Freitag, 22. Januar 2010

Uns Margot... (die Glosse am Freitag)

hat in letzter Zeit a bisserl Pech, finde ich.
Erst wird sie irjenzwie aus Versehen Vorsitzende der EKD (..."ein Job, um den ich mich nicht gerissen habe..." Wers glaubt!).
Die Orthodoxen hauen sofort wie bei der Frauenfrage ins Kontor.
Dann eckt sie mit ihren Predigten bei Guttenberg & Co an und nun hat sie noch alle Hoffnung in den Heiligen Vater verloren.
Mensch, also se tut mir schon en bisken Leid, dat Marjot. Sie ist so verzweifelt darüber, daß vom Papst nix mehr erwartet, daß sie sich in so wichtigen theologischen Meetings wie "Gregor Gysi trifft Zeitgenossen" (wie politisch incorrect!) ihr Herz ausschütten muß. Der arme Gregor. Wie hat er sie wohl trösten können?
An dieser Stelle klinkt der liebe Laurentius mal wieder aus!
Denn:
Was hat das in einer "Talkshow" mit (dem geschätzten!!!) Gregor Gysi zu suchen?

Tja, das ist sie voll auf der Höhe der Zeit, auf Augenhöhe mit anderen Entscheidungsträgern der BRD.
An die Stelle des Dialogs tritt das publikumswirksamere Kommunikationssurrogat Talkshow!

Nachdem sich die Symbolpolitik unseres Landes aus dem Parlament in die Sessel der Salons bei Will, Beckmann und sonstwen gezogen ist,  ergeht sich die EKD-Vorsitzende wider Willen über ihre Erwartungen, die der neue schlimme Oberkathole in Rom mal wieder nicht erfüllt, genauso wenig wie sein so unschön in der Öffentlichkeit verstorbener Vorgänger.
Typisch Käßmann und typisch protestantisch wird hier nicht darüber nachgedacht, inwieweit ihre lutheeerischen Wunschträume mit einem waschechten Katholizismus à la Benedikt XVI. inkompatibel sind. Nix! Sachlichkeit raus, Emotionen rein. Personalisieren und stigmatisieren. Feedisch!
Sie erwartet nix vom Papst.
Ja was soll der denn machen, damit er Frau Käßmanns Erwartungen entspricht?
Die Una Sancta der EKD unterstellen oder was?
Ich könnte mich kaputtlachen! So einfach ist das mal wieder!

Mit J.F.K. gesagt: Frage nicht, was dein Land für dich tun kann! Frage, was du für dein Land tun kannst.
Isch möscht mal esu fragen:
Was tut eigentlich die EKD, allen voran die Zwangsvorsitzende eigentlich, damit wir Katholiken, allen voran der Heilige Vater, wieder etwas von ihnen erwarten?
Was dürfen wir von ihnen erhoffen?

Von einem Kirchenbund, der ohne Rücksicht auf die Schwestern und Brüder der anderen Kirchen eine geschiedene Frau in die höchste Repräsentationsetage hebt?
Von Landeskirchen, die ihre Präsidenten demnächst einfach Bischof nennen wollen, weil die Leute nicht wissen was ein Kirchenpräsident ist, aber alle ja wissen, was ein Bischof ist.
Mag ja sein, daß "die Leute draußen im Lande" wissen, was ein Bischof ist, aber die evang. Kirchenbehörden wissen es offensichtlich nicht!
Von Landeskirchen, die ganz gerne mal Kloster nach Manier der Zisterzienser oder Benediktiner spielen, weil es der Spiritualität so gut tut, gleichzeit aber qua Bekenntnisses doch alle Mönchsgelübde ablehnen?

Hat der Heilige Vater Frau Käßmann jemals persönlich so angegriffen, wie sie es jetzt mit dieser publikumswirksamen wie unsäglichen "Erwartungskiste" (mal wieder) getan hat?
Ist das die geschwisterliche Pflege des Dialogs auf Augenhöhe (Ich kann es nicht mehr hören!)

Es ist alles so durchschaubar wie dumm!
Da wird auf der einen Seite die Verdrängung des Themas "Sterben und Tod" aus der Öffentlichkeit als Verlust bejammert, zum Sturm auf das Tabu geblasen und wenn Johannes Paul II aus seiner Krankheit und seinem Sterben keinen Hehl macht, unser aller Vergänglichkeit wieder in den Blickpunkt der öffentlichkeit bringt, so ist das dann auf einmal eine Verletzung der Intimssphäre.
Ich verstehe nicht, was das gelebte Memento mori Johannes Paul II mit den Geburten im Hause Käßmann auch nur im Geringsten zu tun haben könnte.
Hier geht einer als Diener Christi -ohne sich zu schonen und ohne Beratung aus einer PR-Abteilung- den Weg in aller Konsequenz zu Ende, den er gehen muß. Das war zwar nicht immer schön, aber ernüchternd realistisch!
Dort werden vier Kinder in die Welt gesetzt.

Bei Johannes Paul II haben Milliarden Christen gebetet, überall haben die Glocken seinen Tod verkündigt. Sein Requiem war eine große Feier des unerschütterlichen Glaubens der Kirche Christi an die Auferstehung und die Vollendung im kommenden Reich Gottes.

Bei den Geburten im Hause Käßmann hat vielleicht nur ihr damaliger Mann im Krankenhaus gewartet.
Könnte es vielleicht sein, daß hier... Nein! Das kann doch nicht sein!
Das will ich jetzt aber mal nicht hoffen!
Da erwarte ich aber von der EKD-Vorsitzenden etwas anderes!

Denn wie sagte doch die große Vorsitzende des Rates der EKD auf dem Epiphaniasempfang zu Loccum im Jahre 2009:
"Unsere Kirche will Menschen durch den Glauben für die Herausforderungen der Welt stärken und den Blick auf die wirklich entscheidenden Fragen lenken."
Durch welchen Glauben an was eigentlich?
Egal!
Dann mal los, liebe Margot!
Schließlich kommt ja alles Gute von oben, gell?


Kommentare:

Elsa Laska hat gesagt…

Gewöhnen wir uns besser an diesen Stumpfsinn. Es wird nämlich nicht besser werden. Und den Katechismus können wir auch nicht mehr verschicken, den hat sie ja schon.
Vielleicht probieren wir es aber mal mit einer Bibel ...Mit einer LutherBibel am besten, die in "gerechter Sprache" hat sie ja bestimmt schon.

Stanislaus hat gesagt…

Eine Freundin meinte mal etwas irritiert: "Wenn Ihr auf Euren Blogs immer nur 'Margot' schreibt, da denken wir hier im Osten an die Honecker."

Anonym hat gesagt…

Lieber L.R.!
Du wirst dir vorstellen können, daß das anonyme, rheinländische und evangelische Mädel hier nicht die Klappe halten kann...wo es doch um "uns Margot" geht!
Ja,da hat sie einen richtigen Bauchplatscher in den Fettnapf gemacht!!!
Die Weihnachtspredigt habe ich persönlich ihr ja nicht nachgetragen,denn vom Frieden sollten Geistliche an Weihnachten schon predigen dürfen,ob es Illusion ist oder nicht!
Doch hier gebe ich dir nun vollkommen recht,...manchmal ist es hilfreich wenn man erst denkt und dann den Mund aufmacht!
Die Äußerungen über das Sterben von Papst Johannes Paul mißfallen mir sehr,..ich kann garnicht ausdrücken wie sehr!Das ist mehr als mangelnde Empathie und ich bin traurig darüber! Daß sie nichts von Benedetto erwartet ist eine Meinungsäußerung! Es steht ihr zu dies zu tun, auch wenn es in ihrem Amt mehr als unklug ist!!!
Mir wäre es lieber uns Margot würde sich im Moment mal um die Probleme im eigenen Lager bemühen, anstatt in Talkshows um sich zu schlagen!Ich hoffe und bete, daß sie nicht zu den Leuten gehört,die im neuen Amt ganz plötzlich alles wissen und alles können! Das hasse ich!!!!
Ich bin also gespannt,was von der Dame noch kommen wird! Grundsätzlich habe ich ja nichts gegen Frauen in hohen kirchlichen Positionen, gegen Kampfhennen schon...,vielleicht sollte ich mir einen Button basteln: " Für mich spricht Margot nicht!"
Grüße aus dem ev.Lager,Ulla

Laurentius Rhenanius hat gesagt…

Tja, liebe Stanislaus, die Verwechslungsgefahr mit der anderen MArgot ist mir schon bewußt! :-)