Donnerstag, 5. Februar 2009

Warum toben die Heiden? oder Vox populi - vox Rindvieh

Nicht nur weil wir in diesem Jahr besonders Felix Mendelssohn-Bartholdy gedenken und ich mir gerade einmal wieder seine wunderbare Vertonung dieses Psalmes anhöre, drängen sich mir diese Worte auf.
In den letzten Tagen tobt ein Kampf nicht nur der Heiden sondern auch der Gläubigen gegen den Heiligen Vater und gegen die Kurie, der an Härte, Unsachlichkeit und Dummheit in dieser Form schon lange nicht mehr geherrscht hat. Wenn Radiokommentatoren z.B. sagen, daß es seit der Zeit eines Reichskanzlers von Bismarck kein deutscher Kanzler mehr so deutlich gegen den Papst agiert hat. Otto von Bismarck als überzeugter Protestant hatte den Katholiken den Kampf angesagt. Ich fürchte wir erleben hier den Auftakt eines neuen Kulturkampfes. Es geht nun nicht nur um die machtpolitischen Erwägungen eines Landjunkers, es geht um weit mehr: um die Diskreditierung des amtierenden Papstes, der unbequeme und unpopulaire Entscheidungen trifft und um die Diskreditierung des Papstamtes schlechthin. Alte antirömische Affekte kochen plötzlich wieder hoch und sind in alter Frische wieder da.
Selbst die Instanzen, welche die Fakten kennen könnten und sich in diesen Sturm schützend vor den Papst stellen sollten, knicken wie ein schwankendes Rohr im ersten ersten Rauschen des medialen Blätterwaldes.
Vielleicht hat Father John Hunwick mit seiner scharfen Analyse recht?
Mir ist es ein Zeichen, wie es um die Medien im Lande bestellt ist. Wie sagte ein guter Bekannter: es gibt in der Zeit des Zwischennetzes keine ernsthafte Recherche mehr. Die Redaktionen arbeiten eher nach dem Prinzip des Kinderspieles "Stille Post"! Es geht nicht mehr um Fakten, sondern um Meinungen, die man der lesenden, zusehenden oder zuhörenden Klientel "auflagenfördernd" anbiedert. Wer etwas hellsichtiges zu diesen Themen lesen möchte, sollt in diesen Tagen nicht zu den bekannten Hamburger Nachrichtenmagazinen greifen, sondern zur Zwischennetzausgabe von Vanity Fair!
Die Leugnung der Schoah durch diesen durchgeknallten Williamson ist eine unverzeihliche verbale Monströsität, die schwerste Zweifel an der Integrität seiner Person hervorgerufen haben. er ist für Kirche und Bruderschaft untragbar geworden.
Doch warum dieses Interview? cui bono? War es ein Versuch von Williamson, die durch die anstehende Rücknahme der Exkommunikation wieder intensivierte Gemeinschaft zwischen Rom und der Bruderschaft zu unterminieren?
Williamson ist durch die Aufhebung der Exkommunikation wieder zu den Sakramenten der Kirche zugelassen, aber nur als einfacher Laie. Als Bischof kann er sich nun nicht mehr wähnen.
Warum erschien es mit einer solchen Verzögerung und dann zu einem Zeitpunkt, als in Rom schon alles unterschrieben war?
Cui bono? Wer hat es angezettelt, um für sich Gewinn daraus zu schalegn? ich weiß es nicht!
Wem es nutzt es de facto?
Es nutzt de facto allen, die schon immer alles über diese schreckliche Kirche, diesen unmöglichen "Panzerkardinal" auf dem Stuhle Petri und seine restaurative Politik wußten:
Den Liberalkatholiken, den PolitischKorrekten samt ihren Vertretern der Empörungsindustrie (Küng & Co), den Aufgeklärten und dem gesamten Spektrum der Kirchengegner!
Die Hexenjagd und die Gesinnungsschnüffelei hat begonnen. Jeder, der sich nicht bis zum Anschlag empört und nicht den Papst verurteilt, der erfährt schlagartig, was liberal meint!
Liberalität und Pluralität im Sinne dieser Kreise ist nicht die beschworene Buntheit im Sinne der idealen Brüderlichkeit sondern die geschwisterliche Realität der 68er Kommune und der Räterepublik! Es werden Freund/Feind Schemata aufgebaut. Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen. Dies irae für die Tradition! "Pardon wird nicht gegeben! Gefangene werden nicht gemacht!" sagte ja schon Wilhelm II. Interessant, was so alles an Kram aus der Geschichte wieder hochkommt!
Ich sehe in diesen Tagen nicht, daß das Gebot der Nächstenliebe in Bezug auf Papst Benedikt XVI. hier eine Rolle spielt. Noch nicht einmal das Gebot der Feindesliebe scheint für die Behandlung der Bruderschaft Pius X. von Belang zu sein.

Wem es schadet, sieht man ja!
Es schadet dem Ansehen des Papstes, den nun wirklich keine Schuld trifft!
Es schadet dem Ansehen der Kongregationen, die offensichtlich ebenso vorgeführt wurden wie der Heilige Vater!
Es schadet dem innerkirchlichen Aussöhnungsprozess!
Es schadet dem Wiederaufnahmeprozeß der Bruderschaft Pius X!
Es beschädigt das Andenken des Gründers der Bruderschaft, Erzbischof Marcel Lefebvre, dessen Vater in einem deutschen KZ ermordet wurde, weil er Juden vor den Nazis versteckt hatte!
Es schadet dem Klima innerhalb der katholischen Kirche!
Es beschädigt aber auch das Ansehen der Medien, die es nicht vermocht haben, ausgewogen, faktenorientiert und sachkundig die Entwicklungen zu beschreiben!

Ich werde keinen Millimeter von Benedikt XVI. abrücken und ihn auch in der Öffentlichkeit verteidigen. Meine Protestnote an die Bundeskanzlerin ist schon abgeschickt!
Gott segne unseren Papst Benedikt XVI. !

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