Donnerstag, 30. April 2009

Das ZK und die Una Sancta (Glosse!)

In den letzten Tagen war ich nicht ganz so aufmerksam wie sonst im Zwischennetz unterwegs. Dabei habe ich dann prompt überraschende Entwicklung verpaßt: Während ich noch in einer Ostalgie über ZK's raisonnierte, zeigte die DBK dem Z(d)K endlich einmal, wo der Bartel den Most holt. Schon im Vorfeld wurde dem Mitbegründer von "Donum Vitae" und "publik forum", Wilhelm Brockmann die Zustimmung verweigert, sollte dieser Nachfolger von Hans Joachim Meyer erklärt werden. Fassungslosigkeit, Bestürzung. Oh! Ah!
Betroffenheit macht sich breit!
The Empire strikes back! ENDLICH!!!
Der Vorsitzende des BDKJ in einer Meldung des Hamburger Abendblattes: "Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) äußerte heftige Kritik an den Bischöfen. Er sei "fassungslos", sagte der BDKJ-Vorsitzende Dirk Tänzler. Die katholischen Laien hätten das Recht, einen Präsidenten nach ihren Vorstellungen zu wählen."
Fragen:
Welches Recht? Kirchenrecht, Göttliches Recht oder eingebildetes Recht?
Hier liegt entweder ein Fall höchster Uninformiertheit über die Verfassung der Kirche vor, ein Fall krassesten Realitätsverlustes oder schlichtweg eine Verwechselung der Konfession:
Jung, Du bist Mitglied der Una Sancta und nicht bei der EKD!

Und überhaupt:
Wer hat den die Laien gefragt, wen sie als Präsidenten haben wollen?
Sieht die Wahlordnung des Z(d)K eine echte demokratische Beteiligung der Laien in Deutschland bei der Wahl des Präsidenten vor?
Jetzt stellen wir uns doch nur mal ganz kurz vor, vorm letzten Konklave hätten der Camerlegno schon mal öffentlich rumgefragt, wer denn jetzt auf die Kathedra Petri wolle und dann hätten alle abgesagt bis auf Joseph Kard. Ratzinger. Dann wären alle nach Rom gereist, hätten sich in der Capella Sixtina einschließen lassen und nach ner halben Stunde Wartezeit wär dann weißer Rauch aufgestiegen.
Da hätte ich gerne mal das Z(d)K dazu gehört:
Was soll der ganze Mumpitz!
Wo ist hier Raum für den Heiligem Geist bei der kurzen Kandidatenliste?
Strohofen, wer denkt an den Feinstaub?
Alles abgekartet!
...da hätte aber der Busch gebrannt!

Beim Z(d)K ist ein solches Vorgehen ganz normal, da wählen nämlich echte Apparatschiks den Apparatschik bzw. Apparatschiks gucken sich einen neuen Oberapparatschik aus, dem alle nur noch zuzustimmen haben. Das mag in den Augen mancher Menschen auch ne Form von Demokratie zu sein, aber eine eher seltene Ausprägung.
Mir fiel da sofort ein alter Radio Eriwan Witz ein:
Frage an Radio Eriwan: "Wissen Sie, wann es die erste Wahl nach sowjetischen Muster gab?"
Antwort: "Das war im Paradies, als Adam seine Frau wählte."

Mir gehen so viele Fragen durch den Kopf:
Warum habe ich "publik forum" immer noch nicht abonniert?
Warum unterstütze ich nicht "Donum vitae?"
Warum habe ich nie beim BDKJ einen Posten angestrebt?
Warum mißfallen mir nahezu 100% der Verlautbarungen des Z(d)K während ich zu nahezu 100% der Verlautbarungen des Heiligen Vaters bedenkenlos und sofort befürworte?
Warum halte ich Wahrheit nicht für demokratisierbar?

Ich bin zwar Katholik in Deutschland aber irgendwie kein echter deutscher Katholik...

Abgesehen einmal davon: Wofür brauche ich als gläubiger Katholik überhaupt einen Cheflaien?

Für mich persönlich ist das ZK völlig uninteressant, das es von keinem ökumenischen Konzil als "heilsnotwendige zu glaubende Lehre" definiert worden ist.

Obwohl ganz uninteressant auch nicht: Je länger diese realitätsferne Posse läuft, umso mehr fallen mir alte ZK-Witze aus der DDR ein!

Dienstag, 28. April 2009

"Die Mauer muß weg!"

Vor 20 Jahren war das der Protestruf in der DDR. Wie der Kabarettist Jürgen Becker schon bemerkte, handelte es sich dabei offensichtlich um eine tragende Wand für das Modell der sozialen Marktwirtschaft rheinischen Zuschnittes. Das ist aber ein anderes Thema! Ich persönlich halte diese Mauer mittlerweile auch für eine ehemals tragende Wand des westdeutschen Volkskirchenmodells, eine Art Limes zwischen den seit den 1930er Jahren entkirchlichten Regionen und... ich sag jetzt mal nix.
Nun ist der "antifaschistische Schutzwall" schon fast genauso lange als Bauwerk aus der deutschen Landschaft verschwunden, aber in den Köpfen gibt es diesen Wall immer noch.
Aktuelles Beispiel : Relljohnsunterrricht
Die Landkarte mit den Abstimmungsergebnissen zu "Pro Reli" zeichnet für Berlin ein immer noch passgenaues Bild des ehemaligen Mauerverlaufes in der Stadt. Details lesen Sie bitte bei ULTRAMONTAN nach.

Sonntag, 26. April 2009

Hinweise für die Abendlektüre

Eine kleine Argumentationshilfe für die häufigere Benutzung des 1. Hochgebetes liefert der verehrte Robert Spaemann in einem auch sonst sehr lesenswerten Artikel auf der Zwischennetzpräsenz der TAGESPOST.
Zitat:
"Die Forderung nach „vollständiger Annahme aller Konzilstexte“ hört sich allerdings seltsam an aus dem Munde von Priestern, die ihrer Verachtung des außerordentlichen Gebrauchs, also der alten Messe, offen Ausdruck geben. So, um nur ein Beispiel zu nennen, ein Prälat, Stadtdekan und Dompfarrer, der auf die Frage eines Gläubigen, ob er nicht auch einmal das erste Hochgebet, den römischen Kanon, benutzen könne, antwortete: „Den fasse ich nicht einmal mit der Beißzange an“. Dazu muss man wissen, dass das Trienter Konzil jeden mit der Exkommunikation belegt hat, der diesem Hochgebet irgendeine Mangelhaftigkeit vorwirft."

Dem Thema "Kirche und Wirtschaft" gewinnt Thomas E. Woods jr. bei "eigentümlich frei" interessante neue Perspektiven ab.

Auf der gleichen Seite findet sich ein kritischer Blick von André F. Lichtschlag auf eine neue Mode in der Presse: Katholiken-Bashing. Als aktuelles Beispiel dient das Gewitter um Msgr. Mixa, Bischof von Augsburg.
Weitere Artikel des Autors finden sich hier!

Samstag, 25. April 2009

Neues vom ZK

Wie dem Entwurf der Tagesordnung des Zentralkomitees (deutscher Katholiken) zu entnehmen ist, ist für die Wahl des neuen Vorsitzenden des ZK - Entschuldigung - Präsidenten des ZdK (TOP 2) und auch für den "Stellvertreter" (Vizepräsidenten) (TOP 4) jeweils nur ein Wahlgang angesetzt.
Das hängt wohl irgendwie mit der beschränkten Auswahlmöglichkeit zusammen, halt wie bei einem echten ZK.

Bemerkenswert erscheint mir der geplante TOP 5:
"Ohne Wahlen keine Demokratie!
Politische Erklärung aus Anlass der Wahlen zum
17. Deutschen Bundestag"

Wer hat denn diese Tagesordnung entworfen?
Ein echter Brüller!
Das ist deutsches verbandskatholisches Kabarett vom allerfeinsten!
Mich hat es fast zerissen vor Lachen!

Freitag, 24. April 2009

S. Ignatius und das Vogelhäuschen

Seattle University hat eine "Chapel", die dem Heiligen Ignatius geweiht ist. Nach einiger Zeit entpuppt sich das vermeintliche Vogelhäuschen im Baum als Ewiges Licht. Geschickt getarnt, wie der gesamte sakrale Charakter des Raumes sehr geschickt verheimlicht wird. Ein niederschwelliges Angebot für ungetaufte Ornithologen?
Neugierig geworden?
Sehen Sie selbst!

Zentralkomitee, Fürbitten und Judenmission

FAZnet bietet hierzu einen lesenswerten Artikel von Robert Spaemann unter dem Titel "Gott ist kein Bigamist".

Donnerstag, 23. April 2009

Josephs bunter Mantel

hat nach Absetzung des Musicals offensichtlich bei P. Richard Hunt SJ (Rochester Institut for Technology) eine neue liturgische Aufgabe bekommen. Alipius hat ein unglaublichen Artikel über diesen bunten Mantel, P. Hunt und den Gebrauch von Super Soakern in gottesdienstähnlichen Handlungen aufgetan. Danach war ich etwas verstört!

Dienstag, 21. April 2009

Wo gibt es diesen Weihrauchkursus?

Gefunden habe ich das auf dem Weblog Traditional + Catholicism!

Montag, 20. April 2009

Spaß: Der "Bus Slogan Generator"

Dank Alipius habe ich ein neues Spielzeug im Netz gefunden:
"The Bus Slogan Generator"
Meine Alternativen zur Kampagne der militanten Atheisten.






Donnerstag, 16. April 2009

Herzlichen Glückwunsch!

heute feiert unser Heiliger Vater, Benedikt XVI. seinen 82. Geburtstag.
Zu diesem Anlaß hat Elsa in ihrem Nacht(b)revier einen wunderschönen und zutiefst rührenden Brief veröffentlicht. Er ist nichts für zartbesaitete Seelen, die nahe am Wasser gebaut haben!
Danke Elsa!
Ad multos annos, lieber Heiliger Vater!

Was gibt es denn da zu feiern?

fragt sich Andreas Unterberger von der Wiener Zeitung in seinem "Tagebuch" zu Ostern und liefert damit einen lesenswerten Kommentar zur Lage der Kirche in Österreich.

Dienstag, 14. April 2009

Sehr besorgt...

über das innerkirchliche Gleichgewicht zeigt sich Hans Joachim Meyer, Vorsitzender des Zentralkomitees. Zitat aus dem Beitrag in der BZ auf der Seite katholisch.de:
"Hans Joachim Meyer, sieht durch Entscheidungen von Papst Benedikt XVI. das innerkirchliche Gleichgewicht zwischen Traditionalisten und modernen Kräften gefährdet. Er fürchte, "dass die Balance sich zu sehr zu den eher traditionell eingestellten Kräften neigen könnte", sagte Meyer der "Berliner Zeitung" (Samstag). Nach seinem Eindruck seien die notwendigen beiden Pfeiler für einen Brückenbau anders als noch vor einem Jahr nicht mehr gleich stark."
Nett ist, wie das eine kirchenpolitische Lager mit "Traditionalisten" bezeichnet wird, das andere Lager aber "Moderne Kräfte" und nicht mit dem Begriff "Modernisten" belegt.
Sehr bemerkenswert!
Äußerst bemerkenswert ist auch, wie die kirchenpolitische Schlagseite differenziert dargestellt wird. Ich könnte mich aufregen!
Gleich stark?
Seit einem Jahr nicht mehr gleich stark?
Wo bin ich? Steht jetzt neben jeder "Normalgemeinde" eine päpstlich besonders privilegierte "Tradigemeinde"? Ist jetzt diese feine Balance in Deutschland durch FSPPX ein 50 plus x zugunsten "der Traditionalisten" entstanden?
Hab ich was verpaßt? Ich war an den letzten Sonntagen in mehreren Kirchen des hiesigen Dekanates zu Messfeiern, Vespern etc.
Vielleicht war ich auch in den 50 minus x Gemeinden der modernen Kräfte.
Mir is nämlich bisher nix, aber auch gar nix aufgefallen!
Immer noch die gleichen antipäpstlichen Attacken in den Predigten!
Immer noch die selbstgehäkelten Liturgien aus den allein seligmachenden Ringbüchern!
Immer noch die Anmoderationen und Kinderkatechesen zu allen möglichen Teilen der Liturgie!
Immer noch die gleichen unsäglichen thurmai(e)rnden Strophenlieder und janssenistischen Sakropopversätze!
Nicht erst seit einem Jahr!
SEIT MEINER KINDHEIT!
Und wenn ich das schon lese: "moderne Kräfte" das muß nicht unbedingt zukuntfsorientiert bedeuten. Ich möchte mal andere Bilder bemühen: Diese modernen Kräfte standen früher mit der linken Schulter an der linken Wand und blickten "der Zukunft zugewandt" nach vorne. Die Wand ist zwar immer noch die Linke, aber mittlerweile schaben diese Kräfte mit der rechten Schulter daran entlang und schauen zurück in die glorreiche Vergangenheit. Alle diese modernen Kräfte, die heute sogenannten "Tradis" unterstellen, sie wären mit dem D-Zug unterwegs in den Muff der 1950er Jahre, müssen sich fragen lassen, ob sie nicht in den 1970er Jahren bei der Aufbruchsfête auf dem Bahnsteig alle Anschlußzüge verpaßt haben! Pause! Später mehr!



Schon wieder!


Aus angeblich gegebenem Anlaß (drei Links!) muß hier schon wieder einen Schutzraum einrichten!

Sonntag, 12. April 2009

Lumen Christi!

Donnerstag, 9. April 2009

Das Ende des Christentums (Interview mit Klaus Berger)

Eine gute Lektüre zum Karfreitag ist das Interview mit Klaus Berger auf der Internetseite der Zeitschrift Junge Freiheit.

Frühling am Niederrhein


Magnolie hinter dem Hochchor einer Benediktinerinnen-Abtei bei Kempen, die für ihren wohlschmeckenden und lungenstärkenden Aperitif "Pulmonal" und die Paramentenwekstatt bekannt ist.

Freitag, 3. April 2009

Kreuzwege

Eine zufällige Begegnung in den letzten Tagen.
Bei schönem Wetter und frühlingshaft guter Laune traf der Autor auf eine Gruppe älterer Frauen auf einem Feldweg. Die Leiterinnen erkannte man sofort an den gefalteten DIN A4 Kopien. Aus diesen wurde vorgelesen. Die participatio actuosa der restlichen Damen bestand aus Zuhören und Mitlaufen. Ein corpusfreies, heimgewerkeltes Kreuz aus "ikea-billy-Regal-Holz"-Resten in der Größe 30x40 cm wurde eher achtlos mitgetragen. An einer Kapelle trafen wir wieder zusammen. Die Damen strömten fröhlich schwatzend aus dem Hause des Herrn. Neugierig wie ich nun einmal bin, fragte ich ganz unbedarft eine der bezettelten Damen, was das denn für Gruppe sei und was sie denn so gerade gebetet hätten.
Es stellte sich heraus, daß hier eine Gruppe von vereinsorganisierten, katholischen Frauen gemeinsam einen "total tollen Kreuzweg" gegangen wären. In diesem Jahr wäre vom Bundesverband aber auch ein wunderschönes Thema ausgearbeitet worden: Wasser!
Wasser? Tränen, Schweiß, Blut und Wasser aus der geöffneten Seite, Essigschwamm, aber Wasser als wunderschönes Thema eines Kreuzweges? Sehr innovativ!

Und schon platzte es aus mir heraus:
"Ein Thema zum Kreuzweg? Ich dachte immer der Kreuzweg hätte 14 (15) Stationen und das Leiden und Sterben unserers Herrn und Heilandes betrachteten." Ich hatte meine Zunge nicht gehütet. Fehler!

Ja, also damit könne frau heute kaum noch hinter dem Ofen vorgelockt werden. Deswegen würden ja auch jedes Jahr diese wunderbaren Themen entwickelt, die näher an der Wirklichkeit von Frauen seien und in denen sie sich auch eher wiederfänden... und so weiter und so fort!
In mir tobte es. Mein Lächeln blieb während dieses Monologs irgendwie hängen, veränderte sich in seiner Intention aber deutlich, weg von einer unverbindlichen Freundlichkeit hin zu etwas Unfreundlichem. Mein schlichtes, traditionalistisches Gewissen schaltete sich - an allen Kontrollen vorbei - direkt zum Sprachzentrum durch und entließ folgenden Satz in die Freiheit:" Wenn ihnen als katholische Frauen das Thema Wasser so ans Herz gewachsen ist und so viel wichtiger ist, als das Leiden und Sterben unseres Herrn und Heilandes zu betrachten, dann haben sie sich ja für das Richtige entschieden, nicht wahr?" In das darauf folgende Schweigen, schob ich schnell ein paar Wünsche für eine besinnliche Karwoche und begab mich in das anliegende Lokal auf ein Fastenbier!