Mittwoch, 31. März 2010

Aus gegebenem Anlaß

ich weiß nicht, wie oft ich es schon getan habe, ich tue es diesmal wieder:
Hiermit ist diese Seite ab sofort bis auf Widerruf wieder


!!!

Wie bei Stanislaus zu lesen ist, soll nun laut SZ auch Seine Exzellenz in den 1980er Jahren Heimkinder geschlagen haben.
Zunächst sei noch einmal darauf hingewiesen, daß jeder in diesem Land als unschuldig zu gelten hat, bis zum Beweis des Gegenteils.
Stanislaus hat nicht ganz unberechtigterweise die Befürchtung geäußert, wir könnten im Zuge dieser Kampagnen in die Prüderie der 1950er Jahre zurückfallen.
Nun, wenn wir in den 1950er Jahren schon mal wieder angekommen wären.
Momentan sind wir im Kirchenhaß der 1930er Jahre stecken geblieben.
Es kommt nicht der roleback in die 1950er sondern wir sind deutlich bei der Diktatur der Political Correctness angekommen und ihrer unkontrollierbaren Schar der Kontrolleure und den sich ständig verändernden und verschärfenden "Normen".
Es wird, wenn es so weiter geht, kaum noch möglich sein, sich im Privaten irgendwo zu begegnen, ohne daß daraus nicht die Möglichkeit einer böswilligen Unterstellung werden könnte.
Wenn diese Gesellschaft nicht langsam umdenkt, besteht für jeden die Gefahr, egal ob zölibatär oder nichtzölibatär, ob hetero-, homo-, metro oder sonstwie sexuell in übelste Situationen kommen.
Zurück nach Augsburg!
Aber hat er es denn wirklich getan?
Wer will das beweisen und wie?
Was leisten solche Behauptungen außer Rufschädigung, Ehrabschneidung und Demontage einer, für manche unbequemen, Persönlichkeit.
Monsignore Mixa kommt aus Bayern. Wann ist dort die Prügelstrafe in den Schulen abgeschafft worden? Irgendwann in den 1980ern.
Also wenn er zugelangt haben sollte, dann im Bereich der bayerischen Erziehungsstandards und des geltenden Rechtes der Zeit. Ob solche Standards aus heutiger Sicht besonders glücklich sind, läßt sich diskutieren. Verboten war es nicht und -jetzt wird es ganz böse, aber ich meine das ernst- vielleicht hatten sie es ja auch ganz einfach mal verdient!
Auch ich habe mir mal was eingefangen und mit Abstand zu den Ereignissen muß ich sagen, es war vollkommen richtig und es hat mir nicht geschadet! SO!
Und wieder die Frage: Ist das alles überhaupt passiert?
Auch im angeblichen Fall des Monsignore Mixa ist mal wieder deutlich:
Es wird die rechtliche Grundlagen vergessen (Unschuldsvermutung sowie "Nulla poena sine lege"). Es wird nicht danach gefragt, warum diese Behauptungen nun aufgestellt werden (cui bono?).
Es wird von der Presse kolportiert und schon kann man im Zuge der Mißbrauchsdiskussion einem angeblich unbequemen Kirchenmann an die Soutane gehen! Vor Jahren wäre man sehr vorsichtig damit umgegangen und hätte zunächst einmal umfangreiche Recherchen angestellt. In einer Zeit, in der guter Journalismus den Medienhäusern zu teuer geworden ist, die Qualität der Presseerzeugnisse das mehr als deutlich zeigt, sucht man die schnelle Meldung, die fette Schlagzeile und die hohe Auflage. Und wenn ein skandalisierter Bischof die Erträge in die Höhe treibt, wen interessiert es, was mit dem Mann passiert? Die Kohle muß stimmen!
Auch da sind wir in den 1930er Jahren angekommen! Als Abendunterhaltung kann ich jedem nur den Film "Extrablatt" von Billy Wilder empfehlen. Chikago 1930. So sieht unsere Presselandschaft aus!
Wer nimmt den nun die Unschuldsbeteuerungen seiner Exzellenz ernst, wer hört sie überhaupt, wer will sie überhaupt hören?
Ich glaube seinem Wort!
Ich vertraue darauf, daß Bischof Walter Mixa die Wahrheit sagt!
Und solange nicht der Teppichklopfer mit der DNA von Bischof Mixa gefunden worden ist und diese DNA nachweislich zwischen 1970 und den 1980ern daran gekommen ist oder er ein vollkommenenes Geständnis ablegt, ist er für mich nicht nur vor dem Gesetz unschuldig!
Sollte sich das nicht beweisen lassen, ist das ein übler Versuch der Ehrabschneiderei, üblen Nachrede und Demontage eines Kirchenmannes! Dann kann es ein Fall typischer Trittbrettfahrerei von Leuten sein, die sich damit ein Öffentlichkeit schaffen wollen, die sie sonst nie bekämen.

Wer diesen Grundsatz unserer Rechtsordnung nicht mehr in Verstand und Gewissen durchhält, der hat den ersten Schritt in die Diktatur der Verdächtigung mitgemacht!
Wer sich jetzt zurücklehnt und mit einem resignativen "die ahen doch eh alle Dreck am Stecken!" das Ganze kommentarlos mit sich und auch mit Bischof Mixa machen läßt, der darf sich nicht wundern, wenn er demnächst ebenfalls durch den Sumpf der üblen Nachrede gezogen wird.
Diese Gesellschaft, die angeblich den Schutz des Einzelnen, Unmündigen, Unterdrückten oder sonst wen will, tut das unter grober Mißachtung der Person und ihrer Rechte, die sie angeblich schützen will.
Es geht gar nicht mehr um die Kinder, wenn ihr mich fragt, es geht um den Kehraus! Skandalisierung der exponiertesten Persönlichkeiten und Gefügigmachung des Restes.
Der Weg in die politisch-korrigierte Einschüchterungsgesellschaft hat begonnen. Das Geschäft mit der Angst ist eröffnet.
Wie schnell sind solche Vorwürfe erhoben, wie schlecht lassen sie sich entkräften. Schließlich und endlich bleibt immer etwas hängen und das soll es ja wohl auch.
Das hatten wir doch schon mehrfach in unserer Geschichte: angeblich Feindsender gehört, Führerwitze erzählt, Stalinwitze erzählt, Sabotage betrieben... so wurde man Nachbarn los und bekam gleichzeitig noch ne Belobigung und Macht über andere oder deren Job!
Jetzt geht es um angebliche Backpfeifen oder Kopfnüsse, die Kirchenmänner verteilt haben sollen.

Apropos Unschuldsvermutung!
Gehört zwar nicht hierher, ist aber ähnlich:
Wie haltet Ihr es den mit Jörg Kachelmann?
Auch schon ein Urteil gefällt?

Wir sind halt immer irgendwo zwischen Palmarum und Karfreitag...

Kommentare:

Stanislaus hat gesagt…

In Bayern wurde die Prügelstrafe 1980 abgeschafft.

Josef Bordat hat gesagt…

Grausamer Verdacht: Hat Berlins Bischof Hertha geschlagen?

AP/dpa (1. April 2010) – Georg Kardinal Sterzinsky ist bei den Berliner Katholiken durch seine ruhige und bodenständige Art sehr beliebt. Der gebürtige Ostpreuße, der „auch schon mal das eine oder andere Glas Mineralwasser trinkt“, gilt als Sanierer des Ende der 90er Jahre in finanzielle Schwierigkeiten geratenen Erzbistums. Doch nun wurde bekannt, dass Sterzinsky möglicherweise in den Skandal um Missbrauch in der katholischen Kirche verwickelt ist.

Sterzinsky schlägt Hertha!

Kardinal Sterzinsky soll, so ein Erzbistumsexperte, vor 50 Tagen die Hertha aus seiner Diözese mehrmals geschlagen haben. Erst jetzt habe diese sich dazu äußern können. Sie habe sich natürlich „in Grund und Boden geschämt“, so die Hertha, doch nun habe sich eine Zeitung gefunden, die „den Gang an die Öffentlichkeit ermöglicht hat“. Laut Hertha soll Sterzinsky sie achtmal geschlagen haben, sogar „ziemlich hoch“. Sie werde das „nie vergessen können“.

Ein Sprecher des Erzbistums räumte ein, Sterzinsky habe Hertha „ein paar mal – nicht öfter – geschlagen“. Der beschuldigte Bischof sprach der Hertha sein tiefes Mitgefühl aus. Diese zeigte sich jedoch enttäuscht: Worte des Bedauerns könnten nicht „wiedergutmachen, was geschehen ist“.

„Papst muss zurücktreten!“

Unterdessen wird in Vatikankreisen darüber spekuliert, ob der Papst von den Vorfällen wusste. Für Hertha steht fest: „Er muss etwas gewusst haben. Er ist schließlich der Papst.“ Benedikt erwähnte in einer Messe, die er gestern feierte, den Fall der Berliner Hertha nicht direkt, äußerte aber Verständnis für die „großen Sorgen einiger Berliner, die in diesen Tagen miterleben müssen, was geschieht“. Hertha: „Das reicht nicht! Der Papst muss zurücktreten!“

Das wäre ein Signal – auch an die Bischöfe in Bayern. Und natürlich an die Bayern. Damit niemand mehr Hertha schlägt.