Freitag, 26. Februar 2010

Semper idem!

Immer wenn man mal mit einem deftigen Schlagabtausch rechnet, geht alles auch schon wieder auf Deeskalation und Kuschelkurs. Es wird der Weg des Friedens beschritten. Schnarre schreibt, Mutti telephoniert und schon ist wieder alles gut! Keiner aus der DBK ruft mehr nach dem Staatsanwalt.
Alles wieder gut?
Ich bin mir da nicht so sicher.
Schadensbegrenzung heißt jenes Wort, das durch die Nachrichten tickerte, wenn es um den Konflikt zwischen Regierung und Kirche geht. Der Vorsitzende der DBK bemüht sich um Schadensbegrenzung beim Streit mit der Justizministerin.
Das klingt nicht nach einer zurecht vorgebrachten Klage gegen die unverschämten Anwürfe von Frau Schleutheusser-Narrenberger. Das klingt vielmehr nach einem ehrenvollen Rückzug nach einem derben Fauxpas von Erzbischof Robert.
Der Chef der Vertuscherbande mault dumm gegen Muttis Rechtsabteilung.
Prompt hat auch ein weibliches (sic!) Opfer gegen Erzbischof Robert eine Klage wegen Strafvereitelung gestellt.
Was kann der heutige Erzbischof von Freiburg i.Br. für Fälle in Berlin, München und sonstwo, die vor 20-50 Jahren begangen wurden und nun erst an die Oberfläche kommen?
Nichts!
Was kann Frau L-S (S-N) dafür, wenn sie als Justizministerin den Grundsatz der Unschuldsvermutung vergißt und die Gesamtkirche und Generalverdacht stellt?
Entweder hat sie von den Grundlagen unseres Rechtssystems eine wichtige Grundlage, vergessen (Blackout à la Ellmütt?) oder sie weiß nichts davon oder versucht sie als Figur aus dem Umfeld des Humanistenverbandes der Kirche zu schaden um ihre eigene Weltanschauung zu befördern?
Ich weiß nicht, was sie dazu bewogen hat derart zu holzen.
Eines weiß ich aber sehr wohl: Um vom Amt des Justizministers der Bundesrepublik Deutschland jeden Schaden und Makel fernzuhalten, wäre eigentlich ein Schritt notwendig, wie ihn Frau Margot Käßmann vollzogen hat.
Chapeau, Madame, kann ich zu diesem Schritt nur sagen.
Die selbstkritische Reflektion ihrer Geisterfahrt hat sie einen Schritt wagen lassen, der nicht nur den verlassenen Ämtern ihre Unabhängigkeit und Größe wiedergegeben hat. Dieser Schritt hat die Glaubwürdigkeit und Ernsthaftigkeit ihrer Person und der von ihr gemachten Aussagen noch verstärkt!
Anders betrachtet, mal mehr so rheinisch oder bayrisch:
Frau Käßmann hat (aus welchen Gründen auch immer) einen über den Durst getrunken, hat in der Nacht in einer menschenleeren Stadt eine rote Ampel nicht ernstgenommen. Niemand ist geschädigt worden und wenn sie sich nicht hätte erwischen lassen, wäre auchsonst nix passiert. In südlichen Ländern wie z.B. Bayern wäre das eher ein Beweis für ihre Regierungsfähigkeit gewesen. Nicht so im kühl-protestantischen Niedersachsen!
Fleppe weg! Amt aufgegeben. Gemeindepastorin in Wolfenbüttel-Dingenskirchen. Zack!!!

Und Frau Justizministerin?
Die Justizministerin der von uns gewählten Regierung erhebt Pauschalverdächtigungen, die dem Ansehen der deutschen Bischöfe schaden, den Priestern und Ordensleuten, der Gesamtkirche, die ich persönlich als Hetze empfinde, verletzt dabei Grundlagen unserer Justiz, die sie eigentlich schützen und befördern soll und was passiert?
Gar nichts!
Nicht gerade um Ruf und Amt gesorgt, schreibt sie einen Brief, nimmt nichts persönlich in der Öffentlichkeit, die sie vorher für ihre Unterstellungen mißbrauchte, zurück und gleichzeitig zieht sich die DBKfreundlich, lieb und gut die Klageandrohung wieder ein.
Ist ja auch nicht so wild, wenn man gegen einen Grundsatz unsrer Gerichtbarkeit verstößt, der sowieso immer unbeliebter wird. Unschuldsvermutung!
Son komplizierter Mist, der Selbstbeherrschung und Sachlichkeit verlangt. Unschuldsvermutung! So ein Quatsch!
Ja wenn einer mal besoffen ist und Auto fährt, au, da weiß ja jeder wie schlimm das ist, was da alles passieren kann und wie unverantwortlich das ist. Weg! Untragbar! Pfui!
Aber Gesetze und ihre Grundlagen? Wen schert das noch? Kleinigkeitenkrämerei ist das!

Von wegen! Vor den Kadi mit der Frau, vor das höchste Gericht des Landes gehört dieser Fall!

Oh, was für eine Land!

Denk ich an Deutschland in der Nacht,
bin ich um den Schlaf gebracht!

Das erinnert mich an einen Satz, den ein alter Dechant sagte: " Wenn es um die Frage nach 1 oder zwei Mio bei der Errichtung eines Pfarrheimes geht, das interessiert keinen! Da wird immer einstimmig verabschiedet. Aber wehe es geht um die Farbe der Waschbecken!"
Rechtsordnung, die mich selbst schützt? Ejaal.
Schicker im Auto unterwegs! Dat jeht nitt!
Eine qwinselig autofahrende Krichenfrau ist zwar eine Gefahr für den Straßenverkehr, aber eine offensichtlich nüchterne Ministerin sollte wissen, was sie mit solchen Worten anrichten kann und wie wenig sie zu einem solchen Amt passen. Konsequenzen?
Leider nicht!
Schnarre bleibt im Amt und die DBK begeht Schadensbegrenzung in der Fläche.
Ich fasse es nicht!
Für mich ist das ein klarer Fall von Appeasement-Politik.

Es ist aber auch schrecklich!
Auf einmal schießen die Mißbrauchsfälle aus dem Boden. München, Hamburg, Hiltrup....
Es werden immer mehr!
Ettal. Der Abt von Ettal tritt zurück.
Jeder Fall, der passiert ist, ist ein Fall zuviel!!!
Egal ob in Familie, Kirchengemeinde, Schule,.... Sportverein!

Fürchterlich ist aber auch das ganze Gerede, das sich in den letzten Wochen entwickelt-
An den Theken kommen die Sümpfe der Adenauerzeit zu Sprache.
Im Kolpinghaus um die Ecke werden an der Theke Schauergeschichten von Patres erzählt, die in den 1950er Jahren angeblich die Jungs xxxxxx haben sollen, also wat da so alle passiert is..
Vom vermeintlichen Wissen angeekelte und verzerrte Münder in nickenden Gesichtern bestellen schnell noch ne Runde Hörnerkorn... bah, alles Perverse... Dat kann ja auch nich jesunnt sein, sowat, ohne ... ne? Prost!
Jeder kennt angeblich ne Geschichte, und schnell wird es irgendwie jedem zugetraut. Eigentlich haben es am Ende ja alle schon immer gewußt.
Egal ob kirchentreu, ob kirchenfern, ob kirchenfremd:
Niemand traut mehr dem geweihten Stande etwas zu, außer die halbgaren Geschichten, die je schlimmer umso wahrscheinlicher...
Gehen Sie da mal dazwischen und reden Sie von Unschuldsvermutung und vom Straftatbestand der üblen Nachrede!
Freundschaften werden sie damit sicherlich nicht generieren!

Generalverdacht, Mißtrauen. Die Hetze gegen unliebsame Priester wird wieder so einfach..., der Anfangsverdacht reicht, um die ganze Atmosphäre zu vergiften und Leute aus dem Amte oder der Stadt zu kicken.
Ich strenge keine Vergleiche mit einer irgendwann stattgefundenen Vergangenheit an! Nein! Ich tue es bewußt nicht, egal wie ähnlich sich das alles anhört. wie vergleichbar es auch immer scheinen mag.

Aber ein Satz sei gesagt:

Welch ein altes, probates und böses Mittel!!!

So schädigt man nachhaltig das Ansehen und befördert die Selbstzerstörung durch Streit und Mißtrauen.
Was für ein Flurschaden!

Wer sich mal genau umschaut, wer genau liest, der merkt, wie deutlich sich in den letzten Wochen die alten Vorbehalte gegen Jesuiten wieder hochgespült werden. Ganz alte Ressentiments noch aus den Zeiten vor Gxxxxxxs kommen da wieder hoch.
Bismarck? Wer hat eigentlich mit der Hatz auf Jesuiten angefangen?
Ich weiß es nicht? Aber ich merke in mir selbst, wie tief dieses Zeug in mir steckt, das Gerede von Geheimnissen, Einfluß, Macht.....

Wäre da nicht ein vertrauensbildendes Wort aus dem Justizministerium oder aus dem Kanzleramt vonnöten, daß solche Antistimmungen abfängt? Wäre es nicht im Sinne der Gesamtgesellschaft, wenn die Justiz der angeblich so wichtigen Sinn- und Wertevermittlungsgröße Kirche Hilfe zu Krisenbewältigung anböte?
Ja sicher, wenn die Kirchen den Status hätte, der immer dann behauptet wird, wenn Kirche mal nicht so funzt, wie es angeblich von ihr doch von allen und schon immer erwartet wurde.

Zu hoch gehängt? Zu übertrieben?
Ich glaube nicht! Es ist halt immer nur dasselbe!


es wird frühling

es wird immer kälter in diesem deutschland

bis es sich mal wieder überhitzt

seid nüchtern und wacht

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