Montag, 12. Oktober 2009

Kaum ist man mal nicht da

schon geht es in der Blogozese wieder zur Sache! Durch Dienst und einen Trauerfall im Bekanntenkreis war ich in den letzten Tagen vollkommen gebunden. Wo fange ich an?
Arbeiten wir uns vom Rand zur Mitte durch!
Die EKD hat ein peinliches Leck! Sponsa Agni, Stanislaus, kath.net, taz, hetz.net etc haben darüber berichtet.
Eine Frage beschäftigt mich dabei:
Warum kam das Papier an die Öffentlichkeit, will sagen cui bono?
Entweder um dem ohnehin etwas gestörten Verhältnis zwischen DBK und EKD noch eines draufzusetzen oder um OKR Thies Gundlach zu beschädigen? Ich halte die zweite Variante für eher wahrscheinlich. So verhindert man Leute!
Bedenklich finde ich bei alle dem dieses offensichtliche Verhinderungskartell in der deutschen Presselandschaft. Warum ist das Papier nicht mit der gleichen Wucht in die Kolumnen geschoben worden wie die angeblichen Skandale bei uns? Vielleicht weil das Bild von der lieben, toleranten, fortschrittlichen EKD schwere Risse bekommen hat? Ist sie vielleicht doch nicht das arme politisch-korrekte Opfer der rückständigen Papistenkirche sondern auch eine Gruppe von Tätern? Wollte man diese Bild nicht in die Öffentlichkeit transportieren? Wen dem so wäre (und offensichtlich ist es wohl so), so hätten wir ein weiteres Indiz für die Annnahmen, es in Deutschland mit einer antikatholischen Presselandschaft zu tun zu haben.

Der Seminarist aus Nigeria und die Folgen:
Wieder einmal sprühen die Ideen und Gedanken! Von Alipius bis catholicism wow geht es rund. Alles zeugt von einem sehr tiefen "sentire cum ecclesia" und auch von einem -verzeiht das Wort- kreativen Umgang mit der Krise und den freigesetzten Energien. Ich teile nicht die Bedenken des lieben und geschätzen Bruders Lukas.Was bedeutet dieses "sentire cum ecclesia"?

Zitat Bruder Lukas zum richtigen sentire:
"Was “richtiges” Fühlen mit der Kirche im besten Sinne ist, definieren nicht ich und du, nicht der Pfarrer, nicht der Beichtvater, kein Regens und auch nicht engagierte Laienchristen der Blogozese oder des Zentralkomitees, sondern ausschließlich das Lehramt. Also der Heilige Vater und mit ihm die in seiner Gemeinschaft stehenden Bischöfe."

Im Prinzip ja! möchte ich mit dem Sprecher von Radio Eriwan antworten , aber diese Engführung, teile ich nun überhaupt nicht! Die Lehre der Kirche ist keine Arkandisziplin, die in ihren Grundstrukturen nicht erkannt werden kann und der Auslegung durch den Großmeister bedarf. Sicherlich hat Lukas recht, wenn er damit sicherstellen will, daß die Schreibenden keine Gralshüter sind.
Dessen bin ich mir zumindest durchaus bewußt. Nur wissen das die anderen auch, die die Deutungshoheit über das Vat. II für sich reklamieren?
Und was ist, wenn das Lehramt schweigt, nicht zur Kenntnis genommen wird, die Bischöfe nicht handeln, sie es geschehen lassen, keine Kenntnis davon haben (wollen)....?
Noch einmal Grundsätzliches zum Handeln:
1) Die letztbindende Instanz für mein Handeln ist nicht das Lehramt sondern das Gewissen ist, wie St. Thomas lehrt.
2) der geschuldete Gehorsam gegenüber dem Lehramt entbindet mich nicht von der Pflicht, erkannte Mißstände zu benennen und auch zu kritisieren, weil das Lehramt ja dafür zuständig ist. Das wäre Beamtendenkart! Nein! Es ist geradezu
3)  meine Pflicht als Christ und Katholik, meinem Gewissen folgend, dann zu reden und zu handeln, wenn ich solche Mißstände erkenne. Ob ich das nun öffentlich im Netz mache, in der Gemeinde, in der Familie, egal. Jeder nach seinen Möglichkeiten und Gaben.
Wichtig ist, daß ich mich vom Lehramt korrigieren lasse und mich nicht über das Lehramt erhebe, wie es gewisse Reformatoren gemacht haben.
Wenn sich daraus neue und vielfältige Initiativen entstehen ist dies ein Zeichen für die Lebendigkeit unserer Kirche und keine Gefahr von Minischismen!

Ich finde es wunderbar, wenn im Land der Dichter und Bedenkenträger mit soviel Esprit, Verve, Witz und vor allen Dingen tiefer Gläubigkeit um die Sache Christi gerungen wird!

Warum kein Beitritt zu den gut eingeführten Laiengruppierungen?
Hier haben wir den alten Konflikt, der schon bei der Entstehung der Bettelorden aufkam. Warum haben Dominikus und Franz von Assisi ihre eigenen Läden aufgemacht und sind nicht Augustiner Chorherren oder Benediktiner geworden?
Weil sie mit ihren Anliegen dort falsch waren!
Weil die Kirche reif war für eine neue Form gemeinschaftlichen Lebens und "neue" Antworten auf neue Zustände brauchte. Auch das war eine ziemlich "revolutionäre Reform der Reform"!
 Der Beitritt zu den bekannten Laiengruppierungen findet genau deswegen nicht statt, weil sie entweder ähnliche innere Strukturen aufweisen wie der übliche Verbandskatholizismus oder weil sie vielleicht auch gar nicht die Aspekte abdecken, die hier gerade aufbrechen und wiederentdeckt werden.
Vielleicht ist es jetzt Zeit für eine neue Form im Zeitalter des web2 und der Individualisierung innerhalb der Una Sancta. Wer weiß es?
Trauen wir Gott und dem Beistand des Heiligen Geistes mehr zu als unseren Bedürfnissen nach Schematisierung, Ordnung und Überschaubarkeit! (Solche Sätze von mir! Unglaublich!)
Die Gefahr der Vereinzelung bleibt und auch die Gefahr, die Kräfte nicht gebündelt zu bekommen.
Deswegen:
Bleiben wir in Verbindung!
Ecclesia semper reformanda. Es ändert sich immer was. Manches kommt, manches geht, weniges bleibt. Ich habe da wenig Sorgen, aber viel Hoffnung. Hier hilft eine Lebensweisheit aus Westfalen ( man soll es nicht für möglich halten!):
Tu es mal! Du kannst es ja beichten!
Also:
Heißt Flagge und fröhlich weitermachen!

1 Kommentar:

Stanislaus hat gesagt…

Vollkommen d'accord!