Freitag, 30. Oktober 2009

Mitgliederwerbung

Durch die Blogozese laufen Berichte und Kommentare zu verschiedenen Aktionen, die versuchen, entlaufene oder neu Schäfchen in die Herde des Herrn zu holen. Elsa hat in ihrem Nacht(b)revier zur wunderbaren Seite katholischwerden.de und die Darstellung bei Nikodemus einen Text verfaßt.
Beiden kann ich nur zustimmen.
Wenn ich auch Elsa zustimmen möchte, daß eine gewisse Vorsicht und Sensibilität gefordert ist und ein "mit der Tür ins Haus fallen" durchaus abschreckend sein kann, so spricht die Seite doch wenig von dem an, was einen dazu bewegen kann, sich der Una Sancta (wieder) anzuschließen. Spiritualität - eher eine Leerstelle. Das Ganze ist sehr (wie ich schon in einem Kommentar schrieb) hasenfüßig, wenig selbstbewußt und wenig hilfreich. Hier scheint eher ein wenig Peinlichkeit durch, ich möchte es noch schärfer sagen:
Hier bietet nicht eine Kirche den Suchenden ihr Heilsangebot an sondern eine Gemeinschaft von Zweiflern sucht Neuzweifler zum gemeinsamen rumzweifeln oder verzweifeln.
Das ganze Ding ist m.E. weder tröstend, aufbauend noch hilfreich. Daneben sei noch die Frage erlaubt, wer eine solche Seite überhaupt braucht, aufsucht oder überhaupt erst einmal im Netz findet?
Die anderen offiziellen Seiten der DBK etc. müßten auf der ersten Seite ein entsprechendes "ansprechendes" Angebot bieten, denn auf diese Seiten kommt man schnell.  Denn die Wahrscheinlichkeit, daß ein "Suchender" "katholisch werden" googlet, yahoot oder sonst was, ist doch eher unwahrscheinlich.

Unser erzkonservativer Bruder in Christo hat eine tolle andere Aktion aus dem Vorbild-Bistum Linz (O felix Austria!) gefunden. Glaube gibt Halt, sicherlich! Aber was hat das mit Bäumen zu tun? Spätestens seitdem der gute Bonifatius mit solchen Baumgeschichten aufgeräumt hat, sollte doch bekann sein, daß nur ein Stamm das Heil bringt!
Auch hier man es mal wieder geschafft, mit Hilfe von Werbeagenturen alle Konturen gekonnt zu verwischen und eine unkonkrete Einladung zum "herrschaftsfreien Diskurs" zu formulieren (Und was glaubst du?).
Wer solche Plakate machen läßt, darf sich nicht wundern, wenn sich Menschen in Friedwäldern begraben lassen wollen.
Ich mußte unweigerlich an die Baumkuschelfrau aus den Touché-Comics denken.
Wer sie nicht kennt, der folge diesem Verweis.

Verweise in das Zwischennetz

Bei der morgendlichen Lekture diverser Depeschendienste sind mir zwei lesenswerte Kommentare zu Käßmann & Co auf die Mattscheibe meines Rechners gekommen: eins und zwei.
Daneben ist Stanislaus mit seinem Blogspot die zweifelhafte Ehre zugekommen, bei krzzz.nätt als Hauptquelle für einen sehr mäßigen Artikel  über das Treffen der Generation Benedikt geworden zu sein.
Mein Beileid!

Sonntag, 25. Oktober 2009

Rom und Canterbury Teil 2

Manchmal lohnt sich der Blick in die Gazetten der Nebelinseln. Einen bemerkenswert gut recherchierten Kommentar aus der Feder von Damian Thompson bietet  der gute alte "Telegraph"  zu den Entwicklungen zwischen Rom und Canterbury. Interessant ist dabei seine Einschätzung, warum es wahrscheinlich eine Personalprälatur werden wird.
Meine Leseempfehlung für den "High Tea" nach der 2. Vesper!

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Rom und Canterbury

Die Nachrichten über die sehr großzügige Antwort unseres Heiligen Vaters auf die Anfragen anglo-katholischer Bischöfe überschlagen sich zur Zeit. Wer die rasend schnelle Entwicklung beobachten möchte, der sollte momentan bei Rorate Caeli reinschauen. Wir werden gerade Zeugen eines wirklich historischen Momentes in der Kirchengeschichte. Wenn man einmal davon absieht, wer bei welchen Pressekonferenzen nicht anwesend war (hetz.net bietet da Infos an), so ist der ganze Prozess sehr schnell und in der Diskretion angelaufen, die man sonst vom Heiligen Stuhl immer gewöhnt war.  Es gab keine "undichte Stelle" und keine gezielten Indiskretionen, die auf eine Opposition innerhalb der Kurie schließen lassen könnte. Ob sich hier ein erster Erfolg der Umbesetzungen zeigt, bleibt zunächst einmal fraglich. Der Ablauf dieser Veröffentlichung läßt für die Zukunft hoffen.

Die regionalen Tageszeitungen schweigen sich über diesen Vorgang weitestgehend aus. Die Gründe dafür liegen auf der Hand.
Die anglikanische Gemeinschaft spielt im alltäglichen Leben in Deutschland und auf dem Kontinent kaum eine Rolle. Für die Redaktionen ist das genauso uninteressant wie die Schließung einer Brauerei in Belgien oder eine Fischvergiftung auf einem dänischen Volksfest. Wenn nun Prinz Charles diesen Weg  mitginge, wäre das durchaus eine Schlagzeile wert.

Die Tragweite dieser Entscheidung für das Gesamtgefüge der kirchlichen Landschaft in Europa und in den Ländern, in denen sich Dependancen der Anglikaner befinden, ist von den Redaktionen nicht erkannt. Dafür fehlt es offensichtlich an fachkompetenten Redakteuren.
Wenn der Sachverhalt in einer Schlagzeile zusammengefaßt werden sollte, wie hätte die heißen können:
Nach 500 Jahren fallen die Mauern zwischen Rom und Canterbury!
Papst bietet heimatlosen Anglikanern einen Platz in der Kirche!
Aber was ist das schon gegen die Vermutung, daß 35.000 Menschen in Deutschland eventuell an der Schweinegrippe sterben könnten, mit der die Blöd gestern titelte, wie ich bei meinem Bäcker lesen konnte.

In den überregionalen Zeitungen werden in den nächsten Tagen sicherlich Artikel erscheinen, die sich kritisch mit dem Abfischen der Konservativen durch die geschickte Politik Benedikts und den katastrophalen Folgen dieser Politik für die Ökumene beschäftigen werden.
Ein erstes Indiz dafür ist, wie sehr doch der abgeschlagene, ermattete und überumpelte Archbishop of Canterbury in den Mittelpunkt des  Interesses rück. Nach ersten (Falsch-?)meldungen über seine angeblich Begrüßung dieser päpstlichen Entscheidungen, treten nun die Überrumpelungsmomente in den Vordergrund, die an sog. feindliche Übernahmen aus der Wirtschaftswelt erinnern. Der Vergleich liegt zwar nah, trifft aber im Ansatz die feinen und gefährdeten Wege eines solch einmaligen Schrittes.

Das kirchliche Gefüge der Anglikaner wird nach dem Exodus, der sich in den Dankesschreiben andeutet, die bei Rorate Caeli etc. schon erschienen sind, nachhaltig verändern. Es wird sich zeigen, was passiert, wenn Bischöfe und gesamte Chapters sich uns anschließen. Was wird dann mit dem Bistum? Kommen andere Bishops, Deans etc. die dann als Vertreter der Staatskirche als "Johanne ohne Land" ohne Gemeinde die anglikanische Diözese weiterführen?
Wir leben in spannenden Zeiten.
Danken wir unserem Vicarius Christi, daß er mutig seinen Weg für die Kirche Gottes geht.
Möge Gott, der Herr, ihn uns lange an der Spitze Seiner Kirche erhalten!

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Caecilia-Notizen

das mußte ich einfach verlinken!
Ohne Worte aber treffend!

Thy hand, o Lord, hath guided thy flock from age to age...

Was ich ja schon seit längerer Zeit gehofft habe, ist nun offensichtlich eingetreten:
Der Heilige Vater macht übertrittswilligen Anglikanern ein großzügiges Angebot, welches die Angebotspalette (Sonderregelungen in der Liturgie gab es schon früher) erweitert. Das Modell der Personalprälatur ist ein bekanntes und gut eingeführtes Modell und ist auch den konservativen Anglikanern aus den eigenen Kirchen (Flying Bishops) bekannt. Der Erzbischof von Canterbury, so berichten diverse Printmedien heute, hat diesen Schritt Roms eindeutig begrüßt. Warum eigentlich? Ist er froh, wenn er sie endlich los ist?
Blanke Verzweifelung? War es ein act of ecomenical correctness? Man weiß es nicht!
Aber was kommt nun?


Der endgültige Auszug der High Church Party aus der Anglican Community?
Das wäre, so denke ich der, der Anfang vom Ende für die "Hinterbliebenen", der Beginn der Auflösung in die Bedeutungslosigkeit.

Was hat das für die Diskussion in unserer Kirche für Folgen?
Alle hängen sich an der Frage des Zölibates für die verheirateten Anglikaner auf.
Hier gibt es in den nächsten Tagen mal wieder ein echtes Sachproblem, weil keiner die unterschiedliche Gewichtung von Sakrament ( Ehe) und Zölibatsversprechen kennt und der "Stachel des Zölibates" im Fleisch der WisiKis,  Kivus, kfds und sonstiger lutherisch-verbürgerlicht denkender angeblichen Priesterversteher und selbsternannten Kirchenproblemlöser mal wieder juckt.
Hier wird es mal wieder "Irritationen" geben, Interviews, und -ich wette darauf- mindestens eine basisdemokratisch motivierte Unterschriftenaktion. GÄHN!

Viel spannender ist ein anderer Themenkomplex:
Was das nun wieder für die liturgische Vielfalt für Folgen haben wird...?
Anglican Style als weitere Speerspitze der neuen Prächtigkeit?
Choral Evensongs...
Einführung vernünftiger Kathedralschulen und -chöre?
Neben ON und OO einen erlaubten OA?
Neben dem Breviarium Romanum ein bereinigtes und erweitertes Book of common Prayer?
"God save the Pope...God save the Queen..."
"Hymns ancient & modern, new roman standard" anstelle eine neuen Gotteslobs?
Der gute alte Hausanzug für das Pfarrhaus, inkl. Gamaschen (gaitors)


Das kann ein schöner Winter werden!



Die Überschrift ist übrigens der Anfang eines anglikanischen Kirchenliedes mit einer sehr schönen Schlußzeile!





Donnerstag, 15. Oktober 2009

Aber der Hans, der kanns!

Ein herzlicher Dank geht an Stanislaus für seinen wunderbaren Artikel über das Stern-Interview mit Hans (ohneLand) Küng. Mir sind die Tränen gekommen und zwar vor Lachen. Danach bin ich zum nächsten Kiosk gestapft (Es ist kalt in Deutschland!) und habe sinnfrei Geld für das Magazin ausgegeben.
Neben den üblichen Entgleisungen zum Thema Freitod, die er ja schon im Umgang mit seinem dementen Freund W. Jens geäußert hat, hat er nun offensichtlich etwas ganz Neues entdeckt: Ober- und Unterkirche.
Ob er sich an die Kirchenparteien im Anglikanismus anlehnt, ist nicht ganz klar. Es klingt aber sehr nach House of Commons und House of Lords, also hier die demokratisch legitimierten Berufpolitiker dort die adeligen Spinner aus Wolkenkuckucksheim. Da es aber zur Zeit nur ein House of Lords gibt, ist er also quasi Chef der nicht existenten Republik Vatikan oder so was, jedenfalls Chefsprachrohr der Unterkirche!
Er hat nach eigenen Aussagen den Exodus vieler Reformer verhindert! Er wars!
Das nenne ich Selbstbewußtsein! Wahnsinn! Auf diese Ideen muß man erst mal kommen!

Wenn er wirklich wissen sollte, was mit diesen "Church-Parties" verbunden ist, so ist noch mal deutlich geworden, was er will: Nicht Reform sondern Auflösung!
Dahin geht die Gemeinschaft aus merry old England. Die Low Church ist auf den Weg in die Selbstauflösung zwischen Pfingstlern und PC, der Mittelflügel (Brought Church) hat sich aufgelöst und die High Church steht vor der Entscheidung, weiterhin ein Brauchtums- und Trachtenverein zu bleiben oder sich nach und nach endlich der Una Sancta anzuschließen.

Nun, zugegeben, ich habe eine Schwäche für das House of Lords! Dort werden nicht nur die intellektuell anspruchsvolleren Diskussionen geführt (das ist kein Scherz!), es zeigt auch immer wieder Sinn für Verantwortung und Nachhaltigkeit, die man sonst so sehr vermißt. Die wunderbare Parlamentseröffnung, wenn die Commons immer vor den Schranken der Lords stehen müssen, während die Queen die Thronrede hält, ist nur ein folkoristisches Schmankerl, das über die wirkliche Größe dieser Versammlung skuriller und überaus gebildeter Köpfe hinwegtäuscht. Ein kleines Beispiel:
Vor einigen Jahren wurde die Idee an das Oberhaus herangetragen, die Protokolle und Beschlüsse nicht mehr auf Pergament festzuhalten. Unpraktisch, teuer, nicht mehr zeitgemäß und was es sonst noch für Gründe angeführt wurden. Das Oberhaus hat sich dagegen entschieden! Warum?
Man hatte herausgefunden, daß es nur noch einen Pergamentmacher in England gibt und dieses Handwerk ausstürbe, wenn die Aufträge vom Oberhaus zukünftig ausblieben. Man hat sich gegen Zeitersparnis und für den Erhalt eines Handwerkes entschieden. Eine wunderbar unzeitgemäße Entscheidung, die von einem hohen Verantwortungsgefühl für Mensch, Kultur, Zukunft und Tradition zeugt!
Solche Entscheidungen brauchen wir in unserer Zivilgesellschaft wesentlich mehr und in der Kirche erst recht!
Und deswegen bin ich im Duktus der küngschen Schubladenideen auch ein überzeugter "High-Church-man"!
Als kleines Bonusmaterial ein Bildchen von einen Anglokatholiken, tough aber wunderbar "very high"!


Montag, 12. Oktober 2009

Caecilia-Notizen

treffender kann man es nicht zeigen!
Warum bin ich nicht auf diese Idee gekommen?
Danke

Kaum ist man mal nicht da

schon geht es in der Blogozese wieder zur Sache! Durch Dienst und einen Trauerfall im Bekanntenkreis war ich in den letzten Tagen vollkommen gebunden. Wo fange ich an?
Arbeiten wir uns vom Rand zur Mitte durch!
Die EKD hat ein peinliches Leck! Sponsa Agni, Stanislaus, kath.net, taz, hetz.net etc haben darüber berichtet.
Eine Frage beschäftigt mich dabei:
Warum kam das Papier an die Öffentlichkeit, will sagen cui bono?
Entweder um dem ohnehin etwas gestörten Verhältnis zwischen DBK und EKD noch eines draufzusetzen oder um OKR Thies Gundlach zu beschädigen? Ich halte die zweite Variante für eher wahrscheinlich. So verhindert man Leute!
Bedenklich finde ich bei alle dem dieses offensichtliche Verhinderungskartell in der deutschen Presselandschaft. Warum ist das Papier nicht mit der gleichen Wucht in die Kolumnen geschoben worden wie die angeblichen Skandale bei uns? Vielleicht weil das Bild von der lieben, toleranten, fortschrittlichen EKD schwere Risse bekommen hat? Ist sie vielleicht doch nicht das arme politisch-korrekte Opfer der rückständigen Papistenkirche sondern auch eine Gruppe von Tätern? Wollte man diese Bild nicht in die Öffentlichkeit transportieren? Wen dem so wäre (und offensichtlich ist es wohl so), so hätten wir ein weiteres Indiz für die Annnahmen, es in Deutschland mit einer antikatholischen Presselandschaft zu tun zu haben.

Der Seminarist aus Nigeria und die Folgen:
Wieder einmal sprühen die Ideen und Gedanken! Von Alipius bis catholicism wow geht es rund. Alles zeugt von einem sehr tiefen "sentire cum ecclesia" und auch von einem -verzeiht das Wort- kreativen Umgang mit der Krise und den freigesetzten Energien. Ich teile nicht die Bedenken des lieben und geschätzen Bruders Lukas.Was bedeutet dieses "sentire cum ecclesia"?

Zitat Bruder Lukas zum richtigen sentire:
"Was “richtiges” Fühlen mit der Kirche im besten Sinne ist, definieren nicht ich und du, nicht der Pfarrer, nicht der Beichtvater, kein Regens und auch nicht engagierte Laienchristen der Blogozese oder des Zentralkomitees, sondern ausschließlich das Lehramt. Also der Heilige Vater und mit ihm die in seiner Gemeinschaft stehenden Bischöfe."

Im Prinzip ja! möchte ich mit dem Sprecher von Radio Eriwan antworten , aber diese Engführung, teile ich nun überhaupt nicht! Die Lehre der Kirche ist keine Arkandisziplin, die in ihren Grundstrukturen nicht erkannt werden kann und der Auslegung durch den Großmeister bedarf. Sicherlich hat Lukas recht, wenn er damit sicherstellen will, daß die Schreibenden keine Gralshüter sind.
Dessen bin ich mir zumindest durchaus bewußt. Nur wissen das die anderen auch, die die Deutungshoheit über das Vat. II für sich reklamieren?
Und was ist, wenn das Lehramt schweigt, nicht zur Kenntnis genommen wird, die Bischöfe nicht handeln, sie es geschehen lassen, keine Kenntnis davon haben (wollen)....?
Noch einmal Grundsätzliches zum Handeln:
1) Die letztbindende Instanz für mein Handeln ist nicht das Lehramt sondern das Gewissen ist, wie St. Thomas lehrt.
2) der geschuldete Gehorsam gegenüber dem Lehramt entbindet mich nicht von der Pflicht, erkannte Mißstände zu benennen und auch zu kritisieren, weil das Lehramt ja dafür zuständig ist. Das wäre Beamtendenkart! Nein! Es ist geradezu
3)  meine Pflicht als Christ und Katholik, meinem Gewissen folgend, dann zu reden und zu handeln, wenn ich solche Mißstände erkenne. Ob ich das nun öffentlich im Netz mache, in der Gemeinde, in der Familie, egal. Jeder nach seinen Möglichkeiten und Gaben.
Wichtig ist, daß ich mich vom Lehramt korrigieren lasse und mich nicht über das Lehramt erhebe, wie es gewisse Reformatoren gemacht haben.
Wenn sich daraus neue und vielfältige Initiativen entstehen ist dies ein Zeichen für die Lebendigkeit unserer Kirche und keine Gefahr von Minischismen!

Ich finde es wunderbar, wenn im Land der Dichter und Bedenkenträger mit soviel Esprit, Verve, Witz und vor allen Dingen tiefer Gläubigkeit um die Sache Christi gerungen wird!

Warum kein Beitritt zu den gut eingeführten Laiengruppierungen?
Hier haben wir den alten Konflikt, der schon bei der Entstehung der Bettelorden aufkam. Warum haben Dominikus und Franz von Assisi ihre eigenen Läden aufgemacht und sind nicht Augustiner Chorherren oder Benediktiner geworden?
Weil sie mit ihren Anliegen dort falsch waren!
Weil die Kirche reif war für eine neue Form gemeinschaftlichen Lebens und "neue" Antworten auf neue Zustände brauchte. Auch das war eine ziemlich "revolutionäre Reform der Reform"!
 Der Beitritt zu den bekannten Laiengruppierungen findet genau deswegen nicht statt, weil sie entweder ähnliche innere Strukturen aufweisen wie der übliche Verbandskatholizismus oder weil sie vielleicht auch gar nicht die Aspekte abdecken, die hier gerade aufbrechen und wiederentdeckt werden.
Vielleicht ist es jetzt Zeit für eine neue Form im Zeitalter des web2 und der Individualisierung innerhalb der Una Sancta. Wer weiß es?
Trauen wir Gott und dem Beistand des Heiligen Geistes mehr zu als unseren Bedürfnissen nach Schematisierung, Ordnung und Überschaubarkeit! (Solche Sätze von mir! Unglaublich!)
Die Gefahr der Vereinzelung bleibt und auch die Gefahr, die Kräfte nicht gebündelt zu bekommen.
Deswegen:
Bleiben wir in Verbindung!
Ecclesia semper reformanda. Es ändert sich immer was. Manches kommt, manches geht, weniges bleibt. Ich habe da wenig Sorgen, aber viel Hoffnung. Hier hilft eine Lebensweisheit aus Westfalen ( man soll es nicht für möglich halten!):
Tu es mal! Du kannst es ja beichten!
Also:
Heißt Flagge und fröhlich weitermachen!

Dienstag, 6. Oktober 2009

... auf zum letzten Gefecht! Die Glosse zum Dienstag

Jetzt ist es endgültig vorbei mit der Geduld! Der Papst, die Bischöfe und überhaupt alle diese Kleriker haben den Bogen überspannt! Der Geduldsfaden der Ewiggeduldigen ist am 2. Oktober 2009 gerissen.
Wie uns über kath.net und die laieninitiative.at berichtet wird, sind nun entsprechende Forderungen nach Rom gegangen, die die Una Sancta endlich nach vorne bringen werden, wenn der Papst und die verstockte Kurie endlich einlenken. Um die Umsetzung in einem engen Zeitfenster zu gewährleisten, werden von namhaften Laienverbänden schärfste Sanktionen angedroht, wenn diesen Plänen von Rom nicht entsprechend Folge geleistet wird.

Die Forderungen sind absolut innovativ!
Hier das bahnbrechende Zitat aus dem kath.net-Artikel:
"Sollten die Vorschläge zur Beseitigung des Seelsorge-Notstandes – wie die Abschaffung des Pflicht-Zölibats, die Diakonweihe für Frauen, die Zulassung eines erweiterten Personenkreises, auch inzwischen verheirateter Priester, zum Vollzug sakramentaler Handlungen – weiter abgelehnt werden, sei ein "breit organisierter loyaler Ungehorsam" geplant, zitiert die "Wiener Zeitung" Kohlmaier, der damit auch die "unerträglichen Mängel des klerikalen Systems" sichtbar machen möchte."

WIE BITTE?

"Im Vatikan selbst besteht offensichtlich wenig Interesse, die bereits bekannten und abgehandelten Themen der nichtkirchlichen Gruppierung besonders zu würdigen. Ein Kurienmitarbeiter zeigte sich am Montag im Gespräch mit kath.net nicht überrascht, dass die "Laieninitiative" noch keine Antwort erhalten hat: „Die Mitarbeiter des Heiligen Vaters haben vermutlich derzeit andere, positivere Prioritäten. Das Priesterjahr zeigt in vielen Ländern bereits schöne Früchte und bei der Synode spricht man über Afrika. Dort platzen die Seminare aus allen Nähten. Gebet, Engagement und Heiligkeit werden sicher mehr bewirken als Unterschriftensammlungen und Pressekonferenzen auf Konfrontationskurs gehen muss. Wir sind doch nicht in der Politik.“"

Das kann doch wohl nicht wahr sein!!
Wie kann man sich nur um die Weltkirche kümmern, wenn solche wichtigen Schreiben aus Österreich ins Haus flattern?

"Was mit den Drohungen aber gemeint sein könnte, hat Hans Peter Hurka von "Wir sind Kirche" allerdings bei der Pressekonferenz durchaus angesprochen. Ein Kirchenbeitragsboykott sei "eine Möglichkeit", meinte er laut "Wiener Zeitung" und es sei "höchste Zeit, dass die Menschenrechte auch in der Kirche eingehalten und garantiert werden". Man drohe nicht "mit der geballten Faust", hob auch der Linzer Völkerrechtler Heribert Köck hervor, man wolle mit der Hierarchie im Gespräch bleiben, aber auf die Dauer würden sich die Laien nicht "auf der Nase herumtanzen" lassen."

Römer hört die Signale!
Revolution!
Der basisdemokratische Aufstand der zahlenden Rentner hat begonnen!
Rom wackelt!
Wie lange wird sich Benedikt XVI unter diesen dramatischen Zuständen noch auf der Kathedra Petri halten können?
Jetzt hab ich aber Angst!
Oh! Ah! Hiiiilfeeeeeeeeee!

Sagt mal,  Leute, gehts noch?

"Alle Räder stehen still, wenn mein starker Arm es will!" oder was?
Diese Liedzeile aus der langen und sehr traurigen Geschichte der Arbeiterbewegung scheint bei manchen dieser selbsternannten LaienvertreterInnen (einmal will ich auch pc sein!) immer noch durch die Köpfe zu geistern!
Diese Alt68er, die von Inkulturation, Weltoffenheit und sonstigen Relativismen angefüllte Reden halten und Gott und der Welt Chauvinismus vorwerfen, zeigen sich in solchen Momenten als die offensichtlich letzten Vertreter eines unerträglichen Eurozentrismus, der so eng ist, daß er über die Pfarrei- und Arbeitskreisgrenzen nicht hinauskommt.
Ich kann es nicht mehr hören!
Seit fast 40 Jahren immer wieder die gleichen Ideen. Beratungsresistent, unversöhnlich, realitätsflüchtig und angeblich im Besitz einer Weltformel, die den Fortbestand der Kirche sichert! Ja wie nennt man so etwas?
Wenn das nicht Ansätze eines sektiererischen, fundamentalistischen Traditums sind, weiß ich es auch nicht mehr! Leute, anders lassen sich diese abgestandenen Stammtischparolen kaum noch erklären.
Oder werden da ganze Gruppen zusammen altersdement und wiederholen nur noch, halb umdämmert, die immer gleichen Versatzstücke aus der revoluzzigen Jugend?
Sollte es das sein? Altersstarrsinn?
Außerdem:
Für wen halten die sich eigentlich, daß sie glauben, die Lösung für die Probleme der Kirche zu haben?
Nicht "Wir sind Kirche!" sondern "Wir wissen, wie es weiter zu gehen hat" ist doch der formulierte Anspruch!

Ich dachte immer Jesus Christus wäre Herr der Kirche, Messias der Welt und der Heilige Vater sein Vicarius.
Weit gefehlt!
Dazwischen gibt es nach Meinung dieser Tradis offensichtlich noch ne Expertenrunde, die niemals bei den unteren Etagen (Papst, Kurie, etc.) Gehör findet.
Das geht aber nun wirklich nicht, Mr. President!
Und dann dieser implizierte Alleinvertretungsanspruch!!! Also mich vertreten die ganz bestimmt nicht!
WIR sind Kirche! Diese Sprachrohre der unterdrückten, angstgeduckt schweigenden Mehrheiten, die nicht wieder von der Drohbotschaft eingeholt werden wollen...
Ja wo wird denn heute noch in den Kirchen von den Kanzeln das Jüngste Gericht vom Himmel herabgepredigt? Wann waren diese Leute den zuletzt in einer Sonntagsmesse und wo? In den letzten 40 Jahren offensichtlich sehr selten oder haben sie immer Pech mit dem Prediger gehabt! Eigentlich müßte ich sagen: wenn es so wäre hätten sie Glück gehabt, denn sie hätten einen Priester gehabt, dem das Seelenheil seiner verirrten Pfarrkinder am Herzen liegt, auch wenn er offensichtlich erfolglos agiert, wenn er versucht, seine Herde auf den richtigen Hirten hinzuweisen.
Mir droht als wirklich regelmäßigem Kirchgänger am Sonntag eher die große Belanglosigkeit und nicht ein aufrüttelndes Donnerwetter, wenn ich den Predigten zuhöre, ja wenn! Wenn ich das noch schaffe und nicht nach dem Evangelium in eine gnädige Kirchentrance sinke! Wer gehaltvolleres hören will, muß zumindest von hier aus lange fahren.
Oder haben die einfach nur nen Zeitüberschuß?
Wenn es so viel für engagierte Laien zu tun gibt, ja warum tun sie es dann nicht einfach mal im Stillen, in Absprache mit den überlasteten Priestern und füllen die Gemeinden so mit Leben und Gemeinschaft und wirken so an der Erneuerung des Glaubens.
Stattdessen werden dämliche Petitionen verfaßt, Unterschriften gesammelt, als wenn es um ein neues Atomkraftwerk ginge, Pressekonferenzen gegeben und der Heilige Vater genervt.
Die müssen Langeweile haben und in schlecht gelüfteten Räumen ihre Zeit verbringen! Wer Langeweile hat, wird unpässlich und nörgelig!

Ich habe ja immer gedacht, es wäre ein Problem, das sich irgendwann demographisch erledigt, aber Hinweise aus der Blogozese weisen auf nachwachsende Generationen von Kirchenverbesserern hin, die in einer protestantischen Gemeinschaft besser aufgehoben wären. Da hätten sie dann alles, was sie fordern!
Denen kann ich nur das zurufen, was die Generation meiner Eltern und Großeltern denen zugerufen haben, die im realexistierenden Sozialismus das Heil meinten erblickt zu haben:
Dann geht doch rüber!
Ihr werdet schon sehen, was ihr davon habt!
Ich will jetzt nicht mit dem ewigen Heil drohen, dessen sie verlustig werden könnten!
Dat muß der liebe Härrjott wissen, wie er damit umgeht! Nä, wat anders!
Es gäbe noch eine Strafe, die sie neben der Exkommunikation sofort träfe, wenn sie diesen Weg gingen:
Sie hätten nix mehr zu meckern!
Dat wär dat Allerschlimmste und genau davor haben die Angst und genau deswegen bleiben die auch hier!
Feiglinge!

Montag, 5. Oktober 2009

Heute vor 40 Jahren

ging bei BBC1 die erste Sendung von "Monty Python's Flying Circus" auf Sendung.
Ein denkwürdiger Tag in der Geschichte des Humors!
Was haben uns die Herren dieser Truppe doch für wunderbaren Quatsch geschenkt: Bicycle Repairman, the Gumbies (my brain hurts, flower arrangement), Spam, the dead Parrot Sketch, Ministry of silly walks, the funniest joke in the world, the self defence class, crunchy frog, the Lumberjack song,... Brian...
Aus Anlaß dieses Jahrestages erlaube ich mir den Link zur offiziellen Seite HIER einzusetzen und einen anderen wunderbaren Sketch bei youtube HIER zu verlinken.
Congratulations!

Die Darstellung der Kirche in den Medien

ist Gegenstand einer Tagung im Abt Herwegen Institut gewesen. Der medienbewanderte Pater Paul Terwitte konnte zeigen, wie wenig die Kirche in den Nachrichten präsent ist (ca. 1,5% der Nachrichten haben kirchlichen Charakter) und dann meistens mit Negativschlagzeilen.
Der Zuschauerschwund bei den Fernsehgottesdiensten des ZDF ist ebenfalls dramatisch.
Ehrlich gesagt: Mich wundert es nicht.
Eine Kurzfassung der Vorträge bietet kathnet.
Trend bei der Verkündigung über den Äther ist nach Pater Paul folgendes:
weniger Theologie, näher beim Alltag der Menschen.
Noch weniger Theologie???
Ein Beispiel vom letzten Wochenende zeigt, wie gut das gelingen kann, quasi theologiefreie Gottesdienste zu gestalten.
In einem ungenannten Dekanat gab es zum Kindergottesdienst das Thema "Erntedank". Wie passend!
Neben den üblichen Unsäglichkeiten aus der Ringelpietzschublade gab es auch die üblichen Ersatzhandlungen für Kyrie, Gloria, Lesungen, Credo etc. Ein Highlight war folgende Einleitung zu einer Fürbitte:
"Lieber Gott, wir danken dir für das schöne Windrad."
Hier hatten sich die Windpark-Befürworter im Vorbereitungskreis deutlich gegenüber der "Antispargel"-Initiative durchgesetzt und noch mal deutlich gezeigt, wer auf der richtigen Seite steht!
Näher am Leben geht nicht! Spitze!

Freitag, 2. Oktober 2009

English for Westerwave

WDR 5 hat unter "spass5" unserem designierten Außenminister einen größeren Teil der Sendung vom 1.10.gewidmet. Besonders schön ist der Fortbildungskurs "English for Westerwave". Hier geht es direkt zum Podcast.