Wir steh´n immer hinter Dir; / Jesus selbst ist Deine Tür!
ER sei Deine Kraft, / die das Gute schafft!
Bist ein guter Bischof hier; / alle nun zur Einheit führ!

Die Ecclesia, / seht sie stehen da:
Ehr´ dem Vater und dem Sohn / und dem Geiste! Unser Lohn:
Ewig´ Seligkeit / in der Einigkeit /
führe Deine Schar / treu und wahr / in die Ewigkeit!"

:-)

Laurentius Rhenanius hat gesagt…

Mensch, das ist schon mal preisverdächtig!
Super!
Ich bin auf die weiteren Beiträge gespannt!
Es sind selbstverstädliche auch andere Melodien möglich!

Sponsa Agni hat gesagt…

Hey, das ist gemein - dann nehmen alle anderen leichtere Melodien... *fies*
;-)