Montag, 11. Mai 2009

Der Heilige Vater unterwegs

Elsa macht sich in ihrem Nacht(b)revier so ihr eigenen Gedanken ebenso wie der Herr Alipius.
Mir geht die sog. Berichterstattung im deutschen Blätterwald mal wieder gehörig auf die Nerven!
Nach den sog. Skandalen der letzten Monate wird nun der Heilige Vater krankgeschrieben:
Hier erscheint ein müder Papst, dort wird über einen gebeugten und gealterten Papst und die Hochachtung des jordanischen Königshofes in einer Art und Weise berichtet, die den Heiligen Vater in die Nähe morgenländischer Potentaten rückt und ihn als transalpin Unverstandenen darstellt. Zitat: "Freundlicher geht es kaum. Der Papst scheint am Hofe der Haschemiten respektierter zu sein als in weiten Landstriche nördlich der Alpen." (Subtexte: "Reaktionäre unter sich!" oder "Unaufgeklärtes Hornvieh versteht sich halt!")
Der gealterte Papst, gebeugt und langsamer geworden. Der Ton ändert sich und wird schon fast gefährlich mitleidig!!!
Was mich dabei besonders ärgert, ist, wie sehr die sogenannten Affären, die ja wohl hauptsächlich in der deutschsprachigen Presse stattgefunden haben, zu einer, das Leben des Papstes bestimmenden und prägenden Wichtigkeit hochgeschrieben werden. Alles hängt angeblich mit den Belastungen durch die Affären zusammen. Ja sicher! Die Affären nagen an ihm! Ansonsten ist der Job in Rom ja auch nicht anstrengend!

Ich möchte meinen, der geistige und geistliche Notstand im europäischen Teil der katholischen Kirche und die Probleme der Weltkirche liegen sicherlich als empfundene Bürde auf den Schultern des Heiligen Vaters. Die Verantwortung für die Kirche, die Weitergabe des Evangeliums, sie setzen dem Heiligen Vater sicherlich zu, aber nicht zuvörderst die antikatholischen Schreiber in den Redaktionen der Pressehäuser.
Ich möchte allen diesen Schreibern zurufen: Selbstüberschätzung! Blanke Selbstüberschätzung! So wichtig seid ihr in Rom nicht, meine Herren!
Wenn mich etwas an seiner Stelle gekränkt hätte, dann wäre das nicht das Gehacke der Medien.
Da gibt es Vorgänge, die wesentlich mehr an der Substanz (der Kirche) nagen:
Das Verhalten der sog. "Brüder im Amte" z.B. ist mehr als Grund zur Sorge:
- die Haltung des Weltepiskopates bei der Umsetzung des Motu Proprio (die Blockade der Alt-68er oder neokonservativen Kreise; eine blanke Unverschämtheit)
- die Solidarität zum Heiligen Vater bei der Causa Williamson (bis auf Ausnahmen sind alle auf Abstand gegangen...)
- das Verhalten der Bischöfe Österreichs im Falle Linz (da fehlen mir einfach die Worte)
- das Gemurmel zum Thema "Sühnetod" eines namhaften Vertreters der DBK (hier besteht begründeter Häresieverdacht)

Und wenn es so wäre, daß die Presse dem Heiligen Vater derart zugesetzt hätte und es sich nun mit solchen Folgen zeigte, müßte dann nicht selbstkritische Fragen aufkommen:
Haben w i r dem Mann geschadet?
Was haben w i r da getan?
Sind w i r nicht zu weit gegangen?
Haben w i r u n s nicht schuldig gemacht?
Was für Folgen haben unseren Artikel innerhalb und außerhalb der Kirche?
Nein! Passiert nicht. Die Schuldfrage liegt im Feld des Heiligen Vaters, denn schließlich ist er ja nach Meinung der Redakteure der weltfremde, spinnerte Theologe. Dem gilt es im Auftrag der Freiheit und der Menschenwürde, der Würde alle Opfer... (und beliebige weitere Phrasen des politisch-korrekten Blablas können hier ein gesetzt werden ...) heimzuleuchten, egal wie! Zur Not wird auch gemobbt!
Beispiel gefällig?
Der Papst wird als müde, gebeugte und tragische Gestalt karikiert. So geht es natürlich auch, wenn man jemanden in den Keller schreiben will!

Nächste Woche wird "Der Spiegel" oder ein anderes Magazin dieser Richtung vielleicht schon so titeln: "Ist Ratzinger dem Amt noch gewachsen?" oder "Ist der müde Papst amtsmüde?" oder "Gebrechlicher Papst macht gemeinsame Sache mit muslimischem Königshaus" oder irgendein anderer gefährlicher Blödsinn.

Hier beginnt für mich ein neues Kapitel des Pressefeldzuges gegen Papst, Rom und Kirche! Kranke, verbitterte, alte Leute muß man ja nicht ernst nehmen, da sie keinen Sinn mehr für die Realität haben, gell? Sie haben ihr Leben gelebt und leben nur aus der Erinnerung an Zeiten, die nicht die unsrigen sind, gell? Hatten seine angeblichen Fehler noch vor Wochen erschütternde Relevanz, so wird er nun als Person irrelevant gemacht, krankgeschrieben und somit sehr wahrscheinlich auch seine "Affären" umgedeutelt. Alle, die ihm dann noch die Treue halten, rennen dann einem nicht mehr ganz klaren Greisen hinterher und diskreditieren sich damit selbst: Sie erkennen die Debilität nicht oder sie folgen trotzdem dem Kranken. Beides zeugt nicht von der Zurechnungsfähigkeit der Anhänger. Sie sind damit genauso irrelevant. Mit solchen Personen hat man Mitleid aber ernst kann man sie nicht mehr nehmen!

So oder so ähnlich werden die nächsten Schritte der Kampagnen sein.


Liebe Schwestern und Brüder im Glauben: Ich fürchte, es wird für Katholiken in nächster Zeit noch kälter in Europa werden oder es wird ziemlich heiß!

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